"Der Februar wird hart!" - Starke Omikron-Welle erwartet

Wie sich die neue Corona-Variante auf die Krankenhäuser auswirken werde, ist noch unklar. Es werden aber so hohe Ansteckungszahlen befürchtet, dass es zu großen Herausforderungen kommt.

von Alexander Dontscheff


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: pixabay

Niedersachsen. Zwar nicht so stark wie in anderen Bundesländern, aber auch in Niedersachsen breitet sich die Omikron-Variante des Coronavirus rasant aus. Dabei sage die reine Anzahl der 600 bislang in Niedersachsen bestätigten Fälle noch nicht viel aus, erklärte Dr. Fabian Feil, Leiter des Landesgesundheitsamts am heutigen Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz der Landesregierung. Der Anteil der Omikron-Fälle an der Anzahl der Neuinfektionen sei sprunghaft angestiegen. Eine Entwicklung die sich fortsetzen werde.



Aktuell werde die Omikron-Variante in 27,9 Prozent der Proben mittels Sequenzierung nachgewiesen. In der vorherigen Woche lag der Anteil bei 8,2 Prozent. Laut Feil würden 10 Prozent der positiven Tests stichprobenartig sequenziert. Dies dauere drei bis fünf Tage. Angesichts dieses Aufwandes sei es nach Ansicht des Leiters des Landesgesundheitsamts gerechtfertigt, die Anzahl der Sequenzierungen so zu belassen. Dies sei für ein aussagekräftiges Bild ausreichend.

Nächste Woche wieder belastbare Zahlen


Dies könne man derzeit von der 7-Tage-Inzidenz nicht behaupten. Über die Feiertage gingen die Menschen in der Regel seltener zum Arzt, so dass auch weniger Infektionen gemeldet würden. Belastbare Zahlen werde es laut Heiger Scholz, Leiter des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, voraussichtlich wieder in der nächsten Woche geben. Dagegen seien die Hospitalisierungsinzidenz und die Intensivbettenbelegung mit Corona-Patienten valide Faktoren, die von den Feiertagen relativ unabhängig seien. Beide Indikatoren seien in den vergangenen 14 Tagen deutlich gesunken.


Wie sich die Omikron-Variante auf diese Indikatoren auswirken werde, könne man noch nicht sagen. Es gebe zwar Anlass zur Hoffnung, dass Omikron mildere Verläufe auslöse, doch sei es dafür deutlich ansteckender, betont Fabian Feil. Die absolute Zahl könne so groß sein, dass es das Gesundheitssystem erneut vor große Herausforderungen stelle. Wann hier der Höhepunkt der Welle erreicht sein werde, wollte der Mediziner nicht prognostizieren. Doch über eines war er sich sicher: "Der Februar wird hart!"

Über 40 Prozent geboostert


Umso wichtiger sei es, dass man in Sachen impfen nicht lasse. Hier sei man in Niedersachsen gut dabei. Mit insgesamt 14.772.843 durchgeführten Impfungen und einer Erstimpfquote von 75,8 Prozent, einer Zweitimpfquote von 72,2 Prozent und 41,4 Prozent geboosterten Menschen gehöre man im bundesweiten Vergleich zu den Spitzenreitern. Auch in der vergangenen Weihnachtswoche seien 110.000 Impfungen durch die mobilen Impfteams und weitere 115.000 durch Ärzte durchgeführt worden.


„Neben dem hohen Engagement der impfenden Akteurinnen und Akteure setzt die Landesregierung auf die seit August laufende Impfwerbe- und Informationskampagne "Geimpft sind wir stärker! Darum Impfen. Schützen. Testen.'," so Krisenstabsleiter Heiger Scholz. „Wir wollen mit einem Mix an digitalen und klassischen Medien alle impfberechtigten Menschen ansprechen, besonders diejenigen, die sich eher nicht über klassische Medien wie Zeitung, Funk und Fernsehen auf dem Laufenden halten. Wir informieren über unsere Internetseite impfen-schuetzen-testen.de über die wichtigsten Fakten in neun Sprachen. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal unter den Bundesländern. Dass wir damit erfolgreich sind, zeigen die Zahlen unserer Kampagne."

Kampagne bis zum Frühjahr verlängert


Bis Ende November hat jeder Erwachsene im Durchschnitt 25 bis 29 Mal die Kampagne gesehen. Bei den Jugendlichen waren es sogar 32 bis 37 Kampagnenkontakte. Insgesamt konnten 192 Millionen Kampagnenkontakte verzeichnet werden. Angesichts der aktuellen Entwicklungen wird die Kampagne zum Frühjahr 2022 verlängert. Ursprünglich war die Kampagne bis Ende 2021 aufgelegt.


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