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Pappel-Fällaktion in Wendessen: Sind Rotmilane in Gefahr?

Die Stadt Wolfenbüttel will in den nächsten Jahren 160 Pappeln in Wendessen fällen. Wie eine Leserin berichtet haust in den Bäumen jedoch ein großer Bestand an Rotmilanen.

von Julia Seidel


Die Rotmilane kommen im Landkreis Wolfenbüttel öfter vor.
Die Rotmilane kommen im Landkreis Wolfenbüttel öfter vor. Foto: Pixabay

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14.02.2020

Wendessen. Kürzlich berichtete die Stadt Wolfenbüttel von einer geplanten Fällaktion von 160 Pappeln im Ortsteil Wendessen. Als Grund hierfür hatte die Stadtverwaltung das fortgeschrittene Alter der Bäume genannt, dass die Pappeln schwäche. Wie eine Leserin nun berichtet, würden in den Pappeln jedoch etliche Rotmilane hausen.


Diese Rotmilane würden aus dem Landschaftsschutzgebiet am Vilgensee stammen und müssten den in Wendessen gefundenen Rückzugsort nun abermals verlassen, lautet die Kritik der Leserin. Grundsätzlich habe der Rotmilan im Landkreis Wolfenbüttel zwar ein Schwerpunktvorkommen innerhalb von Niedersachsen, einen großen Bestand der Tiere im Bereich Wendessen konnte der Landkreis auf Nachfrage von regionalHeute.de jedoch nicht bestätigen. "Der Bestand der Rotmilane hat in seinen Verbreitungsgebieten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen und deshalb gibt es auch eine besondere Verantwortung hier im Raum für den Erhalt von Großbäumen als Lebensstätte des Rotmilans und vieler weiterer Vogelarten", so Pressesprecher des Landkreises, Andree Wilhelm.

Bäume sollen ersetzt werden



Wie die Stadt Wolfenbüttel auf Nachfrage von regionalHeute.de mitteilt, wurden bereits 25 Astfaule Pappeln gefällt. Dies seien keine "Horstbäume" gewesen, was durch mehrere Prüfer festgestellt wurde. Die Fällungen waren zur Verkehrssicherung notwendig, da der Stadt bereits mehrere Beschwerden seitens der Bahn oder von anliegenden Landwirten über herabfallende Äste vorlagen. "Insbesondere der Sturm der letzten Tage hätte hier mit Sicherheit zu Schäden geführt, wer hätte hierfür die Verantwortung übernommen, wenn es zu Sach- oder gar Personenschäden gekommen wäre?", erläutert Stadtpressesprecher Thorsten Raedlein die Situation. Die Stadt habe es sich nicht leicht gemacht, die Entscheidung zu treffen, die Bäume zu fällen, aber in diesem Fall gehe die Sicherheit eben vor.

Die Arbeiten würden in mehreren Teilabschnitten vorgenommen werden, damit der Eingriff in die Natur nicht zu massiv erfolge, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt Wolfenbüttel hieß, die Eigentümerin der anliegenden Felder ist. Somit würden die Pappeln innerhalb der nächsten Jahre gefällt werden. Nach Abschluss der Maßnahme werde man mit standortgerechten Baumarten wieder aufforsten, erklärt die Stadt weiter.

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