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Zu viel Vogelkot am Salzgittersee - Tiere dürfen nicht gefüttert werden



Salzgitter

Zu viel Vogelkot am Salzgittersee - Tiere dürfen nicht gefüttert werden

Die Bejagung der Enten und Gänse mit Adlern schien der Verwaltung wenig erfolgversprechend.

von Julia Fricke


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Pixabay

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Salzgitter. Die Verschmutzung durch Enten- und Gänsekot am Salzgittersee stellt laut einer Umfrage zur Weiterentwicklung des Salzgittersees ein Problem dar. Vor allem der Strandbereich am östlichen und nordöstlichen Bereich des Ufers sei durch den Kot verschmutzt, sodass es nicht möglich sei barfuß durch den Sand zu laufen oder eine Decke unter hygienischen Umständen auszubreiten. Dies stelle einen Anlass für Besucher dar den Badestrand nicht zu nutzen. In einer Anfrage Der Linken bei der gestrigen Ratssitzung wollte die Partei wissen, welche Möglichkeiten bestünden, um die Enten, Gänse und andere Vögel vom Strand an den Badeabschnitten fernzuhalten.



Wie die Verwaltung mitteilt, handele es sich bei Salzgittersee um einen Natursee, der von den Tieren als Lebensraum besiedelt werde. Die Liegewiesen würden sich dabei als Futterfläche anbieten und die milden Winter sowie das Fehlen von Fressfeinden die Situation begünstigen.

Bejagung, Vergrämung und Gelegemanagement


Der Bereich des Salzgittersees ist ein sogenannter "befriedeter Bereich", in dem eine Bejagung der Gänse und Enten durch Jäger nur im Herbst mit einer Ausnahmegenehmigung zulässig sei. Während bei einem Kaninchenbefall die Bejagung mit Frettchen oder Falken erfolgversprechend sein könnte, wäre dies bei Gänsen und Enten nicht der Fall. Auch der Einsatz von Falknern mit Raubvögeln, wie Adlern, würde den Bestand lediglich um einige Exemplare reduzieren. Das Einfangen und Umsiedeln der Tiere sei nicht erlaubt.


Bei einem sogenannten Gelegemanagement würden Eier aus den Nestern genommen werden. Da sich diese jedoch nicht nur am Salzgittersee befinden würden, führe auch diese Maßnahme nicht immer zum Erfolg. Zudem müsste im Vorfeld ein biologisches Gutachten klären, ob und in welchem Ausmaß ein derartiger Eingriff in die lokale Gänsepopulation zulässig sei.

Bei einer Vergrämung würden die Tiere zum Beispiel durch Böllerschüsse aufgescheucht, die Wasserfläche mit Zäunen abgegrenzt oder Drachen mit Seeadler Silouette aufgestellt. Dies sei jedoch mit einem hohen Aufwand verbunden und führe zu keiner dauerhaften Vertreibung der Vögel.

Füttern verboten


Wichtig sei für die Begrenzung der vorhandenen Gänse, dass kein zusätzliches Futterangebot außer dem natürlichen bereitgestellt werde. So dürften keine Fütterungen stattfinden aber auch Essensreste der Seebesucher sollten nicht liegengelassen werden. Eine dauerhafte Beseitigung des Gänse- und Entenkots sei nicht möglich. Durch städtische Mitarbeiter werde in den Sommermonaten an den Stränden regelmäßig eine Sandbearbeitung mit einer Egge durchgeführt, sodass der aufliegende Vogelkot im Untergrund verrotten könne.


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