Wolfsburg. Die Stadtverwaltung setze jetzt laut einer Pressemitteilung "den klar geäußerten Wunsch vieler Wolfsburgerinnen und Wolfsburger um – und zieht zugleich Konsequenzen aus den Ergebnissen der Evaluation des Verkehrsversuchs in der Schillerstraße."
Die Konsequenz, die die Stadt nun zieht, lautet: Das Linksabbiegen aus der Schillerstraße in die Goethestraße/Pestalozziallee soll künftig wieder möglich sein. Zudem schlägt die Verwaltung vor, die eingerichteten Haltestellenkaps und weitere temporäre Elemente zurückzubauen. Eine entsprechende Vorlage geht nun in die politische Beratung, die Entscheidung trifft der Rat der Stadt Wolfsburg in seiner Sitzung am 18. März.
Lernendes Projekt
„Wir haben den Verkehrsversuch bewusst als lernendes Projekt angelegt – mit dem klaren Anspruch, Rückmeldungen aus der Bevölkerung ernst zu nehmen und das Ergebnis daran auszurichten, was sich in der Praxis bewährt“, sagt Oberbürgermeister Dennis Weilmann. „Viele Wolfsburgerinnen und Wolfsburger haben sich sehr deutlich geäußert. Diese Stimmen und die Evaluation zeigen: Wir müssen nachsteuern. Unser Ziel bleibt eine praxistaugliche, sichere und zugleich leistungsfähige Verkehrsführung für alle.“
Linksabbiegen wieder möglich – mit zusätzlicher Sicherung für den Radverkehr
Das bislang geltende Linksabbiegeverbot hat auch nach einer einjährigen Eingewöhnungsphase nicht die notwendige Akzeptanz gefunden. Zahlreiche Rückmeldungen aus der Bevölkerung machten deutlich, dass die Regelung im Alltag als nicht praktikabel wahrgenommen wurde. Gleichzeitig zeigte die Evaluation, dass das Verbot dauerhaft missachtet wurde: Die anhaltend hohe Zahl verbotswidriger Abbiegevorgänge beeinträchtigte den Verkehrsablauf und brachte Sicherheitsrisiken mit sich – insbesondere für den Radverkehr.
Künftig wird das Linksabbiegen daher wieder zugelassen – jedoch mit einer angepassten und sicherheitsorientierten Verkehrsführung: Der Radverkehr wird im Kreuzungsbereich gesondert an den abbiegenden und geradeaus fahrenden Autos vorbeigeführt. Zusätzlich wird der Radfahrstreifen im Kreuzungsbereich rot markiert, um Sichtbarkeit und Sicherheit weiter zu erhöhen. Die Ampelschaltung wird entsprechend angepasst.
Außerdem schlägt die Verwaltung vor, die Haltestellenkaps zurückzubauen und die Bushaltestellen wieder als Busbuchten anzuordnen. Auch dieser Vorschlag folgt dem Evaluationsbericht – und greift zugleich zahlreiche kritische Hinweise aus der Bürgerschaft auf. Künftig soll der nachfolgende Kfz-Verkehr während des Fahrgastwechsels an haltenden Bussen vorbeifahren können. Das wird den Verkehrsfluss verbessern und Stausituationen reduzieren.
Für den Rückbau der Haltestellenkaps und temporären Elemente entstehen Kosten von rund 100.000 Euro. Zusätzlich besteht das Risiko, dass anteilig bis zu 12.500 Euro an Fördermitteln zurückgezahlt werden müssen.

