Gleichstellungsbeauftragte: "Frauen müssen mehr politische Ämter besetzen"

Auch die Digitalisierung berge Gleichstellungspotential.

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Symbolbild. | Foto: Rudolf Karliczek

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Wolfsburg. Die Bundesregierung hat am Mittwoch eine nationale Gleichstellungsstrategie beschlossen. Die Strategie umfasst insgesamt neun Handlungsfelder, welche die Gleichstellung wesentlich beeinflussen sollen – darunter auch die "Gleichberechtigte Demokratie", die mehr Frauen zu einer politischen Karriere ermutigen soll. Dies berichtet die Stadt Wolfsburg.


Antje Biniek, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wolfsburg, begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung: "Es ist wichtig, dass mehr Frauen in den Parlamenten an politischen Prozessen mitwirken, denn schließlich werden dort Entscheidungen getroffen, die das Zusammenleben der Menschen beeinflussen". Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ist der Anteil von Politikerinnen im Bundestag von 38 auf 31 Prozent gesunken – auf kommunaler Ebene stagniert der Frauenanteil bei 25 Prozent.

Doch auch für die Gleichstellungsarbeit innerhalb der Stadtverwaltung ließen sich neue Möglichkeiten ableiten, erklärt Biniek: "Die Strategie sieht unter anderem die Schaffung einer neuen Arbeitskultur im öffentlichen Dienst vor. Mit modernen Arbeitsformen und -zeiten soll dafür gesorgt werden, dass sich Erwerbs- und Sorgearbeit nicht gegenseitig ausschließen." Die Gleichstellungsbeauftragte hoffe, dass sich dadurch auch eine neue Haltung entwickelt: "Führungskräfte in ihrer Verantwortung, aber auch Väter sollen darin bestärkt werden, geteilte Führung oder die Reduzierung der Arbeitszeit im Rahmen der elterlichen Verantwortung nicht als Karriereknick anzusehen."

Ein weiteres Feld der Bundesstrategie ist die Etablierung gleichstellungspolitischer Standards in der digitalen Lebens- und Arbeitswelt, wo laut BMFSFJ Frauen mit 16,5 Prozent in den IT-Berufen noch immer deutlich unterrepräsentiert sind. "Die Digitalisierung schreitet mit großen Schritten voran und wird unser Leben zukünftig noch stärker beeinflussen. Da gilt es in Wolfsburg, wo sich unter anderem mit dem Thema Smart City beschäftigt wird, die Entwicklungen paritätisch zu betrachten und voranzutreiben, sodass alle am Prozess beteiligt sind und gehört werden." Insgesamt sei Biniek überzeugt davon, dass die Bundesstrategie gute Impulse sowie Handlungsmöglichkeiten liefert und gleichzeitig die Bedeutsamkeit der Gleichstellungsarbeit durch ein nationales Verständnis hervorgehoben wird.