Amokalarm an Schulen: Wie die Polizei im Ernstfall reagiert

Am Donnerstag kam es an einer Schule in Salzgitter zu einem Amok-Alarm. In solch einem Fall setzt sich ein umfangreicher Polizeiablauf in Gang.

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Symbolfoto | Foto: Rudolf Karliczek

Region. Immer wieder kommt es vor, dass an Schulen in der Region ein Amokalarm ausgelöst wird. Erst am vergangenen Donnerstag wurde an einer Schule in Salzgitter Amaok-Alarm ausgelöst. In allen Fällen bestand glücklicherweise keine konkrete Gefahr. Die Polizisten, die zu solchen Einsätzen gerufen werden, müssen jedoch zunächst von einer akuten Gefahr ausgehen. Wie die Beamten in solch einer Situation vorgehen und wie sie vorbereitet werden, beschreibt die Amok-Präventionsbeauftragte der Braunschweiger Polizei, Claudia Czerwinski.



Polizeibeamte werden für Situationen wie diese trainiert und ausgebildet. Schon auf der Polizeiakademie lernen die Polizeianwärter, wie in solchem Extremfall zu reagieren ist. "Jeder Bachelor wird an der Polizeiakademie, bevor er überhaupt in das Praxismodul wechselt, mit einem Amoklage-Training beschult. So ist auf jeden Fall gegeben, dass, wenn eine Funkstreifenbesatzung zu einem solchen Ort fährt und ein Bachelor dabei ist, entsprechend gehandelt werden kann", so Czerwinski. Jeder Polizist werde dann fortlaufend jedes Jahr mit einem Amoklage-Training beschult. Bei den Trainings folge man einem bestimmten Konzept, das auch immer wieder an neue Entwicklungen angepasst wird. Unter anderem wird hier das richtige Vorgehen und Verhalten in Gebäuden in einem Amokfall vermittelt. Zudem verfügt die Polizei für solche Fälle über bestimmte Ausrüstungen.

Gespräche nicht mehr möglich


Bei einem Amok-Alarm kommen Spezialkräfte zum Einsatz.
Bei einem Amok-Alarm kommen Spezialkräfte zum Einsatz. Foto: Rudolf Karliczek


Spezielle Einheiten, die beispielsweise zwischen Amoktäter und Polizei vermitteln, gibt es in dieser Form nicht. Das habe einen ganz einfachen Grund, so Czerwinski: "Wenn wir mit einem Täter in ein Gespräch kommen, dann haben wir keinen Amoktäter, sondern einen Geiselnehmer". Ein Amokläufer hingegen, der seine Tat ausgeübt hat – und das ist in den meisten Fällen so, wenn, die Polizei hier einschreitet - lasse sich durch Gespräche von seinem Vorhaben nicht mehr abbringen.


Denn das Ziel eines Amoktäters sei ein ganz anderes. Er möchte bekannt werden und das mit einer entsprechenden Opferzahl. Sie sind darauf aus, durch Mehrfachtötung hohe Aufmerksamkeit zu erzielen. "Man wird also mit einem Amokläufer, der angefangen hat, seine Tat auszuüben, nicht mehr ins Gespräch kommen können", sagt die Expertin. Aufgabe der Polizei sei es dann, so schnell wie möglich ein Gebäude zu sichern, zu räumen und zu verhindern, dass es möglicherweise weitere Opfer gibt.

Prävention in den Schulen


Doch nicht nur Polizisten werden auf eine solche Ausnahmesituation vorbereitet. Auch an den Schulen werde intensive Präventionsarbeit geleistet. "Wir hier in Braunschweig arbeiten in Bezug auf Amok-Prävention seit Jahren eng mit den Schulen zusammen", erklärt Claudia Czerwinski.

Regelmäßig biete man im Rahmen von Konferenzen Schulungen und Gespräche an, in denen zum einen vermittelt wird, wie in einem Amokfall zu reagieren ist. "Wir gehen aber auch auf die Beweggründe eines Amoktäters ein. Denn so ein Amoklauf passiert nicht von jetzt auf gleich, sondern ein Täter setzt vorher Signale ab. Diese Zeichen zu erkennen, ist Teil der Präventionsarbeit", so Czerwinski abschließend.