Wolfenbüttel. Die Idee, den Wolfenbütteler Stadtmarkt grundlegend neu zu gestalten, besteht schon eine ganze Weile. Bereits 2011 im Regelwerk „Fußgängerzone“ sowie im Bürgerbeteiligungsprozess „Zukunftsprofil Innenstadt“ in den Jahren 2012 bis 2014 gab es hierfür Pläne und Ideen. Nachdem in den vergangenen Jahren die Neugestaltung des Schlossplatzes und der Fußgängerzone Vorrang hatten, soll das Projekt nun endlich angegangen werden.
Der städtische Ausschuss für Bau, Stadtentwicklung und Umwelt beschäftigt sich in der kommenden Woche mit dem Thema. Ausgangslage sei die Erkenntnis, dass der Stadtmarkt gestalterisch und funktional nicht mehr zeitgemäß sei. Mit einer Umgestaltung soll er barrierearm, hitzeresilienter und grüner werden und eine höhere Verweilqualität innerhalb und außerhalb der gastronomischen Angebote erhalten, heißt es in einer Beschlussvorlage. Durch diese soll das weitere Vorgehen durch die Politik abgesegnet werden.
Neue Skizze erstellt
Der Platz soll weiterhin einen Rahmen für die historischen Gebäude bilden, und es sollen schlüssige Übergangsbereiche zu den Bestandsflächen geschaffen werden. Neue Diskussionsgrundlage stellt eine angefertigte Skizze dar, in die die neuesten Erkenntnisse und Bedürfnisse eingeflossen sind. Auf dieser Basis sollen Stellungnahmen, Ideen und Verbesserungsvorschläge eingeholt werden, um dann im Laufe des Jahres einen konkreten Vorschlag zur Umgestaltung des Stadtmarktes in die politische Beratung geben zu können.
Über zehn Jahre nach den letzten Bestrebungen hätten sich die stadtgestalterischen Ziele zur Umgestaltung des Stadtmarktes weiterentwickelt. Der zur Fußgängerzone umgestaltete Platz solle neben seiner barrierearmen Umgestaltung auch gut ausgeleuchtet werden. Zudem seien Grünflächen im Sinne der Klimafolgeanpassung zu integrieren. Die unterschiedlichen Nutzungsbedarfe seien zu berücksichtigen, wobei die zentrale Fläche wegen ihrer identitätsstiftenden Wirkung und Qualität, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen erhalten bleiben soll.
Illegales Einfahren verhindern
Die primären Ziele liegen auf einer barrierearmen Umgestaltung der Randbereiche und der Schaffung eines „Fußgängerzonen-Charakters“. Zur Minimierung der Aufheizung des Platzes durch den Klimawandel sollen zusätzliche Grünflächen und Baumstandorte integriert werden. Zudem soll durch geeignete Maßnahmen das illegale Einfahren in die Fußgängerzone in der Kanzleistraße reduziert werden.
Stimmt der nicht öffentliche Verwaltungsausschuss der Beschlussfassung zu, soll es voraussichtlich im März eine Informationsveranstaltung für interessierte Bürgerinnen und Bürger geben. Im gleichen Zeitraum soll ebenfalls ein Austausch mit den betroffenen Gruppen wie Marktbeschickern, Einzelhändlern, Gastronomen und Anliegern stattfinden.
Online-Beteiligungsverfahren geplant
Auf Grundlage der Ergebnisse der Informationsveranstaltung, des Austauschs mit Gruppen sowie der Stellungnahmen der Fachabteilungen werde ein Fragebogen entwickelt. Dieser soll dazu dienen, im Rahmen eines Online-Beteiligungsverfahrens eine größere Zahl interessierter und betroffener Bürgerinnen und Bürger zu erreichen. Zweck der Online-Beteiligung sei es, die Einschätzungen eines möglichst breiten Kreises der Bevölkerung zu den jeweils erarbeiteten Ideen einzuholen.
Im Anschluss werde aus der Skizze unter Berücksichtigung der Beteiligungsergebnisse ein konkreter Entwurf erstellt werden, der den maßgeblichen Ausschüssen und dem Rat voraussichtlich noch 2026 zur Beschlussfassung vorgelegt wird. Zusammen mit dem Entwurf werde die Verwaltung auch eine Kostenermittlung und einen Vorschlag zur weiteren Umsetzung vorlegen.


