Demokratieförderung: Strategische Neuausrichtung in Wolfsburg

Mit einem neuen Konzept soll die demokratische Alltagskultur in der Stadt gestärkt werden.

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Symbolfoto. | Foto: Pixabay

Wolfsburg. Die Stadt Wolfsburg stellt sich angesichts zunehmender gesellschaftlicher Spannungen und demokratiefeindlicher Tendenzen strategisch neu auf: Mit dem Konzept Demokratie – Erinnern – Resilienz wird erstmals ein integrierter kommunaler Rahmen vorgelegt, der Erinnerungsarbeit, Demokratieförderung, Prävention und Intervention systematisch miteinander verzahnt. Das Konzept wird in der Februarsitzung des Stadtrates beraten, wie die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung berichtet.



Ziel sei es, die demokratische Alltagskultur in Wolfsburg nachhaltig zu stärken. Demokratieförderung soll dabei nicht punktuell bleiben, sondern strukturell wirken – mit klaren Qualitätsstandards, verbindlicher Zusammenarbeit und einer wirkungsorientierten Steuerung. Bestehende Angebote würden gebündelt, weiterentwickelt und auf ihre Wirksamkeit hin ausgerichtet. Gleichzeitig sollen Zielgruppen, die bisher nur schwer erreicht wurden, gezielter angesprochen werden. Eine zentrale Rolle übernehme dabei das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS). Es verbinde historische Verantwortung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen und stärke so die demokratische Selbstvergewisserung der Stadt.

Das ist geplant


In den kommenden Monaten werde die Stadt Wolfsburg die im Konzept entwickelten Qualitätsstandards für Demokratieförderung, Erinnerungs- und Community-Arbeit öffentlich kommunizieren und digital zugänglich machen. Für Fachbereiche, Träger, kulturelle Einrichtungen und Bildungsakteure seien begleitende Workshops geplant, um die Standards gemeinsam zu vertiefen und ihre Umsetzung praxisnah zu unterstützen. Ab 2026 sollen erste Modellprojekte sichtbar machen, wie wirksame Demokratieförderung in Wolfsburg konkret gestaltet werden kann. Das Konzept sei dezernatsübergreifend erarbeitet worden und stärke eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen Prävention, Erinnerungsarbeit, kultureller Bildung, Jugendhilfe und Stadtteilarbeit.

Demokratie beginnt vor Ort


Oberbürgermeister Dennis Weilmann betont: „Demokratie beginnt hier vor Ort – in unseren Kitas, Schulen, Vereinen, Stadtteilen und Nachbarschaften. Mit dem neuen Konzept schaffen wir eine gemeinsame Grundlage für eine Stadtgesellschaft, in der Erinnerung und demokratische Teilhabe gelebt werden – offen, vielfältig und verbindlich.“ Auch Stadträtin Iris Bothe, Dezernentin für Jugend, Bildung, Integration und Soziales, unterstreicht den neuen Ansatz: „Wir setzen auf klare Standards, verbindliche Zusammenarbeit und passgenaue Angebote – damit Demokratiebildung nicht punktuell bleibt, sondern strukturell wirkt und ihre Qualität dauerhaft gesichert ist. Besonders wichtig ist mir, dass wir alle Lebenswelten mitdenken – gerade auch die, die bisher zu wenig erreicht wurden.“

Kulturdezernent und Erster Stadtrat Kai-Uwe Hirschheide ergänzt: „Zur Förderung der Demokratieentwicklung kann auch Kunst und Kultur einen wesentlichen Beitrag leisten. Dabei schaffen kulturelle Angebote Möglichkeiten für Begegnung, Austausch und Partizipation, fördern das Verständnis für Vielfalt und stärken das demokratische Bewusstsein.“

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