Scheich aus Qatar kauft Flinten-Schaft in Hötzum


Der Gast vom Persischen Golf vor der Hötzumer Schäfterei.  Von links: Ulrich Reitmann, Scheich Rashid Saleh Hamad Al  Alhba, dessen Begleiter und Trainer sowie Nachbar John Hendry. Foto: privat
Der Gast vom Persischen Golf vor der Hötzumer Schäfterei. Von links: Ulrich Reitmann, Scheich Rashid Saleh Hamad Al Alhba, dessen Begleiter und Trainer sowie Nachbar John Hendry. Foto: privat Foto: privat

Hötzum. Ulrich Reitmann hatte kürzlich besonderen Besuch in seiner Schäfterei. Ein echter Scheich klingelte (mit Begleiter) an seiner Tür. Nachbar John Hendry übersetzte.


Scheich Rashid Saleh Hamed Al Alhba aus Qatar wollte einen Schaft für seine BD-Flinte kaufen. „Bitte gleich machen zum Mitnehmen, Geld spielt keine Rolle.“ In einem Gespräch erfuhr Reitmann, dass der Scheich mit seinem Trainer auf Europatour ist. Er wolle einen neuen Schaft kaufen, der nach seinen Wünschen und Maßen angefertigt ist. In Hamburg habe ihm ein Büchsenmacher empfohlen: „Fahren Sie nach Hötzum bei Wolfenbüttel zum Schäfter Ulrich Reitmann, dessen Schäfte haben schon an Olympiaden teilgenommen. Zwei Flinten mit Schäften von Reitmann haben Weltrekorde geschossen. Reitmann ist bekannt für höchste Qualität.“

Der Hötzumer Schäfter ging an die Arbeit. Ein Rohling, Kaukasischer Nussbaum, gefiel dem Gast. Mittwoch ausgesucht, und Freitag konnte das auf Maß gefertigte Meisterstück auf die Reise zu seinem neuen Besitzer gehen.

Am Randes des Gespräches über den besonderen Besuch äußerte Ulrich Reitmann Zukunftssorgen: „Seit 1987 bin ich selbständig, bin 61 Jahre alt und möchte gerne jemanden im Schäfterhandwerk ausbilden." Das gehe laut IHK nicht, weil das Schäften als eigenes Handwerk nicht anerkannt sei und Reitmann auch keine Meisterprüfung ablegen konnte. "Ich bin Autodidakt und habe mir mein Können selbst angeeignet. Eine Ausnahmegenehmigung zum Ausbilden scheint es nicht zu geben“, so der Hötzumer.


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