Pin(k)ant: Ein Bürgermeister muss entscheiden können!

Menschen erwarten Führung von vorn und nicht von hinten, meint Bürgermeister a.D. Thomas Pink.

von Thomas Pink


Hier im Wolfenbütteler Rathaus saß unser Kolumnist Thomas Pink 15 Jahre lang auf dem Chefsessel.
Hier im Wolfenbütteler Rathaus saß unser Kolumnist Thomas Pink 15 Jahre lang auf dem Chefsessel. | Foto: Matthias Kettling / regionalHeute.de

Liebe Leserinnen und Leser, da bin ich schon wieder! War meine Kolumne von vor ein paar Wochen ein bewusst „kalorienarmer Einstieg“ in die hiesige Lokalpolitik, wird die Kost ab jetzt schwerer! Die Kommunalwahlkämpfer stehen in den Startlöchern und die Wahl am 13. September 2026 kommt schneller, als man denkt.


Schrieb ich noch Anfang September 2025, dass ich es mutig und auch sehr positiv finde, dass der Jungliberale Vincent Schwarz so früh seinen Hut in den Ring wirft, hat sich bisweilen das Kandidatenfeld erweitert! Neben den hiesigen Christdemokraten präsentierten auch die örtlichen Sozialdemokraten ihre Kandidatin und Kandidaten!

Mir steht es (noch) nicht zu, qualitative Beurteilungen vorzunehmen, muss man doch den nun anlaufenden Wahlkampf abwarten. Aber auch hier gilt, wie bei Vincent Schwarz, gut, dass es Menschen gibt, die bereit sind, für unsere demokratische Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Das gilt natürlich auch für den amtierenden Bürgermeister, der nun plötzlich und unerwartet für das Wahlvolk seine erneute Kandidatur medienwirksam erklärte.

Zierte er sich noch im Spätsommer 2025 öffentlich und ein wenig zu moralisch (regionalHeute.de vom 29.08.2025), indem er eine späte Erklärung androhte, so folgte genau diese ebenso pathetisch und staatsmännisch, im Stile von Robert Habeck, wenige Wochen danach pünktlich zur schönen Adventszeit, was sicher die öffentliche Stimmung erwärmen sollte. Eine Aussage darin irritierte jedoch nicht nur mich, sondern auch viele interessierte Betrachter und andere Erbsenzähler, ich zitiere: „Bereits im August habe er den großen Fraktionen im Rat und deren Stadt- und Ortsverbänden mitgeteilt, dass er antreten werde und sich allerdings erst öffentlich äußern werde, wenn die Aufstellungen aller anderen abgeschlossen seien, bzw. sich abzeichnen.“

Wer eigentlich sind die großen und wer die kleinen Fraktionen? Und warum eigentlich die Politik früher informieren als die Bürgerinnen und Bürger, obwohl alles schon längst feststand? Man bleibt fragend zurück! Ein gut gemeinter Hinweis an alle, die sich jetzt bereit erklärt haben: Im Falle der Wahl bedeutet die Übernahme dieses wunderbaren Amtes, unabhängig von der gewählten Person, ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Fähigkeit abzuwägen und dennoch zügig zu entscheiden. Mitarbeiter, die gewählte Politik und die Menschen erwarten gerade in diesen Zeiten Führung von vorn und nicht von hinten – eben schlicht und ergreifend auch in ungemütlichen Zeiten das Gesicht in den Sturm zu halten und auch mal unbequem, aber gerecht zu entscheiden. Dann nimmt man sowohl die Mitarbeiter, die Politik und vor allem die Menschen mit.

Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass Bewerberinnen und Bewerber die Liebe des Volkes zu erwarten haben. Dennoch besteht gerade in unserer wunderbaren Stadt immer noch ein hohes Maß an Gestaltungsmöglichkeiten. Warten wir also gemeinsam geduldig und interessiert die nächsten Monate ab. Die nächsten Wochen mehr dazu.

Abschließend: Und unser Haus- und Heimorakel, der dicke Helmut, hatte doch recht.

Herzlichst Ihr Thomas Pink

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