Wolfsburg. Die Stadt Wolfsburg hat ein neues Konzept zum Umgang mit Graugänsen im Stadtgebiet erarbeitet und dem Ausschuss für Bürgerdienste und Feuerwehr in seiner letzten Sitzung vorgestellt. Ziel ist es, in einem ersten Schritt die Aufenthalts- und Brutaktivität der Tiere im stark frequentierten Erholungsbereich des Allersees zu reduzieren und damit die Aufenthaltsqualität für Bürger zu verbessern. Das berichtet die Stadt in einer Pressemitteilung.
Im Ausschuss sei das Konzept auf Zustimmung gestoßen. Ebenfalls wurde die enge Abstimmung mit den Naturschutzverbänden und der Jägerschaft hervorgehoben. Die Umsetzung der ersten Maßnahmen beginnt bereits im Frühjahr 2026.
Konflikte zwischen Mensch und Tier
In den vergangenen Jahrzehnten haben die Bestände von Graugänsen in Deutschland und Europa deutlich zugenommen. Auch in Wolfsburg sind die Tiere an Gewässern wie dem Allersee, dem Neuen Teich, dem Schillerteich und dem Detmeroder Teich regelmäßig anzutreffen. Vor allem während der Brut- und Mauserzeiten kommt es dabei zu Konflikten zwischen Menschen und Tieren in stark besuchten Freizeit- und Erholungsbereichen. Besonders am Allersee führen gänsebedingte Verschmutzungen immer wieder zu Beeinträchtigungen für Badegäste und Besucher.
„Der Allersee ist eines der wichtigsten Naherholungsgebiete unserer Stadt. Unser Ziel ist es, zunächst hier und nach erfolgreicher Erprobung auch an weiteren Orten im Stadtgebiet, die Interessen von Natur- und Artenschutz mit der Aufenthaltsqualität für die Menschen in Einklang zu bringen“, erklärt Andreas Bauer, Dezernent für Bürgerdienste, Gesundheit, Finanzen, Brand- und Katastrophenschutz und Sport.
Veränderung des Lebensraums
Das neue Konzept setzt auf ein Bündel verschiedener Maßnahmen. Dazu gehört unter anderem die Veränderung der Lebensraumbedingungen für Graugänse an besonders betroffenen Flächen. Sichtachsen zwischen Wasser und Liegewiesen sollen beispielsweise durch provisorische Sichtschutzmodule reduziert werden, sodass die Flächen für die Tiere weniger attraktiv werden.
Ein weiterer Baustein ist die sogenannte Gelegebehandlung. Dabei werden Eier in einem frühen Brutstadium behandelt, um deren Entwicklung zu stoppen. Diese Maßnahme erfolgt tierschutzkonform und auf Grundlage einer Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde. Ziel ist es, den Bruterfolg standorttreuer Gänsepopulationen zu reduzieren.
Jagd und Fütterungsverbot
Ergänzend setzt die Stadt weiterhin auf jagdliche Maßnahmen in Zusammenarbeit mit der örtlichen Jägerschaft sowie auf eine verstärkte Durchsetzung des Fütterungsverbotes. Begleitend startet die Stadt eine Informationskampagne, um Bürger über den richtigen Umgang mit den Tieren aufzuklären. Gleichzeitig sollen im Stadtgebiet geeignete Ausweichflächen geschaffen werden, auf denen sich die Tiere ungestört aufhalten können.
Die Maßnahmen werden durch ein kontinuierliches Monitoring begleitet. Dabei werden unter anderem Gänsebestände, Brutaktivitäten sowie Auswirkungen auf Reinigungskosten und Beschwerden erfasst. Erste Ergebnisse sollen Ende 2026 ausgewertet werden.
Mit dem Konzept verfolgt die Stadt Wolfsburg mehrere konkrete Ziele bis 2028: So soll unter anderem der Bruterfolg standorttreuer Populationen reduziert und der Reinigungsaufwand durch gänsebedingte Verschmutzungen deutlich gesenkt werden. Das gesamte Konzept ist online auf wolfsburg.de/gaense zu finden.

