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Zu wenig Stellplätze für Fahrräder: Parkhäuser sind wohl keine Alternative



Zu wenig Stellplätze für Fahrräder: Parkhäuser sind wohl keine Alternative

Eine entsprechende Anfrage der Fraktion P² beantwortete die Verwaltung negativ. Unter anderem gehe es auch um Sicherheit.

von Alexander Dontscheff


Die Verwaltung sieht in den eigenen Tiefgaragen keine Alternativen für Fahrradabstellplätze. Archivbild
Die Verwaltung sieht in den eigenen Tiefgaragen keine Alternativen für Fahrradabstellplätze. Archivbild Foto: Robert Braumann

Braunschweig. Die Stellplätze für Fahrräder sind vor allem in der Innenstadt begrenzt. Die Fraktion P² im Rat der Stadt schlägt nun vor, ob man nicht Bereiche wenig ausgelasteter Parkhäuser als Abstellanlage nutzen könne. Eine entsprechende Anfrage beantwortete die Verwaltung im Rahmen der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am Mittwoch. Sie sieht hier kaum Möglichkeiten.



"Da es auch Menschen gibt, die für ihre oftmals sehr teuren Fahrräder eine geschützte Unterbringung bevorzugen, stellt sich die Frage, warum es für sie in den vorhandenen Parkhäusern nicht auch überdachte Parkplätze für Fahrräder, Pedelecs, Lastenräder oder Fahrräder mit Anhängern gibt", so der Ansatz von P².

Keine gemeinsame Nutzung von Rampen durch Autos und Radfahrer


Die Verwaltung ist diesbezüglich skeptisch. Die Braunschweiger Parkhäuser und Tiefgaragen seien kaum geeignet, hier Fahrradparkhäuser einzurichten, heißt es in der Antwort. Aufgrund der vorhandenen Zu- und Ausfahrten sowie der vorhandenen Zugänge zum Gebäude sei eine direkte Nutzung ausgeschlossen. Eine gemeinsame Nutzung von Rampen durch Autos und Radfahrer sollte aus Gründen der Verkehrssicherheit ausgeschlossen werden. Gerade die Zu- und Ausfahrten seien aufgrund der in der Regel steilen Rampen nicht geeignet, hier zusätzlich Radfahrer aufzunehmen. Eine verkehrliche Sicherheit sei nur mit aufwändigen baulichen Maßnahmen zu erreichen.



Zudem mache das Erreichen möglicher Abstellflächen über mehrere Etagen ein Fahrradparkhaus unattraktiv und uninteressant, wenn für die Abstellvorgänge zu viel Zeit benötigt werde. Fahrradabstellanlagen müssten leicht zu erreichen sein, damit sie auch angenommen würden, so die Verwaltung.

Nur vier Parkhäuser im Besitz der Stadt



Von den zwölf im Stadtgebiet vorhandenen öffentlichen Parkhäusern und Tiefgaragen befinden sich nur vier auf städtischen Liegenschaften. Dies sind Eiermarkt, Magni, Packhof und Stadthalle. Die Stadt selbst betreibe diese Parkhäuser oder Tiefgaragen nicht. Hier gebe es Verträge mit verschiedenen Betreiberfirmen. Die privaten Parkhäuser Lange Straße Nord, Lange Straße Süd, Ringcenter, Schloss, Schützenstraße, Wilhelmstraße, Steinstraße und Wallstraße würden ebenfalls von verschiedenen Firmen betrieben. In den Parkhäusern Lange Straße Nord und Stadthalle gebe es Fahrradabstellplätze für Kino- beziehungsweise Stadthallenbesucher. Aufgrund der genannten Einschätzung, seien bisher keine Gespräche mit Betreibern von Parkhäusern und Tiefgaragen über integrierte Abstellplätze für Fahrräder geführt worden.

Die Verwaltung sieht zudem auch keine Räumlichkeiten in der Innenstadt, die sich leicht zu Abstellplätzen oder -anlagen umnutzen ließen. Diese müssten im Randbereich der Fußgängerzone liegen, da diese in der Tageskernzeit für den Radfahrverkehr größtenteils gesperrt sei. Eine Fahrradabstellanlage in der direkten Innenstadt hätte nur eine unbefriedigende Erreichbarkeit. In Frage kommende Räumlichkeiten seien im Eigentum der Stadt Braunschweig derzeit nicht vorhanden und es bestehe auch keine Kenntnis über entsprechend geeignete und verfügbare Objekte in nichtstädtischem Eigentum.


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