Wolfenbüttel. Es war das erwartet schwere Spiel. Doch am Ende setzen sich die MTV Herzöge vor einer tollen Kulisse bei den Aschersleben Tigers durch und behaupten die Tabellenführung in der 1. Regionalliga Nord.
Über 40 Herzöge-Anhänger hatten die 100 Kilometer nach Sachsen-Anhalt auf sich genommen und unterstützten das Ward-Team lautstark. Sie sahen einen erstaunlich offensiven Spielauftakt. Beide Teams überzeugten zu Beginn mit einer hohen Trefferquote und zahlreichen gelungenen Offensivaktionen und Gastgeber, die nach einem 9:0-Zwischenspurt das erste Viertel mit 22:19 für sich entscheiden konnten.
Dann jedoch folgte die stärkste Wolfenbütteler Phase. In der Defensive gelang es neben einer starken Teamdefense insbesondere Ivan Emanuely und Marius Pöschel Tigers- Topscorer Andrew Jones zu kontrollieren. Die Folge: Minutenlang gelang Aschersleben kein Korb, während bei den MTV Herzögen Demetrius Ward und vor allem Niko Skouen heißliefen und sich maßgeblich für vierzehn Zählern in Folge verantwortlich zeichneten. Der norwegische Scharfschütze vom Dienst hatte zum Ende des zweiten Viertels bereits 19 Zähler auf seinem Konto. Das zweite Viertel gewannen die MTV Herzöge mit 37:17, in die Kabine ging es mit einer Halbzeitführung von 56:39.
Entschieden war die Partie zu diesem Zeitpunkt jedoch keineswegs. Die Aschersleben Tigers eröffneten das dritte Viertel mit einem Dreipunktewurf und verkürzten den Abstand bis zum Ende des dritten Viertels auf 12 Punkte (71:83). In der Offensive hielt in dieser Phase Stephen Schubert die MTV Herzöge am Leben. Der 2,08m-Schlaks erzielte allein im dritten Viertel 13 Punkte und sorgte für ratlose Tigers-Gesichter. Allerdings problematisch: die stringente aber sehr kleinliche Regelauslegung der beiden Schiedsrichter hatte dafür gesorgt, dass mit Schubert, Schwarz, Tessmann und Ward gleich vier Herzöge bereits drei Fouls auf dem Konto hatten, Knopke und Pöschel sogar deren vier.
Das führte zwangsläufig dazu, dass die Gastgeber gegen die mit leicht angezogener Handbremse verteidigenden MTV Herzöge zu Beginn des Schlussviertels zu einigen leichten Korberfolgen kamen. Vier Minuten vor Ende war es Andrew Jones, der mit einem Korbleger auf 82:86 verkürzte und damit das Ballhaus zum Tollhaus machte.

