Zeit der Maikätzchen startet – Tierheime oft überlastet


Mit der Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ macht der Deutsche Tierschutzbund auf die Wichtigkeit der Katzenkastration aufmerksam. Symbolfoto: Nick Wenkel
Mit der Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ macht der Deutsche Tierschutzbund auf die Wichtigkeit der Katzenkastration aufmerksam. Symbolfoto: Nick Wenkel

Region. In den kommenden Wochen ist in Tierheimen wieder mit einer vermehrten Aufnahme von Katzenkindern, den „Maikätzchen“, zu rechnen. Ursache der alljährlichen Katzenschwemme sind unkastrierte Freigängerkatzen aus Privathaushalten und frei lebende Katzen, die sich unkontrolliert fortpflanzen, heißt es in einer Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbunds.


Der Deutsche Tierschutzbund appelliert daher mit seiner Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ an alle Katzenhalter, ihre Tiere kastrieren und zur Identifizierung kennzeichnen und beim Haustierregister FINDEFIX (www.findefix.com) registrieren zu lassen. Gleichzeitig nimmt der Verband aber auch die Politik in die Pflicht.

„Verantwortungsvolle Katzenbesitzer lassen ihre Tiere, egal ob weibliche Katze oder Kater, kastrieren, damit die Population der Straßenkatzen nicht noch weiter ansteigt“, sagt Moira Gerlach, Referentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Damit die Anzahl der Straßenkatzen nachhaltig und tierschutzgerecht verringert werden kann, fordert der Verband auch die Einführung einer flächendeckenden, möglichst bundesweiten Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten. „Viele Städte und Gemeinden gehen mit gutem Beispiel voran und haben schon entsprechende Verordnungen erlassen“, so Gerlach. Die Tierschützer sehen Bund, Land und Kommune zudem in der Pflicht, Tierschutzvereine finanziell bei Kastrationsaktionen zu unterstützen.

Hintergrund


Geschätzte zwei Millionen frei lebende Katzen gibt es bundesweit. Sie stammen ursprünglich von unkastrierten Freigängerkatzen aus Privathaushalten oder ausgesetzten Tieren ab. Als domestizierte Haustiere sind diese Katzen auf menschliche Zuwendung angewiesen. Viele der Straßentiere leiden unter Krankheiten, Parasiten sowie Mangel- oder Unterernährung. Die einzige nachhaltige und tierschutzgerechte Methode, um ihre Zahl in den Griff zu bekommen und das Leid langfristig zu minimieren, ist die Kastration – ein Routineeingriff. Tierschutzvereine fangen die Straßenkatzen dazu ein, lassen sie nach einer Erholungszeit in ihrem Revier wieder frei und betreuen die Populationen weiterhin an Futterstellen. Die Tiere werden zudem gekennzeichnet und registriert.

Alle Informationen zur Kampagne „Die Straße ist grausam. Kastration harmlos.“ sowie Tipps, wie man selbst helfen kann, finden Interessierte unter: www.tierschutzbund.de/katzenschutz.


mehr News aus der Region


Themen zu diesem Artikel


Tiere Katze