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Aktion der Islamischen Gemeinschaft Braunschweig: Fragen, um zu wissen

von Sina Rühland


Foto: Sina Rühland

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06.02.2015


Braunschweig. Die Islamische Gemeinschaft Braunschweig stand am Freitagnachmittag unter dem Motto "Wir sind Muslime – was wollen Sie wissen?" in der Innenstadt und informierte über Islam und Muslime. 

"Wenn die Menschen den Weg zu uns nicht finden, dann machen wir uns auf den Weg zu ihnen", so der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Braunschweig, Dr. Sadiqu Al-Mousslie. Die Aktion war der Auftakt zu einer Aufklärungs-Reihe der Gemeinschaft. "Wir möchten hier möglichst viele Leute erreichen und mit muslimischen und nicht-muslimischen Menschen sprechen. Wir möchten uns vor allem auch mit Islamgläubigen über ihre eigene Religion unterhalten. Wie verhalten ich mich, wenn jemand meinen Propheten verunglimpft? Wie sollte man reagieren?". Es gebe mehrere Möglichkeiten, um mit abwertenden Äußerungen zu dem Propheten Mohammed umzugehen, so Al-Mousslie. "Man kann daraufhin den Dialog suchen, diskutieren, debattieren, boykottieren oder die Mittel eines Rechtsstaates nutzen. Wir dürfen jedoch nicht töten."

Kein "ihr", kein "wir"


Ein dreizehnjähriger Jugendlicher, der bei der Aktion mithalf, erzählte aus seinem Schulalltag: "Eigentlich ist meine Religion gar kein Thema in der Schule. Wenn meine Mitschüler mich etwas fragen, dann sind es Fragen zum Fasten, also zum Ramadan. 'Wie hältst du das so lange ohne Essen aus?', 'Darfst du dann bis Mitternacht wach bleiben?', und so weiter. Es gibt verschiedene Arten des Verstehens – und ich erkläre ihnen dann, dass mich das Fasten stärkt und ich danach Lebensmittel eher zu schätzen weiß." Der Gymnasiast erzählte, dass er bei einer Demonstration gegen die Bragida-Kundgebung kurz dabei gewesen wäre. "Ich war erstaunt, dass so viele Menschen dagegen demonstriert haben – das ich hätte ich nicht gedacht. Es war ein schönes Gefühl. Man ist nicht alleine. Ich bin mir auch nicht sicher, ob alle bei Pegida wissen, wohinter sie stehen."

Der 20-jährige Younes stellte sich die Frage, wie es sein könne, dass man 50 Jahre nach dem Beginn der Einwanderungen noch immer in "wir" und "ihr" einteile. "Das kann eigentlich nicht sein und ich denke, das wird sich auch irgendwann ändern. Allerdings sollten auch die Moscheen ihren Teil dazu beitragen und ihre Türen für die Menschen weiter öffnen."

Die Aktion der Islamischen Gemeinschaft besteht aus mehren Aktionen. Dr. Sabine Schiffer wird am 25. Februar um 19 Uhr einen Vortrag über "Pegida – Gründe, Syptome und Lösungen" im Haus der Kulturen halten.


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