Hornburg: Ein neuer Kindergarten für 465.700 Euro

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Am 15. Februar 2011 schlugen 20 Meter hohe Flammen aus dem Hornburger Kindergarten. Ein technischer Defekt hatte damals den verheerenden Brand ausgelöst.

[image=5e176502785549ede64cda5a]Samtgemeindebürgermeister Andreas Memmert erinnert sich noch sehr genau an jene Nacht im Winter. "Von meinem Schlafzimmerfenster aus konnte ich den hellen Schein der Flammen sehen und bin sofort los gelaufen. Was ich dann sah, zerriss mir fast das Herz. Unser Kindergarten stand lichterloh in Flammen und das Feuer drohte auf die Nachbargebäude überzugreifen", erzählt er.
Heute, 18 Monate später, blicken Andreas Memmert und die stellvertretende Kindergartenleiterin Christine Meyer auf einen nagelneuen Kindergarten. Modern, farbenfroh und mit allen denkbar möglichen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet.
"Eine solche Katastrophe soll uns nie wieder passieren", erklärt Memmert. "Deshalb wurde der Kindergarten mit einer modernen Brandschutzanlage ausgestattet."

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Große Fenster sorgen für viel Licht im Bewegungsraum Foto:



Auch ein Blitzschutz und eine Einbruchmeldeanlage wurden installiert. Ansonsten habe man beim Bau sehr auf die Verwendung von umweltschonenden Materialien geachtet. Eine 14 Zentimeter dicke Dämmung soll für optimales Klima im Kindergarten sorgen. Tondachziegeln sollen für ein stimmiges Gesamtbild sorgen und viele bodentiefe Fenster für helle Räume. Ab dem Herbst wird der Kindergarten dann mit Biohackschnitzel (Pellets) beheizt. Auch innen wurden umweltschonende Materialien verwendet. Die hellen Farbtöne wurden mit einer Biofarbe auf die Wände gebracht. "Das ist vor allem bei Kindern mit Allergien und Asthma sehr vorteilhaft", erklärt Architekt Armin Meyer-Herbig.

[image=5e176502785549ede64cda5d]Wenn es die Kassen hergeben, soll das Flachdach noch begrünt werden. "Das wäre wirklich toll, dann müssten die Kinder der Krippe nicht auf ein ödes Dach schauen, sondern auf eine schöne grüne Fläche", schwärmt Memmert.

Die Außenfassade ist in fröhlichen Farben gestaltet. Akzente in orange, rot und grün lassen schon von Außen vermuten, dass hier Kinder beherbergt werden. "Der Clou sind die Sitzfensterbänke. Dort können sich die Kinder reinsetzen und ausruhen und kuscheln", strahlt Andreas Memmert. Die Idee zu den Fensterbänken kam von Armin Meyer-Herbig vom Architekturbüro Hamborg aus Braunschweig.
Ihm und seinem unermüdlichen Einsatz ist es auch zu verdanken, dass der Kindergarten binnen weniger Monate gebaut wurde. Erst im Mai dieses Jahres wurden die ersten Baumaßnahmen getroffen und das Fundament gegossen. "Die Arbeit war nicht immer leicht und eine neue Herausforderung für uns. Aber man wächst an seinen Aufgaben", schmunzelt er und blickt zu Andreas Memmert. Memmert hatte die Bauleitung selber übernommen und war täglich auf der Baustelle. "Geht nicht, gibt es bei mir nicht. Und so bin ich auch so manches mal mit Herrn Meyer-Herbig an einander geraten. Aber wir haben gerne und gut zusammen gearbeitet", erzählt Memmert. "Ich wollte es immer schneller, billiger und besser. Und das haben wir auch geschafft."

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Eine Tür verbindet den Neubau mit dem "alten" Kindergarten und der Krippe Foto:



Der gesamte Bau hat 465.700 Euro verschlungen. Das erfreuliche daran, es mussten keine Gelder aus den Haushaltskassen verwendet werden. Die Versicherungssumme und viele Spenden decken die Baukosten ab.
Insgesamt 17 Firmen waren an dem Bau beteiligt und haben in 18 Wochen das Unmögliche möglich gemacht. Ab dem 10. September können 45 Kinder in die neuen Räume einziehen und sich auf 217 Quadratmeter austoben.
Andreas Memmert verspricht eine große "Helferparty" im September. Alle Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK und Polizei sowie Eltern, Firmen und Spender sollen den Neubau des Kindergartens feiern. "Dann lassen wir es richtig krachen. Denn ohne diese Helfer, wäre nichts möglich gewesen. Uns hat eine Welle der Hilfsbereitschaft erreicht, die war unfassbar." erzählt Andreas Memmert rückblickend.


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