70 Impfdurchbrüche seit April - Verlauf fast immer harmlos

Reiserückkehrer sind treibende Kraft der hohen Inzidenzwerte in Wolfsburg. Oberbürgermeister Klaus Mohrs appelliert, dass sich alle Rückkehrer testen lassen.

von Alexander Dontscheff


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Symbolbild Foto: pixabay

Wolfsburg. Seit einiger Zeit ist die Stadt Wolfsburg in Sachen Inzidenzwert unrühmlicher Spitzenreiter in Niedersachsen. Und auch wenn der Wert am heutigen Mittwoch deutlich gesunken ist, gab es genug Gründe für Oberbürgermeister Klaus Mohrs und den Leiter des Geschäftsbereiches Gesundheit, Dr. Volker Heimeshoff, in einem Pressegespräch über die aktuelle Lage zu berichten. Dabei spielten die Impfdurchbrüche ebenso eine Rolle wie die Reiserückkehrer.


Eine wirklich schlüssige Erklärung, warum Wolfsburg in unserer Region den mit Abstand höchsten Inzidenzwert hat, konnten Klaus Mohrs und Dr. Volker Heimeshoff nicht geben. Lediglich ein paar Erklärungsversuche. So würden in Wolfsburg bei Quarantänemaßnahmen alle Betroffenen auch getestet. Das sei nicht überall so, erklärte der Oberbürgermeister. Zudem seien die Wolfsburger ein "reiselustiges Völkchen". Und gerade die Reiserückkehrer würden einen großen Teil der nachgewiesenen Neuinfektionen ausmachen.

Auch Geimpfte sollen sich testen lassen


Aus diesem Grund richtete Klaus Mohrs einen Appell an alle Reiserückkehrer, sich nach dem Urlaub testen zu lassen. Das gelte nicht nur für die Risikogebiete, wo ein Test ohnehin Pflicht sei, sondern auch für alle anderen Reiseziele. Auch die bereits Geimpften, die nur nach einer Reise in ein Virusvariantengebiet zu einem Test verpflichtet wären, sollten diesen Test machen. Denn eine Impfung schütze zwar vor einem schweren Verlauf, aber nicht hundertprozentig vor einer Infektion. Und gerade Geimpfte, die sich sicher fühlten und möglicherweise trotz Infektion keine Symptome hätten, könnten das Virus verbreiten.

Ein weiteres Thema des heutigen Pressegespräches waren daher die sogenannten Impfdurchbrüche, das heißt Personen, die trotz einer Impfung mit Covid19 infiziert wurden. Seit April habe es nachweislich 70 solcher Fälle in Wolfsburg gegeben, was in etwa 0,1 Prozent der Impfungen bedeute. 40 Prozent dieser Fälle hatten noch keinen vollständigen Impfschutz. Den Schwerpunkt der Betroffenen stellte die Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen dar. Ernsthafte Erkrankungen habe es in diesen Fällen fast gar nicht gegeben. Es habe Einzelfälle gegeben, in denen die Patienten allerdings durch andere Vorerkrankungen betroffen gewesen seien.

Weiteres Ansteigen der Zahlen erwartet


Daher werten Mohrs und Heimeshoff diese Zahlen als klares Argument für eine Impfung. Derzeit seien knapp über 60 Prozent der Wolfsburger vollständig geimpft. Um gut durch die vierte Welle zu kommen, seien weitere Impfungen erforderlich. Derzeit habe man die Nachverfolgung der Infektionsketten gut im Griff. Diese Ketten, wer steckt wen an, seien daher deutlich kürzer als im Frühjahr, so Dr. Heimeshoff. Doch Klaus Mohrs gab auch zu bedenken, dass in den nächsten Wochen noch viele Reiserückkehrer in Wolfsburg erwartet werden. "Es werden Menschen aus dem Urlaub kommen, die mit Corona infiziert sind", so der OB. Daher erwarte man weiter steigende Infektionszahlen. Weiteres Personal zur Bearbeitung könne man kurzfristig zur Verfügung stellen. Ausdrücklich begrüßt wurde durch den Verwaltungschef zudem der Entwurf der neuen Niedersächsischen Corona-Verordnung, nach der der Inzidenzwert nicht mehr allein über einschränkende Maßnahmen bestimme. So bestehe Hoffnung, dass ein weiterer Lockdown verhindert werden könne.

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