Sie sind hier: Region >

„Algorithmisches Denken“ lernen - Projekt "Octopus"



Peine

„Algorithmisches Denken“ lernen - Projekt "Octopus"


Ronny Bläß (Gymnasium am Silberkamp), Jakob Nolte (Gymnasium am Silberkamp), Michael Kessler (Rotary Club Peine), Ulrike Bock (Gymnasium am Silberkamp), Dr. Gabriela Fellmann (Ratsgymnasium), Dr. Thorsten Becker (Rotary Club Peine), Lasse Ristig (Ratsgymnasium), Daniel Laube (Ratsgymnasium) Foto: Rotary Club Peine
Ronny Bläß (Gymnasium am Silberkamp), Jakob Nolte (Gymnasium am Silberkamp), Michael Kessler (Rotary Club Peine), Ulrike Bock (Gymnasium am Silberkamp), Dr. Gabriela Fellmann (Ratsgymnasium), Dr. Thorsten Becker (Rotary Club Peine), Lasse Ristig (Ratsgymnasium), Daniel Laube (Ratsgymnasium) Foto: Rotary Club Peine Foto: Rotary Club Peine

Artikel teilen per:

Peine. "Algorithmisches Denken“ lernen durch das Digitalisierungsprojekt "Octopus". Das Projekt startet am Ratsgymnasium und am Gymnasium am Silberkamp für Schüler. Es geht um das Internet der Dinge. Also ein Prozess im Rahmen der Digitalisierung, bei dem sich physische und virtuelle Gegenstände vernetzen. Darüber berichtet der Rotary Club Peine.



Kooperation zwischen den beiden Peiner Gymnasien sowie dem Rotary Club Peine


Von Seiten der Politik gibt es seit Jahren die Forderung, dass die Digitalisierung in Deutschland vorangetrieben werden müsse. Aber meistens passiert nach solchen Aufrufen nicht viel. Im Rahmen des Digital-Gipfels 2016 (seit 2017: IT-Gipfel) der Bundesregierung wurde von der Hochschule Trier das Digital-Kit „Octopus“ für Schulen und Hochschulen entwickelt, mit dem Schüler bereits in der Schulzeit das „Algorithmische Denken“ erlernen können, um für die Digitalisierung gewappnet zu sein. Warum ist das „Algorithmische Denken“ für die Umsetzung von Digitalisierung so wichtig? Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) ermöglicht es, dass sich physische und virtuelle Gegenstände miteinander vernetzen und sie durch Informations- und Kommunikationstechniken zusammenarbeiten. „Hier ist insbesondere bei den Schulen anzusetzen.“ sagt Michael Kessler, Präsident des Rotary-Club Peine.


60 Digital-Kits vom Rotary-Club finanziert


Da das Land Niedersachsen den Schulen für die Umsetzung solcher innovativen Projekte bei weitem nicht genügend finanzielle Mittel bereitstellt, lag es für den Rotary-Club Peine nahe, hier zu unterstützen.
Aufgrund seiner Expertenfunktion im IT-Gipfel der Bundesregierung hatte Dr. Becker die Idee, die Peiner Gymnasien Ratsgymnasium und Gymnasium am Silberkamp mit insgesamt 60 Digital-Kits „Octopus“ zu versorgen.

Spielerische Umsetzung für die Schüler - Es ist wie puzzeln



Dr. Becker vom Rotary Club erklärt, wie die spielerische Umsetzung funktioniert, eigene Algorithmen zu programmieren: Eine einfache Möglichkeit ist der Einsatz des Digital-Kits Octopus, denn die Schüler müssen hier nicht mit Satzzeichen programmieren, sondern können sich grafischer Elemente bedienen. „Man programmiert so, wie man zu Hause puzzelt. Es gibt grafische Blöcke, und die steckt man nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip in sein Programm. So puzzelt man sich seinen Algorithmus zusammen.“ Für die Schüler sei es wichtig, dem Rechner Befehle geben zu können, sagt Dr. Becker. „Da sind die Details der Programmiersprache erst einmal nebensächlich. Wir möchten das algorithmische Denken der Schüler entwickeln. Das ist so einfach, dass das jeder kann.“

Mehr Unterstützung von der Politik gefordert


Die Schulleiterinnen Dr. Gabriela Fellmann und Ulrike Bock sind begeistert von den Geräten und betonen, wie wichtig es sei, dass Schüler Verständnis für die Zusammenhänge einer digital vernetzten Welt gewinnen. Die Schule müsse die Schüler in einem sehr umfassenden Sinne auf die Zukunft vorbereiten. Der praktische Umgang mit den Techniken, aber auch Chancen, Gefahren und Grenzen aufzuzeigen, stelle die Schule vor große Herausforderungen. Bock und Fellmann fordern hier viel mehr Unterstützung durch die Politik. Die Verankerung digitaler Kompetenzen in den schulischen Lehrplänen, zeitliche und finanzielle Ressourcen sowie Lehrer mit fundierter IT-Ausbildung seien Voraussetzungen, um die Schüler zukunftsorientiert zu unterrichten.

Der Rotary Club Peine setze der niedersächsischen Schulpolitik durch seine Spende ein Beispiel. Mit den Octopus-Geräten würden sich den Gymnasien neue Möglichkeiten eröffnen, Schüler an das Programmieren von Software heranzuführen. Von besonderer Bedeutung sei dabei der praktische Ansatz, der Ergebnisse unmittelbar erfahrbar mache und das Internet der Dinge aus dem Reich der Abstraktion hole.

Geräte werden in Arbeitsgemeinschaften getestet


„So konnten wir das Digital-Kit „Octopus“ mit interessierten Schülerinnen und Schülern in einer Schnupper-AG für das Schulfach Informatik bereits so vorbereiten, dass wir es ab dem Sommerschuljahr einsetzen werden,“ sagt Leiterin Dr. Gabriela Fellmann vom Ratsgymnasium Peine. Im Gymnasium am Silberkamp wird der Einsatz der Geräte schon im nächsten Halbjahr im Rahmen einer AG erprobt. Zwei ehemalige Silberkämp-Schüler, die die Homepage der Schule und die schuleigene Kommunikationsplattform programmiert haben, erarbeiten zurzeit ein Konzept“, so die Leiterin des Gymnasiums am Silberkamp Ulrike Bock.


zur Startseite