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Apotheken-Räuber droht Sicherheitsverwahrung

von Anke Donner


Dem Mann, der in Braunschweig Apotheken und Tankstellen überfallen haben soll, droht bei einer Verurteilung die Sicherheitsverwahrung. Foto: Anke Donner
Dem Mann, der in Braunschweig Apotheken und Tankstellen überfallen haben soll, droht bei einer Verurteilung die Sicherheitsverwahrung. Foto: Anke Donner Foto: Anke Donner

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15.06.2017

Braunschweig. Vor dem Braunschweiger Landgericht hat nun der Prozess gegen einen 49-Jährigen begonnen, der in Verdacht steht, Ende letzten Jahres drei Apotheken und zwei Tankstellen überfallen zu haben. Der Mann räumte vor Gericht die Taten ein. Die Überfälle habe er verübt, um damit seine Kokain-Abhängigkeit zu finanzieren.


Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann, der sich derzeit in Untersuchungshaft befindet, vor, im Dezember 2016 drei verschiedene Apotheken und zwei Tankstellen in Braunschweig überfallen zu haben (regionalHeute.de berichtete). Dabei setzte der Angeklagte ein Messer, sowie ein Spielzeuggewehr ein, um die Herausgabe des Geldes zu erzwingen.

Am ersten Prozesstag machte der Angeklagte Angaben zu den Überfällen und räumte die Taten ein. Wie eine Sprecherin des Landgerichts auf Nachfrage von regionalHeute.de bestätigte, ist der Mann bereits polizeilich bekannt und saß wegen ähnlicher Vergehen bereits mehrere Jahre in Haft. Aufgrund dieser Tatsache werde nun von der Staatsanwaltschaft die Sicherheitsverwahrung gefordert. Das Gericht muss nun am zweiten Verhandlungstag am 23. Juni prüfen, ob die Voraussetzungen für die Sicherheitsverwahrung gegeben sind. Dazu soll ein Sachverständiger angehört werden.

Fünf Überfälle in einer Woche


Am 19. Dezember habe er gegen 12 Uhr mit gezücktem Messer eine Apotheke betreten und eineMitarbeiterin an ihrem Handgelenk ergriffen und sie aufgefordert, ihm Geld zu geben. Die Mitarbeiterin habe sich aus dem Griff befreien können und um Hilfe gerufen. Anschließend habe der Angeklagte die Inhaberin der Apotheke aufgefordert, die Kasse zu öffnen. Der Angeklagte soll dabei etwa 868 Euro erbeutet haben.

Tags darauf habe er um 14:30 Uhr in einer weiteren Apotheke eineMitarbeiterin aufgefordert, ihm das Geld aus der Kasse zu geben. Dabei soll er ein Messer in der Hand gehalten und gesagt haben, dass er andernfalls ein „Blutbad“ anrichten werde. Er habe der Mitarbeiterin einen Arm um den Hals gelegt und sie mit der Messerspitze am Bauch berührt. Die Frauhabe die zwei Kassenschubladen herausgezogen. Der Angeklagte soll hier insgesamt etwa 930 Euro erbeutet haben. Anschließend habe er aus einer Schublade Diazepam-Tabletten zum Eigenkonsum entwendet.

Am 23. Dezember 2016 soll er gegen 17 Uhr eine weitere Apotheke überfallen haben. Der Angeklagte soll auch hier ein Messer hervorgezogen und eineMitarbeiterin aufgefordert haben, alles Geld herzugeben. Diese habe dann die Kasse geöffnet und dem Mann etwa 300 Euro, sowie nach weiterer Aufforderung auch Münzgeld auf den Tresen gelegt. Auf weiteres Drängen sei ihm noch ein Betrag von etwa 100 Euro aus der Trinkgeldkasse überlassen worden.

Einen Tag später, am 24. Dezember, soll derAngeklagte um 15:30 Uhr eine Tankstelle betreten haben und dort mit einem Messer bewaffnet die Herausgabe vonBargeld gefordert haben. Dabei soll er das Messer auf einenMitarbeiter gerichtet und ihm dieses gegen die Rippe gedrückt haben. Als der Mitarbeiter nicht auf seine Aufforderung reagierte, soll der Tatverdächtige versucht haben, die Kasse selbst zu öffnen. Anschließend habe er den Druck des Messers erhöht, woraufhin der Mitarbeiter die Kasse geöffnet habe. Insgesamt habe er 350 Euro erbeutet.

Am 26. Dezember soll der Angeklagte dann mit einem Spielzeuggewehr eine Tankstelle überfallen haben. Er sei auf die drei Mitarbeiter zugegangen und habe das Spielzeuggewehr abwechselnd auf sie gerichtet. Er habe die Herausgabe des Geldes verlangt mit der Drohung, andernfalls auf sie zu schießen. Die Mitarbeiter hätten daraufhin die Kassen geöffnet. Insgesamt habe er zwischen 1.800 und 2.000 erbeutet.

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