70 Prozent: Omikron hat sich in Niedersachsen durchgesetzt

Muss jetzt auch das Corona-Warnstufensystem überarbeitet werden?

von Alexander Dontscheff


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Symbolbild Foto: pixabay

Niedersachsen. Die Omikron-Variante ist jetzt auch in Niedersachsen die dominierende Form des Coronavirus. Das teilte Heiger Scholz, Leiter des Corona-Krisenstabes der Landesregierung, am heutigen Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz mit. Da die neue Variante als hoch ansteckend gilt, es auf der anderen Seite aber Anzeichen dafür gibt, dass Erkrankte einen weniger schweren Verlauf haben, müsse man eventuell auch das Corona-Warnstufensystem in Niedersachsen überarbeiten, stellte Anke Pörksen, Sprecherin der Staatskanzlei, in der selben Pressekonferenz in Aussicht.


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Waren in der ersten Dezemberwoche noch 2,2 Prozent der sequenzierten positiven Corona-Tests auf Omikron zurückzuführen, hatte sich der Wert in der vergangenen Woche bereits auf 27,9 Prozent erhöht. Nun habe es laut Heiger Scholz noch einmal einen explosionsartigen Schub gegeben. Der Anteil liege nun bei 70 Prozent. Das wirke sich auch auf die Anzahl der Neuinfektionen aus. Im Schnitt stehe Niedersachsen mit einer Inzidenz von 183,0 noch vergleichsweise gut da. Doch gebe es bereits zwei Landkreise mit einer Inzidenz von über 400 (Verden und Osterholz). Man müsse davon ausgehen, dass dies auf Omikron zurückzuführen sei und dass sich diese Entwicklung auf ganz Niedersachsen ausbreiten werde.

Änderung des Stufensystems denkbar


Doch welche Auswirkungen hat dies auf die Corona-Regeln? Denn wie Heiger Scholz noch einmal betonte, ist nach dem Bundesinfektionsschutzgesetz die Hospitalisierungsinzidenz der entscheidende Faktor. Diese liegt in Niedersachsen schon seit geraumer Zeit unter dem Wert von 6, der Warnstufe 2 auslösen würde (heute 4,8). Und auch die Intensivbettenbelegung mit Corona-Patienten liegt mit 8,1 Prozent unter dem 10-Prozent-Wert für Stufe 2. Noch bis zum 15. Januar gilt in Niedersachsen sowieso die verlängerte Weihnachtsruhe mit ihren restriktiven Beschränkungen. Zudem gibt es in der Niedersächsischen Corona-Verordnung die Hotspotregelung, die vorsieht, dass Städte und Landkreise mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 350 automatisch in Warnstufe 3 wechseln. Doch wie Anke Pörksen betonte, ist eine Änderung des Stufensystems denkbar.

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Es könne sein, dass sich die Problematik durch Omikron verschiebe. Dies würde bedeuten, dass man andere Parameter beschließen müsse, so die Staatssekretärin. Derzeit könne man aber noch nichts Konkretes über die Auswirkungen von Omikron sagen. Es könne sein, dass sich trotz des (angenommenen) weniger schweren Verlaufs durch die deutliche höhere Anzahl an Fällen die Situation in den Krankenhäusern dennoch verschärfe. Ein anderes Szenario sei aber, dass sich sehr viele Menschen infizierten, die zwar nicht ins Krankenhaus müssten, aber trotzdem krankgeschrieben seien. Hier müsse man erst einmal verlässliche Daten abwarten.

Quarantäne auf dem Prüfstand


In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage der Quarantänevorschriften. Hier wollen Bund und Länder am Freitag auf einen Nenner kommen, um gemeinsame Richtlinien zu erarbeiten, wie im Ernstfall die kritische Infrastruktur aufrecht erhalten werden kann. Dem wollten Scholz und Pörksen heute noch nicht vorgreifen.

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Ein Fall der neuen, in Frankreich aufgetretenen Corona-Variante wurde in Niedersachsen bislang nicht nachgewiesen.


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