Aktivisten blockieren Lieferung ins VW-Werk

Damit soll die Produktion unterbrochen werden. Ein Plakat weist darauf hin, worum es geht: "Wer künftig Straßenbahnen baut, keine Arbeitsplätze klaut, tut etwas was allen nützt, die Umwelt und das Klima schützt."

Symbolfoto.
Symbolfoto. | Foto: Pixabay

Isenbüttel/Wolfsburg. Aktuell blockiert eine kleine Gruppe Aktivisten die Tore eines VW Logistikzentrums in Isenbüttel. Damit sollen die "Just-in-time" und "Just-in-sequence-Produktion" von Achsen in das VW-Stammwerk in Wolfsburg unterbrochen werden. So teilt die Gruppe in einer Pressemitteilung mit.



Zwei Personen haben sich dafür vor der LKW-Ausfahrt festgeklebt, zwischen ihnen ein Banner mit der Aufschrift "Verkehrswende statt Antriebswende", weitere Personen halten ein großes Banner und hängen es am Zaun auf mit einem Reim: "Wer künftig Straßenbahnen baut, keine Arbeitsplätze klaut, tut etwas was allen nützt, die Umwelt und das Klima schützt."

Das wird gefordert


Die Forderung nach Straßenbahnen sei in Wolfsburg nicht mehr neu. "Junge und alte Verkehrswende-Aktive aus Wolfsburg und anderen Orten, setzen sich zusammen mit Volkswagen-Arbeiter*innen und fortschrittlich denkenden Gewerkschafter*innen schon seit längerem für einen großen Umbau von Unten der weltgrößten Autofabrik und des Volkswagen-Konzerns ein", erklären die Aktivisten.

Auf sehr unterschiedliche Weise hätten sie diese Forderungen an den VW-Konzern und alle dort einflussreichen Kreise gerichtet, ohne tatsächliche Reaktionen feststellen zu können. "Mit unseren Aktionen heute und in den letzten Tagen wollen wir deutlich machen, dass angesichts von Klimawandel, Unfalltoten und Flächenverbrauch durch den motorisierten Individualverkehr ein längeres Labern, Hinhalten und Weiter-so nicht mehr akzeptabel ist. Wer nicht handeln will, muss angesichts der verheerenden Folgen des Autoverkehrs von denen, die jetzt und in der Zukunft darunter leiden, dazu gezwungen werden." Wo Profitinteressen die Zukunft von Mensch und Umwelt gefährden, müssten sich die Menschen wehren, heißt es von den Aktivisten.

Mitentscheiden


"Arbeiter*innen und die betroffenen Menschen in der Region müssen mitentscheiden können, was, wie und wo produziert wird. Wir sind der Überzeugung, die Konzernstrategie, die auf E‑Autos und autonomes Fahren setzt, ist eine Sackgasse. Die Produktion muss vielfältiger aufgestellt werden, sonst ist in wenigen Jahren Schluss. E‑Autos und Autonomes Fahren verschlingen übermäßig viele Ressourcen. Wir brauchen ein nachhaltiges Konzept und wir brauchen die Produktionskapazitäten von VW für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Der geplante Stellenabbau ist nicht hinnehmbar, wenn wir wollen, dass die Mobilität für alle geschaffen wird", so Theo Lämmer aus der Aktionsgruppe.

Eine Beteiligte an der Aktionsgruppe fügt hinzu: "Ich wünsche mir eine Zukunft, die friedlich ist und in der ich mich fröhlich durch jeden Ort bewegen kann in dem guten Wissen, dass es der Erde gut geht und nicht vernichtet wird. Ich bekomme unglaublich viel Energie, Erholung Wohlbefinden und natürlich Basics wie Essen und Trinken von der Erde. Daher lebe ich erd-bewusst und will solche Verkehrsmittel nutzen, die die Erde schonen: Straßenbahnen, Fahrräder, zu Fuß. Die sind für alle erreichbar. Autos haben in meiner Welt nur eine ganz kleine Rolle, Verbrenner gar keine. Das Klima und die Gesundheit aller Menschen geht so offensichtlich uns alle an, dass ich mich eher wundere, dass sich nicht mehr Menschen ankleben, um den Wahnsinn der Umweltzerstörung zu stoppen."

"Wir rufen alle, die mehr vom Leben wollen, als Geld verdienen und sich von Erfolgsdruck auf dem Markt trieben lassen, auf, sich an Aktionen, auch an disruptiven Aktionen zu beteiligen. Ob du bei VW am Band arbeitest, im Management oder arbeitslos bist, welchen Background du auch immer mitbringst. Lass uns gemeinsam für eine solidarische Welt sozial und ökologisch kämpfen", heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Forderungen klingen bekannt


"mitentscheiden können, was, wie und wo produziert wird" - diese Worte klingen vertraut. Erst vor kurzem hatte es eine Fake-Kampagne gegeben, die ähnliche Äußerungen beinhaltete. Im Rahmen der Aktion wurden die Seite der IG Metall Wolfsburg kopiert und falsche Pressemitteilungen verschickt. Auch darin war von einer Vergesellschaftung VWs zu lesen und von der Forderung nach mehr Mitbestimmung. (mehr dazu)


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