Neues Konzept soll Demokratie im Alltag stärken

Die Stadt Wolfsburg hat nun ein Konzept erstellt, mit dem die demokratische Alltagskultur in Wolfsburg nachhaltig gestärkt werden soll.

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Symbolfoto | Foto: Pixabay

Wolfsburg. Die Stadt Wolfsburg stellt sich angesichts zunehmender gesellschaftlicher Spannungen und demokratiefeindlicher Tendenzen strategisch neu auf: Mit dem Konzept Demokratie – Erinnern – Resilienz wird erstmals ein integrierter kommunaler Rahmen vorgelegt, der Erinnerungsarbeit, Demokratieförderung, Prävention und Intervention systematisch miteinander verzahnt.



In seiner Sitzung am 18. März hat der Rat der Stadt Wolfsburg dem Konzept zugestimmt. Vor der Sitzung hatten dabei alle Ratsmitglieder die Möglichkeit, die Vereinbarung zu unterzeichnen. Damit würden Verwaltung und Rat ein klares Zeichen für Demokratie, Vielfalt und eine resiliente Stadtgesellschaft setzen, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung am heutigen Donnerstag.

Demokratie beginnt vor Ort


„Demokratie beginnt hier vor Ort – in unseren Kitas, Schulen, Vereinen, Stadtteilen und Nachbarschaften. Mit dem neuen Konzept schaffen wir eine gemeinsame Grundlage für eine Stadtgesellschaft, in der Erinnerung und demokratische Teilhabe gelebt werden – offen, vielfältig und verbindlich“, betont Oberbürgermeister Dennis Weilmann.

Ziel ist es, die demokratische Alltagskultur in Wolfsburg nachhaltig zu stärken. Demokratieförderung soll dabei nicht punktuell bleiben, sondern strukturell wirken – mit klaren Qualitätsstandards, verbindlicher Zusammenarbeit und einer wirkungsorientierten Steuerung. Bestehende Angebote werden gebündelt, weiterentwickelt und auf ihre Wirksamkeit hin ausgerichtet. Gleichzeitig sollen Zielgruppen, die bisher nur schwer erreicht wurden, gezielter angesprochen werden.

„Wir setzen auf klare Standards, verbindliche Zusammenarbeit und passgenaue Angebote – damit Demokratiebildung nicht punktuell bleibt, sondern strukturell wirkt und ihre Qualität dauerhaft gesichert ist. Besonders wichtig ist mir, dass wir alle Lebenswelten mitdenken – gerade auch die, die bisher zu wenig erreicht wurden“, unterstreicht Iris Bothe, Dezernentin für Jugend, Bildung, Integration und Soziales.

Zentrale Rolle für das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation


Eine zentrale Rolle übernimmt dabei das Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation (IZS). Es verbindet historische Verantwortung mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen und stärkt so die demokratische Selbstvergewisserung der Stadt.


Kulturdezernent und Erster Stadtrat Kai-Uwe Hirschheide ergänzt: „Zur Förderung der Demokratieentwicklung kann auch Kunst und Kultur einen wesentlichen Beitrag leisten. Dabei schaffen Kulturelle Angebote Möglichkeiten für Begegnung, Austausch und Partizipation, fördern das Verständnis für Vielfalt und stärken das demokratische Bewusstsein.“

Noch in 2026: Erste Modellprojekte sollen sichtbar werden


In den kommenden Monaten wird die Stadt Wolfsburg die im Konzept entwickelten Qualitätsstandards für Demokratieförderung, Erinnerungs- und Community-Arbeit öffentlich kommunizieren und digital zugänglich machen. Für Fachbereiche, Träger, kulturelle Einrichtungen und Bildungsakteur*innen sind begleitende Workshops geplant, um die Standards gemeinsam zu vertiefen und ihre Umsetzung praxisnah zu unterstützen.

Ab 2026 sollen erste Modellprojekte sichtbar machen, wie wirksame Demokratieförderung in Wolfsburg konkret gestaltet werden kann. Das Konzept wurde dezernatsübergreifend erarbeitet und stärkt eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen Prävention, Erinnerungsarbeit, kultureller Bildung, Jugendhilfe und Stadtteilarbeit.

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