Sickter Fischzug: "Wer Karpfen speiset, sich nicht als Narr erweiset."


Foto: Ado



[image=5e1764b8785549ede64ccb60]Traditionell am 6. November ist es wieder soweit: Der Teich wird abgelassen, die Karpfenernte wird eingeholt. Ein herbstlicher Sonntagsspaziergang mit dem Ziel Verkaufsveranstaltung Fischteich in Sickte bietet dem Frühaufsteher (9 Uhr!) munteres Treiben inklusive zünftiger Bewirtung.

Der Karpfen gehört zu den ältesten genutzten Fischarten und wurde schon in Fossilienfunden aus der Tertiärzeit nachgewiesen. Die Römer brachten den Karpfen nach Europa - zumindest weisen Funde aus Epfach am Lech Karpfen für die Römerzeit als Speisefisch aus. Verbreitung fand der Karpfen in Mittel- und Zentraleuropa jedoch erst zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert - als Teichfisch. Mönche waren es oft, die den Grundstein für die Karpfenzucht in Teichen legten. So nutzten die Mönche die vorhandenen Teiche der Klöster als Nahrungsquelle für die lange Fastenzeit, denn Fisch war an christlichen Fastentagen als Speise erlaubt -  und von diesen Tagen gab es bis 150 im Jahr. Nicht Mönche, sondern die Mitglieder der Fischteichinteressentschaft Sickte bewirtschaften den Fischteich in Sickte.

Fisch war  im 15. Jahrhundert - nach dem 30-jährigen Krieg – so begehrt, dass der Preis für Karpfen gar über den für Fleisch stieg. So bezahlte man im Jahre 1657 für ein Pfund Karpfen ganze 6 Kreuzer. Zum Vergleich: Ein Tagelöhner verdiente 12 Kreuzer, dafür bekam er etwa 4 Pfund Fleisch, 150 Eier oder 6 Maß Bier. Auch heute liegt der Karpfenpreis über dem Discounter-Fleischpreis. Wer einen Karpfen erwerben möchte, braucht, dank der Kaufkraft des Euro, nicht zu befürchten, seinen Tageslohn bei uns auf den Tresen legen zu müssen.

Der Verkaufspreis wird bei 55 Cent pro 100 g Karpfen (lebend) liegen. Auch Schleien und Forellen stehen zum Verkauf.


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