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Zettelwirtschaft im Restaurant? Diese Braunschweiger App soll helfen

Wer ins Restaurant geht, der kennt es: Ein Zettel wird an den Tisch gebracht, Name, Adresse und Handynummer müssen hinterlassen werden. Das ist nicht nur unhandlich, viele machen sich auch Sorgen, was mit ihren Daten passiert, wenn sie gehen, der Zettel aber beim Wirt bleibt. Das Braunschweiger Unternehmen KST innovations hat eine App programmiert, die das Problem lösen soll.

von Niklas Eppert


Whatsapp, handy, apps Symbolfoto: Pixabay
Whatsapp, handy, apps Symbolfoto: Pixabay Foto: Pixabay

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07.08.2020

Braunschweig. Vieles ist in Coronazeiten zur Normalität geworden, was vorher undenkbar gewesen wäre. Alltagsmasken und Social Distancing sind nur zwei Beispiele dafür. Besonders in Restaurants sind aber die kleinen Zettelchen bekannt, auf denen die Besucher Namen, Handynummer und Adresse hinterlassen müssen. Das sorgt nicht nur für Zettelwirtschaft, viele sorgen sich auch darum, was mit ihren Daten passiert, wenn sie das Restaurant verlassen. Das Braunschweiger IT-Unternehmen KST innovations hat sich dem Problem angenommen - und jetzt eine App auf dem Markt gebracht. regionalHeute.de hat mit den Entwicklern gesprochen.



"Es lag auch an den Auftragseinbußen", erzählt Timo Heinzelmann, einer der Geschäftsführer von KST innovations, "wir hatten einfach mehr Zeit und haben überlegt, was wir Sinnvolles damit anfangen können." So kamen die Entwickler auf die Idee für SmartVi, eine App, die die Zettelwirtschaft beim Restaurantbesuch beenden soll und gleichzeitig auch die Daten der Nutzer schützen soll. Geld bekommen die Entwickler dafür nicht. Die App sei in reiner Eigeninitiative entstanden, außerdem ist sie kostenlos.

Grundsätzlich hört sich das Konzept stimmig an: Über QR-Codes werden die Daten an das Restaurant verschlüsselt übermittelt und in einer Cloud gespeichert, nach wie vor verschlüsselt. "Nicht mal wir können auf die Daten zugreifen", versichert Heinzelmann. Nur für das Gesundheitsamt würden die Daten im Notfall entschlüsselt werden. Die Daten lägen also nicht mehr als Zettel im Restaurant. Damit entfalle die Gefahr der Zweckentfremdung fast gänzlich. Immerhin könnte niemand die Daten lesen, bis der Notfall eintrete.

In Zukunft für das Gesundheitssystem


Interesse sei zwar da, so Heinzelmann, aktuell sei das System aber nur in zwei Lokalen in Braunschweig im Einsatz, im Soldekk und im Tandure. In Zukunft solle die App aber weiter expandieren, nicht nur in Restaurants und Bars, sondern auch in den Gesundheitsbereich. Er selbst habe, als er seinen Großvater im Heim habe besuchen wollen gesehen, wie wenig digitalisiert die Nachverfolgung sei. "Da liegt eine Liste aus, in die sich die Besucher untereinander eintragen", berichtet der Geschäftsführer der KST innovations GmbH. Daran habe man etwas ändern wollen.

Folgerichtig hätte das Unternehmen Kontakt mit Krankenhäusern und Pflegeheimen aufgenommen, die sich interessiert an der App zeigten. Mit einer Explosion der Nutzung rechnen die Entwickler allerdings erst im Herbst. Aktuell säßen die meisten Kneipenbesucher noch draußen, wo die Ansteckungsgefahr relativ gering sei. Wenn das nicht mehr ginge, dann würden die Leute mehr darauf achten, glauben die Entwickler. Mit der App könnte die Nachverfolgung dann erleichtert werden. Ganz ohne Zettelwirtschaft.


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