Auch in unserer Region beheimatet – Wird er Vogel des Jahres 2027?

Er macht inzwischen wieder regelmäßig hier Station – war aber einst der seltenste Vogel Deutschlands.

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251019 Kraniche Zugvögel Kranich Vogelgrippe Vogelzug Vogel Vögel Boltenhagen | Foto: Matthias Kettling

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Region. Wer wird "Vogel des Jahres" 2027? Bis zum 15. Oktober können Menschen in ganz Deutschland über ihren Favoriten abstimmen. Einer der fünf Kandidaten ist der Kranich – ein beeindruckender Zugvogel, der auch in der hiesigen Region zu Hause ist. Für ihn, wie auch für die anderen vier Arten, geht es bei der Wahl um mehr als nur einen Titel: Sein Slogan „Allzeit nasse Füße!“ steht für den Erhalt, den Schutz und die Renaturierung von Feuchtgebieten, Mooren und Auenlandschaften. Das erklärt die NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen mit Sitz in Salzgitter jetzt in einer Pressemitteilung.



Kranich, Kolkrabe, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Wasseramsel stehen zur Wahl um den Titel. Wer seine Stimme abgibt, entscheidet nicht nur über den nächsten Jahresvogel, sondern setzt auch ein Zeichen für eines der fünf Naturschutzthemen, für die die Kandidaten stellvertretend stehen.

Trompetend und beeindruckend: Der Kranich in unserer Region


„Der herbstliche Zug der trompetenden Kraniche und der Tanz dieser beeindruckenden Vögel im Frühjahr sind jedes Jahr aufs Neue spektakuläre Naturereignisse“, sagt Josefine Stangenberg von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Südost-Niedersachsen. „Dass wir den Kranich heute wieder regelmäßig bei uns beobachten können, ist ein Erfolg jahrzehntelanger Schutzbemühungen, unter anderem durch die bekannte NABU-„KORKampagne“, innerhalb derer seit über 30 Jahren Korken für den Schutz der Kraniche gesammelt und recycelt werden. Damit diese Entwicklung anhält, müssen Feuchtgebiete, Moore und Auenlandschaften weiterhin renaturiert und langfristig geschützt werden.“


Vom seltenen Brutvogel zum erfolgreichen Rückkehrer


Seit 1978 habe sich laut NABU-Pressemitteilung die Kranichpopulation in Deutschland deutlich erholt. Damals gab es knapp 800 Brutpaare, womit der Kranich zu den seltensten Vögeln Deutschlands gehörte. Heute sind es etwa 11.000 Brutpaare, rund 1.500 davon brüten in Niedersachsen. Zu dieser erfreulichen Entwicklung haben nicht zuletzt jahrzehntelange Schutzbemühungen beigetragen. Dazu gehört die Renaturierung von Flussauen und Mooren sowie die Erhaltung offener Lebensräume als Rastplätze. Während der Brutzeit ab Mitte März nutzen die Vögel bevorzugt den dichten Bewuchs von Mooren, Sümpfen und Flussauen. Dort bauen sie ihre Nester am Boden an verborgenen Stellen, häufig auf kleinen geschützten Inseln.


Doch trotz der wachsenden Population hängt das aktuell anhaltende Glück des Kranichs davon ab, wie gut die hiesigen Feucht-, Sumpf- und Moorgebiete sowie Auenlandschaften weiterhin geschützt, renaturiert und langfristig gesichert werden. Auch der Klimawandel könnte sich negativ auf diese Art auswirken. Vor allem langanhaltende Trockenphasen könnten problematisch werden und gerade während der Brutzeit erhebliche Folgen haben. Zudem können die Klimaveränderungen das ausbalancierte Zugverhalten der Kraniche durcheinanderbringen.

Auf festen Routen zwischen Europa und Afrika


Der Kranich ist ein Zugvogel. Im Spätherbst machen sich die Tiere in Gruppen von 100 bis 1.000 Tieren auf den Weg in Richtung Südeuropa und Nordafrika. Sie nutzen feste Zugrouten, die sie jedes Jahr aufs Neue zurücklegen. Um Energie zu sparen, fliegen sie dabei in der bekannten V-Formation. Dabei sind sie an ihrem charakteristischen Ruf, der dem Klang einer Trompete ähnelt, zu erkennen. Ihre langen Beine ragen im Flug über die Schwanzfedern hinaus, sodass sie sich auch optisch von anderen Zugvögeln, wie Gänsen, unterscheiden.
Besonders gut lassen sich Kraniche während des Herbstzuges beobachten, wenn sie abends an ihren Schlafplätzen einkehren.

Jetzt mitwählen!


Bis zum 15. Oktober 2026 um 11 Uhr kann für den "Vogel des Jahres" 2027 abgestimmt werden. Dann steht fest, welcher der fünf Kandidaten Deutschland im kommenden Jahr als Jahresvogel begleiten wird. Weitere Informationen zu den fünf Kandidaten und zur Wahl des „Vogels des Jahres“ 2027 gibt es unter www.vogeldesjahres.de.