Sie sind hier: Region >

Zehn unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ziehen ein



Wolfenbüttel

Zehn unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ziehen ein


 Ziehen an einem Schlüssel: Remenhof-Geschäftsführer Per Møller (links) mit seiner Bereichsleiterin Jennifer Kaufmann und WoBau-Geschäftsführer Markus Hering. Foto: WoBau
Ziehen an einem Schlüssel: Remenhof-Geschäftsführer Per Møller (links) mit seiner Bereichsleiterin Jennifer Kaufmann und WoBau-Geschäftsführer Markus Hering. Foto: WoBau Foto: WoBau

Artikel teilen per:




Eitzum. Schlüsselübergabe an der Hauptstraße 2 in Eitzum: Nach mehrwöchigen Umbauarbeiten hat dort die Remenhof-Stiftung Braunschweig ein Mehrfamilienhaus der Wolfenbütteler Baugesellschaft (WoBau) übernommen. Das geht aus einer Mitteilung der WoBau hervor. "In den nächsten 14 Tagen ziehen hier zehn Jugendliche ein, die von uns betreut werden", kündigte Per Møller an, der Stiftungs-Geschäftsführer. Es handele sich dabei um sogenannte Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF), die bislang in Wolfenbüttel wohnten.

WoBau-Geschäftsführer Markus Hering war der Stolz über die Baumaßnahme anzumerken. "Wir haben das Haus grundsaniert und auf Neubaustandard gehoben", erklärte er. Da es nun nicht mehr Wohnungen, sondern eine komplette Wohneinrichtung beherbergt, waren ganz andere Brandschutz-Auflagen zu erfüllen. "Dies ist jetzt ein Sonderbau, darum mussten wir weitere Notausgänge, funkgesteuerte Brandmelder und vieles mehr einbauen." Insgesamt investierte die WoBau für die Vermietung der knapp 400 Quadratmeter Wohnfläche nach Angaben ihres Geschäftsführers "einen deutlich sechsstelligen Betrag".


"Das Gebäude gefällt mir sehr gut", lobte Møller. "Das hätte man auch anders machen können." Tatsächlich haben sich die WoBau-Planer um den technischen Berater Lothar Richter viel Mühe gegeben, das 60er-Jahre-Haus schmuck herzurichten. "Eine Herausforderung war ja unser Platzbedarf", erklärte Remenhof-Bereichsleiterin Jennifer Kaufmann. "Neben den eigentlichen Zimmern für die Jugendlichen brauchten wir Büros, Räume für das Personal, ein großes Wohnzimmer und eine Gemeinschaftsküche." Außerdem gibt es einen Gebetsraum, denn einige der UMF sind muslimischen Glaubens. Die Stiftung hatte vor vier Wochen alle Eitzumer zu einem Dorfabend eingeladen, um das Projekt an der Hauptstraße zu erläutern. "Ich habe schon einige solcher Termine absolviert, aber hier war ich wirklich überrascht", sagte Møller. Fast 100 Menschen kamen ins Dorfgemeinschaftshaus und befragten Stiftung, Bürgermeister und Vertreter des Kreis-Jugendamts. "Alle waren neugierig, aufgeschlossen und überaus positiv."

Nebeneffekt: Neue Arbeitsplätze



Kleiner Nebeneffekt der Einrichtung: Die Stiftung schafft neue Arbeitsplätze in Eitzum. Neben dem sozialpädagogischen Personal werden drei Helfer als Fahrer und Hausmeister eingestellt. "Auch an diesen Arbeitsplätzen gab es großes Interesse." Nun kann die Arbeit also losgehen. "Wer von den neuen Bewohnern unter 16 Jahren ist, kommt in die Regelschule", verdeutlichte Jennifer Kaufmann. "Die Älteren besuchen die Berufsschule in Wolfenbüttel." Vordringlich sei jedoch, Sprachkurse für die jungen Menschen zu finden. "Die meisten Kurse sind voll, aber es ist unheimlich wichtig, zunächst die Sprachbarrieren zu überwinden." Nach Aussage Møllers hat die Stiftung mehrere Projekte im Landkreis Wolfenbüttel, weitere sollen folgen. "Wir betrachten uns als Partner des Landkreises", sagte Møller. Und er kündigte einen weiteren Schritt an, die UMF möglichst schnell in Eitzum heimisch zu machen: "Noch im August planen wir hier einen Tag der öffenen Tür."


zur Startseite