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Zweite Bildungskonferenz der Bildungsregion Landkreis Peine



Peine

Zweite Bildungskonferenz der Bildungsregion Landkreis Peine


Professor Waldemar Stange (Institut Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Leuphana Universität Lüneburg), Jennifer Wimmer (Leiterin Bildungsbüro), Maria Zerhusen (Leiterin Berufsbildende Schulen Peine) und Landrat Franz Einhaus bei der zweiten Bildungskonferenz der Bildungsregion Landkreis Peine. Foto: Landkreis Peine
Professor Waldemar Stange (Institut Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Leuphana Universität Lüneburg), Jennifer Wimmer (Leiterin Bildungsbüro), Maria Zerhusen (Leiterin Berufsbildende Schulen Peine) und Landrat Franz Einhaus bei der zweiten Bildungskonferenz der Bildungsregion Landkreis Peine. Foto: Landkreis Peine

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Peine. Über 100 Teilnehmende aus Politik, Verwaltung, Schule, Kitas, Jugendpflege und weiteren Bildungsbereichen folgten der Einladung von Landrat Franz Einhaus und nahmen kürzlich an der zweiten Bildungskonferenz der Bildungsregion zum Schwerpunkt Partizipation in den Berufsbildenden Schulen Peine teil. Dies teilt der Landkreis mit.



In seinem Grußwort betonte Einhaus die Bedeutung von Bildung und Partizipation: „Der Landkreis will über seine Funktion als Schulträger hinaus Flagge für den Bildungsbereich zeigen und aktiv mitgestalten. Partizipation ist hierbei ein wichtiger Aspekt, der in allen Bereichen gelingen sollte.“ Maria Zerhusen begrüßte im Anschluss als Leiterin der gastgebenden Berufsbildenden Schulen die Teilnehmenden der Konferenz.

Im nachfolgenden Impulsreferat ‚Zwischen Symbolpolitik und Ernstfall: Mitreden – Mitplanen – Mitmachen: Partizipation von Kindern und Jugendlichen‘ verdeutlichte Professor Waldemar Stange von der Leuphana-Universität Lüneburg die Notwendigkeit und die Verpflichtung zur Partizipation. Als Bildungswissenschaftler mit jahrzehntelanger Praxiserfahrung in diesem Bereich präsentierte er eine Fülle verschiedenster Fakten und praktischer Beispiele zum Thema. So zeigten aktuelle Studien, dass die Gruppe der 8 bis 12-Jährigen für sich im familiären Bereich eine deutliche Beteiligung sehe (60 Prozent), während dies für den schulischen Bereich (15 Prozent) und die kommunale Mitbestimmung (elf Prozent) kaum noch gelte. Im Hinblick auf den demografischen Wandel sollten Kinder und Jugendliche, also die Erwachsenen von morgen, stärker in die Regelung gemeinsamer Angelegenheiten eingebunden werden.


Wenn Partizipation wirklich gewollt ist, wird sie auch gelingen


„Voraussetzung, damit dies gelingt, ist die Bereitschaft, Macht zu teilen, Transparenz zu schaffen und die Partizipation mit Ernsthaftigkeit zu betreiben“, so Professor Stange. Dazu gehöre auch die Bereitstellung finanzieller Mittel und ein Gesamtkonzept als Basis. An die Entscheider appellierte er, dass die Partizipation Jugendlicher rechtlich verankert sei, in der Umsetzung jedoch zumeist unberücksichtigt bliebe. Als Beispiele, wie Beteiligung erfolgen könne, nannte Professor Stange unter anderem Kinderräte, Jugendparlamente und Zukunftswerkstätten, in denen über konkrete Projektansätze, wie Gestaltung eines Jugendzentrums oder eines öffentlichen Platzes mitbestimmt werde. Je nach Projekt gelte es, den jeweils richtigen Partizipationsmix zu finden.
„Entscheidend ist, bei den Kindern und Jugendlichen die erforderliche Selbstwirksamkeit zu erzeugen. Wenn Partizipation wirklich gewollt ist, wird sie auch gelingen“, betonte Professor Stange zum Schluss seines Vortrags.

In den anschließenden Workshops diskutierten die Teilnehmenden konkrete Umsetzungsmöglichkeiten der Beteiligung im frühkindlichen, schulischen und alltäglichen Bereich, wobei auch die Partizipation fremdsprachiger Familien berücksichtigt wurde. Als Handlungsfelder wurden unter anderem die Schaffung einer angemessenen Haltung bei den Erwachsenen, beispielsweise durch Team-Fortbildungen, eine fachliche Unterstützung bei der Elternarbeit und die Initiierung geeigneter Beteiligungsprojekte genannt. Der partizipative Dialog könne durch professionelle Unterstützung und den Ausbau geeigneter Begegnungsstätten, wie Familienzentren, gefördert werden. Gerade in den Kitas und Schulen werde ein großer Handlungsspielraum für die gezielte und flächendeckende Partizipation der Kinder und Jugendlichen gesehen. Die Vertreterinnen des Kreisschülerrates möchten ihrerseits den Dialog von Jugendlichen mit Politik und Verwaltung zur Partizipation befördern.

Wie dies im Einzelnen gelingen kann, wird in nachfolgenden Treffen, in der Verzahnung mit bereits existierenden Netzwerken, erarbeitet. „Die Nachhaltigkeit dieser Bildungskonferenz ist uns ein großes Anliegen, damit die hier erarbeiteten Ergebnisse in konkrete Maßnahmen zur Förderung der Partizipation im Landkreis Peine einmünden“, betonte Jennifer Wimmer, die Leiterin des Bildungsbüros des Landkreises Peine, bevor sie allen Teilnehmenden und Mitgestaltern der Veranstaltung zum Abschluss herzlich dankte.


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