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Asse-2-Begleitprozess vor Ort: Ängste, Misstrauen und Atommüll


Die Vahlberger ASSE Aktivisten gestalteten den Zugang zum Beeke Hus mit eindeutigen Botschaften, Foto: Jan Borner
Die Vahlberger ASSE Aktivisten gestalteten den Zugang zum Beeke Hus mit eindeutigen Botschaften, Foto: Jan Borner Foto: Jan Borner

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15.12.2015




Wolfenbüttel. Am Montagabend fand im Beeke Hus in Dettum eine Informationsveranstaltung rund um die Situation zum Atommüll in der Asse statt. Unter dem Namen "Asse-2-Begleitprozess vor Ort" schloss der Abend an die im Juni gestartete Veranstaltungsreihe „a2b vor Ort“ an, nur dass aufgrund der momentanen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Asse-2-Begleitgruppe dieses Mal nicht die Begleitgruppe den Info-Abend veranstaltete, sondern der Landkreis Wolfenbüttel. Auf der Veranstaltung zeigten sich mitunter deutlich die unterschiedlichen Meinungen der verschiedenen Akteure im Begleitprozess.

Die Veranstaltung hatte zum Ziel, auch diejenigen zu informieren, die sich mit dem Thema rund um die Asse bislang noch nicht so intensiv beschäftigt haben. Statt eines Vortragsabends sollte die Veranstaltung deshalb lediglich die aktuellen Basisinformationen liefern, um im Anschluss weitere Fragen diskutieren zu können. Ähnlich wie schon bei der ersten Veranstaltung dieser Art in Groß Vahlberg zeigte sich auch in Dettum wieder ein tief sitzendes Misstrauen zwischen Bürgern und Entscheidungsträgern. Während der rund zwei-stündigen Informationsveranstaltung wurde zunächst ein Überblick über die aktuelle Situation bezüglich des Atommülls in der Schachtanlage ASSE II gegeben. Die Arbeit und Zusammensetzung der Asse-2-Begleitgruppe wurde erläutert und die Diskussionen um die Drainage, die Rückholung und die Zwischenlagerung des Atommülls wurde nicht nur wiedergegeben, sondern in groben Zügen auch vor Ort geführt.


Knapp 40 Gäste kamen zur Info-Veranstaltung in Dettum. Foto:


Forderung nach schneller Zwischenlager-Suche


Es zeigte sich schnell, dass anwesende Vertreter von Bügerinitiativen wie der Wolfenbütteler-Atom-Ausstiegs-Gruppe (WAAG) und der Vahlberger ASSE Aktivisten nicht mit den Meinungen der Landrätin Christiana Steinbrügge oder der Asse-2-Begleitgruppe übereinstimmten. Besonders deutlich wurde das bei der Forderung der Landrätin nach einer möglichst schnellen Suche und Vorbereitung eines Zwischenlagers für den Atommüll. Grund für diese Forderung sei, so Christiana Steinbrügge, dass ohne ein fertiggestelltes Zwischenlager auch der Atommüll nicht aus der Asse geholt werden könne.

Gefahr durch vorzeitige Errichtung eines Zwischenlagers?


Manfred Kramer von den Vahlberger ASSE Aktivisten sieht im Zusammenhang mit der möglichst schnellen Errichtung eines Atommüll-Zwischenlagers allerdings eine Gefahr. Sollte dieses Zwischenlager nämlich Asse-nah errichtet werden und sich dann zeigen, dass der in der Schachtanlage ASSE II gelagerte Müll doch nicht rückgeholt werden kann, dann läge nahe, so Manfred Kramer, dass das leerstehende Zwischenlager trotzdem als ein solches genutzt werde und noch mehr Atommüll in die Asse komme.

Schacht 5


Wie auf der Info-Veranstaltung erklärt wurde, stehe bislang tatsächlich noch nicht fest, ob und wie genau eine Rückholung des Atommülls aus der Schachtanlage gelingen kann. Ein wichtiges Element der Rückholung sei allerdings die Abteufung eines weiteren Schachts (Schacht 5). Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) führe deshalb zurzeit Probebohrungen durch, um die Realisierbarkeit eines neuen Schachtes zur Rückholung des Atommülls zu prüfen. Die bisherigen Erkundungsbohrungen sollen zwar an vielen Stellen den bisherigen Vermutungen über die geologischen Verhältnisse in der Asse widersprochen haben, aber nach jetzigem Stand gebe es keine Befunde, die den Bau des neuen Schachtes verhindern würde. Die Erkundungsbohrungen sollen voraussichtlich im kommenden Jahr abgeschlossen werden.


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