Antrag gestellt: Der Kaufhof soll offiziell zum Quartier werden

Eigentümer, Gewerbetreibende und die WMG wollen ihre Kräfte für die Entwicklung bündeln. Das Niedersächsische Quartiersgesetz schafft hier Möglichkeiten.

Teja Schönberger, Ghandi Said Al Hassan, Dennis Weilmann und Josephine Stein (v. li.).
Teja Schönberger, Ghandi Said Al Hassan, Dennis Weilmann und Josephine Stein (v. li.). | Foto: WMG Wolfsburg

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Wolfsburg. Der Verein „Wir für den Kaufhof e.V.“ hat einen Antrag auf Gründung einer Quartiersgemeinschaft nach dem Niedersächsischen Quartiersgesetz bei der Stadt Wolfsburg eingereicht. Am heutigen Freitag übergaben die Vereinsvorsitzenden die Unterlagen im Wolfsburger Rathaus an Oberbürgermeister Dennis Weilmann. Das berichtet die Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH (WMG) in einer Pressemitteilung.



Getragen von Eigentümern und Gewerbetreibenden und begleitet von der WMG sowie der Stadtverwaltung, strebt der Verein im Rahmen einer Finanzierung durch eine Quartiersgemeinschaft die gemeinsame Umsetzung von Maßnahmen für mehr Aufenthaltsqualität, Sicherheit, einen ausgewogenen Nutzungsmix und ein positives Image des Kaufhofs an.

Der Rat entscheidet


Das Niedersächsische Quartiersgesetz ermöglicht es Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Gewerbetreibenden eines festgelegten Gebiets, Maßnahmen über einen definierten Zeitraum gemeinsam zu finanzieren und umzusetzen. International sind Quartiersgemeinschaften unter dem Begriff Business Improvement Districts bekannte Initiativen. Grundlage ist ein abgestimmtes Maßnahmen- und Finanzierungskonzept, das die Stadt Wolfsburg nun prüft und zur Beteiligung öffentlich auslegt. Anschließend wird der Rat der Stadt Wolfsburg voraussichtlich im Frühjahr 2027 über den Beschluss einer Satzung beraten.

Oberbürgermeister Dennis Weilmann betont: „Der Kaufhof ist ein besonderer Ort in unserer Innenstadt, mit dem viele Wolfsburgerinnen und Wolfsburger persönliche Erinnerungen verbinden. Dass die Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Gewerbetreibenden nun gemeinsam den Antrag auf eine Quartiersgemeinschaft stellen, ist ein starkes Signal. Hier übernehmen private Akteurinnen und Akteure Verantwortung für ihr Umfeld und entwickeln den Kaufhof Schritt für Schritt zu einem sicheren und einladenden Ort für alle Generationen.“

Verlässliche Strukturen schaffen


Josephine Stein, Leiterin Handel und Zentren bei der WMG ergänzt: „Starke Zentren entstehen dort, wo Handel, Gastronomie und Eigentümerschaft gemeinsam an einem Konzept arbeiten. Genau das geschieht im Kaufhof, den wir mit unserer Erfahrung aus der Zentrenentwicklung begleiten. Eine Quartiersgemeinschaft schafft dafür verlässliche Strukturen, weil Maßnahmen gemeinsam getragen und finanziert werden. Besonders freut mich, wie viele Akteurinnen und Akteure sich inzwischen einbringen.“

Vereinsvorsitzender und Betreiber des „Alt-Berlin“, Ghandi Said Al Hassan, erklärt: „Wir haben in den letzten Monaten im Kaufhof erlebt, wie viel möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen. Mit der Quartiersgemeinschaft bekommen unsere weiteren Ideen eine feste Grundlage, denn gemeinsame Projekte brauchen auch eine gemeinsam getragene Finanzierung. Mein Dank gilt meinen Vereinskolleginnen und -kollegen sowie der Stadt und der WMG für die Unterstützung von Beginn an. Gemeinsam mit der Stadt werden wir zudem in den nächsten Wochen nochmal auf die weiteren Eigentümer im Kaufhof zugehen.“

Sicherheit weiter verbessern


Inhaltlich knüpft die Quartiersgemeinschaft an die Ziele des Vereins an: ein ansprechender Nutzungs- und Mietermix, Aufwertungs- und Gestaltungsmaßnahmen im privaten wie im öffentlichen Raum sowie imagefördernde Formate, etwa die Wiederbelebung des Kaufhoffestes. Ergänzend zu den laufenden Maßnahmen der Stadt soll gemeinsam mit Verwaltung und Ordnungsbehörden auch die Sicherheit weiter verbessert werden. Gemeinsames Ziel bleibt ein sicherer, ganztägig belebter Ort mit vielfältiger Gastronomie für alle Altersgruppen und ein Bindeglied zwischen Porschestraße und Kleistpark.

Den Impuls für die Initiative gaben Ghandi Said Al Hassan und der Immobilieneigentümer Teja Schönberger. Im März 2026 folgte die Vereinsgründung. Der Verein bleibt offen für neue Mitglieder aus dem Kreis der lokalen Eigentümerinnen und Eigentümer, Gewerbetreibenden, Anwohnerinnen und Anwohner sowie Freundinnen und Freunde des Kaufhofs.