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10 Monate USA: Winnie Ansah geht mit PPP-Stipendium nach Kentucky

von Christina Balder



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11.08.2014


Braunschweig. Am Donnerstag geht der Flug, aber ganz verstanden hat Winnie Ansah noch nicht, was das bedeutet. Die 16-Jährige fliegt für zehn Monate in die USA - finanziell unterstützt vom PPP, den Parlamentarischen Patenschafts-Programm, das jährlich 360 Stipendien im Bundesgebiet für USA-Aufenthalte vergibt. Ansah hat das Stipendium ergattert, das der Deutsche Bundestag vergibt und für das der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller Pate steht.

Die politische Komponente dieses Programms ist für Ansah zweitrangig. Die Schülerin hatte einfach nach einem Weg gesucht, ein Auslandsjahr in ihre Schulzeit einzubauen. "Erst wollte ich in die Türkei", erzählt sie. Dafür habe sie auch einen Platz bekommen, aber als sie dann auch noch für ein Stipendium des PPP ausgewählt wurde, entschied sie sich um. Denn auch die USA schienen ihr spannend, "meine Mutter hat immer davon erzählt, wie sie mit 18 auch dort war" - und obendrein bekommt sie so die Reisekosten bezahlt.

"Viele kennen das Programm gar nicht", erzählt Ansah, dabei sei ein Auslandsjahr so teuer. Die Förderung von 9000 Euro ist mit etwas Aufwand verbunden: Ein Motivationsschreiben muss her, dann wird in einem zweistufigen Verfahren ausgewählt, wer schließlich reisen darf. "Wir wählen den Kandidaten aus, dem wir das zutrauen", sagt CDU-Ratsherr Frank Täubert. Bei Winnie sei dieser Eindruck entstanden. Sie hatte offenbar genau das richtige Maß an Selbstbewusstsein und Zielen. "Manche sind total übermotiviert - was die alles verändern wollen und tun wollen für unser Land!", sagt Täubert. Es gehört zwar zu den Zielen des Programms, dass die Austauschschüler auch Deutschland repräsentieren und die Werte ihres Landes vermitteln. Aber Winnie Ansah will lieber lernen als lehren.

Die Touristenhochburgen interessieren Winnie Ansah kaum


"Ich glaube, um die USA zu verstehen, muss man da gelebt haben", sagt sie. Das kann sie nun: in einer Gastfamilie in Louisville, Kentucky. Die großen Städte wie New York, Los Angeles und San Francisco sind gar nicht ihr Ziel. "Ich will die Leute und die Kultur kennenlernen", sagt sie. "Wenn überall nur Touristen sind, ist das ja alles gar nicht mehr echt."

Allein reisen darf sie ohnehin nicht, aber wenn sie es sich aussuchen könnte, würde sie gerne einmal nach Wisconsin fahren. Sowohl ihre Mutter und ihre Patentante waren bereits dort, erzählt sie. Abgesehen davon will sie vor allem das amerikanische Schulsystem auskosten. "Da gibt es nachmittags so tolle Angebote, die es hier nicht gibt - da muss ich mal gucken, was ich mache. Ein Fotografiekurs wäre zum Beispiel interessant."

Dass sie für das Auslandsjahr die elfte Klasse wird wiederholen müssen, stört sie nicht. "Klar wäre es geschickter gewesen, in der zehnten Klasse schon wegzugehen", gibt sie zu. "Aber die Idee, ins Ausland zu gehen, kam mir erst Anfang der Zehnten." Dank G8 habe sie ja ohnehin ein Jahr Zeit.

Mit Familie und Freunden will Winnie per Skype und Telefon Kontakt halten, auch die eine oder andere Mail an Carsten Müller will sie schicken. Schließlich ist der ihr Pate für die nächsten Monate. Erst einmal muss sie aber ankommen - und vorher noch viel packen. Stressig ist es, sagt sie, "und klar bin ich aufgeregt. Aber so richtig verstehe ich das wahrscheinlich alles erst am Donnerstag am Flughafen."

Aktuell läuft die Bewerbungsfrist für die nächsten Stipendien. Informationen zum Parlamentarischen Patenschafts-Programm gibt es hier.


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