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Achtklässler mit Coronavirus infiziert - Neun Schüler und drei Lehrer unter Quarantäne

Die betroffenen Eltern zeigen sich genervt über den langen Atem der Behörden.

von Marvin König


(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: Marvin König

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03.07.2020

Meinersen. An der Hauptschule in Meinersen hat sich ein Schüler der achten Klasse mit dem Coronavirus infiziert. Alle neun Mitschüler und drei Lehrkräfte wurden unter Quarantäne gestellt. Dies erfuhr regionalHeute.de von der Familie eines davon betroffenen Mitschülers. Bereits am gestrigen Donnerstag sei in einer Rundmail von einem "Verdachtsfall" die Rede gewesen. Eine öffentliche Information des Landkreises Gifhorn zur Situation steht zurzeit noch aus.



Am gestrigen Freitagabend gegen 22 Uhr habe die Schule das positive Testergebnis eines Mitschülers bestätigt und mitgeteilt, dass sich das Gesundheitsamt für einen Termin melde. Das geschah am heutigen Freitagmorgen. Für Unmut bei den Eltern sorgt jetzt vor allem, dass die Abstriche für die unter häusliche Quarantäne gestellten Kinder erst am Montag erfolgen sollen. Man verstehe nicht, weshalb so lange gewartet werde, da es sich ja nur um neun Kinder und drei Lehrer handele. "Man hätte damit einiges aus der Welt räumen können", so die Mutter. Die Situation sorge bei der Familie nicht für Angst. Hauptsächlich sei man eher genervt, seiner Arbeit nicht nachgehen zu können und nun einen "persönlichen Lockdown" durchleben zu müssen.

Tatsächlich ist es den Eltern freigestellt, zur Arbeit zu gehen, sofern der Arbeitgeber dies duldet. Der Betrieb der betroffenen Mutter spielt nicht mit - Sie soll stattdessen Überstunden abbauen. Krankmelden würde ebenfalls nicht gehen, da keine Krankheit vorliegt. Bis das Testergebnis feststeht, sind die Eltern also auf sich gestellt - und getestet werden ohnehin nur die betroffenen Kinder und Lehrer.

Warum das zuständige Gesundheitsamt sich im Falle der Familien der von der Quarantäneanordnung betroffenen Kinder so restriktiv zeigt, ist unklar. Noch am gestrigen Donnerstag warb die Stadt Gifhorn damit, dass man über die geltenden Richtlinien hinaus testen würde. So sei beispielsweise 350 Besucherinnen und Besuchern einer Gifhorner Gastwirtschaft nach einem Infektionsfall in der Belegschaft des Lokals ein Abstrich angeboten worden. 112 Abstriche habe das Gesundheitsamt dann durchgeführt. Die jetzige Praxis im Falle der Schulklasse mit deutlich weniger zu testenden Personen scheint widersprüchlich.

Wie eine Sprecherin des Landkreises Gifhorn am heutigen Samstag bestätigte, seien im Zusammenhang mit dem Ausbruch acht Personen in insgesamt drei Haushalten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Alle Haushalte seien miteinander befreundet und teils verwandt. Demnach habe man Kontaktpersonen ermittelt und informiert. Sie stünden nun unter Quarantäne. Auch die Arbeitgeber seien informiert worden.

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Der restliche Schulbetrieb werde unter den bekannten Schutzvorkehrungen weiterlaufen. Die unter Quarantäne gestellten Kinder werden für die Dauer der Anordnung im Homeschooling unterrichtet.


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