Pi(n)kant: Öffentlich-rechtliche Pinseleien - Hier sieht Pink rot!

Er ist zurück! Auch im neuen Jahr hält Bürgermeister a.D. Thomas Pink nicht hinterm Zaun und kommentiert das Stadtgeschehen.

von Thomas Pink


Hier sieht Pink rot!
Hier sieht Pink rot! | Foto: Matthias Kettling

Ein frohes neues, schönes und gesundes Jahr, liebe Leserinnen und Leser, ich glaube, dass man das in der ersten Januarhälfte noch wünschen kann.


Ich hoffe, dass Sie alle die vergangenen schönen und bisweilen anstrengenden Wochen um Weihnachten und Silvester gut überstanden haben. Ich habe auch dieses beginnende Jahr, traditionell wie eben jedes Jahr, etliche Kilo zu viel unter der Rüstung, so dass nun wieder, ebenfalls traditionell, Abschlacken angesagt ist. Unter Anleitung meines Haushaltsvorstandes, meiner Ehefrau, muss ich nun die nächsten langen Wochen auf vielerlei Spezereien verzichten, was mir komischerweise bisher nicht schwerfällt.

Das kann natürlich daran liegen, dass eine gewisse Übersättigung bei manchen Grundnahrungsmitteln, wie Schokolade, Kartoffelchips und auch gewissen Erfrischungsgetränken wie einschlägigen Hopfensäften, bei mir eingetreten ist. Egal, da muss ich durch, um wieder in meine Frühjahrskollektion zu passen und darüber hinaus dümmliche Kommentare ungezogener Zeitgenossen abzuwehren, die wohl selbst über keinen Spiegel im Hause verfügen. Aber, ich bin wohlbehalten zurück und ganz ehrlich, was sicher manche frohlocken ließ: Ich war schreibfaul, was an verschiedenen Umständen lag!

Sicher werden jetzt viele zu Recht anmerken, dass der Verfasser dieser Zeilen nun zum unausweichlichen Rechtfertigungsgesülze greift, aber man kann es ja mal versuchen. Zum einen waren wir, meine liebe Frau und ich, viel unterwegs und zum anderen erdrückte mich förmlich die Themendichte des vergangenen Vierteljahres.

Im Stakkato prasselten die Ereignisse, regional und überregional, förmlich auf einen ein, so dass man gar nicht wusste auf welche Schlagzeile man nun zuerst reagieren sollte. Fahrradparkhaus am Bahnhof, Fahrradzone rund um die Schützenstraße, Fertigstellung der Fußgängerzone, künftiger Standort des so genannten Kriegerdenkmals, die kommunale Haushaltssituation und natürlich der Standort des Weihnachtsmarktes erfreuten und erregten die Herzen der interessierten Bürgerschaft.

Um nur ein Thema kurz zu streifen, die Schöpfung der Fahrradzone, erinnerte dann schon an manchen Schelmenstreich einschlägiger TV–Satire! Schön wie immer, in dem Zusammenhang die wunderbaren Kommentare in den sogenannten „Sozialen Netzwerken“! Ein kleines Schlaglicht dazu: Mit auswärtigen Freunden befuhr ich, natürlich im PKW, das Quartier Schützenstraße. Im Hinblick auf die penetrante Rotfärbung der Fahrbahnflächen erklärte ich unseren beeindruckten Freunden, dass hier die Entscheidungsträger couragiert, neben der Bevorzugung des Radverkehrs, „Kunst am Bau“ - wohlbemerkt Tiefbau - geschaffen haben und die Stadt dafür erhebliche Fördersummen erhalten habe.

Meine Ausführungen müssen sehr glaubwürdig geklungen haben, staunten die Gäste doch über dieses scheinbar einmalige und zeitlose Kunstprojekt. Zum Abschied schenkte ich jedoch zur großen Enttäuschung unserer kulturaffinen Freunde reinen Wein ein. Plötzlich empfand man die jetzt die üppigen öffentlich-rechtlichen Pinseleien im Gesamtquartier als „etwas sehr aufdringlich“!

Bis zum nächsten Mal, Ihr Thomas Pink!