Wolfsburg. Das Wolfsburger Ehepaar Almut und Christoph Stein befinden sich auf einer fünfwöchigen Reise in Ostafrika, um schulische und private Entwicklungsprojekte aus dem Raum Braunschweig-Wolfsburg zu dokumentieren.
Dabei besuchten die Beiden Kenia. Abseits der Touristenwege entdeckten sie auch Zeugnisse von Hilfsprojekten aus unserer Region. Auf einem Wassertank neben einer Grundschule in Kenia liest man zum Beispiel die folgende Beschriftung:
This watertank was constructed by the parents of Kasooni Primary School and funded by Brotinsel-Vollkornbäckerei; organic bakery in Brunswick/Germany (Dieser Wassertank wurde gebaut von den Eltern der Kasooni Grundschule und gespendet von Brotinsel-Biobäckerei in der Stadt Braunschweig/Deutschland).
Wie kommt die Braunschweiger Brotinsel nach Afrika?
Doch es gebe eine Lösung für dieses Problem. Wenn es gelingen könnte, während der kurzen aber manchmal heftigen Regenzeit, Regenwasser aufzufangen und für die Trockenzeit zu speichern, dann könnten die Mädchen zur Schule gehen, anstatt Wasser holen zu müssen. Der günstigste Ort, Regen aufzufangen, seiendie großen Dächer der Schulen. Wenn man also alle Schuldächer mit besonders großen Dachrinnen versehenund direkt neben der Schule einen großen Wassertank bauen würde, könne man dort das Regenwasser für die Trockenzeit speichern. So eine Vorrichtung nennt man einen „Dachregenfang“.
Hilfe zur Selbsthilfe
Der Verein „Wasser für Kenia e.V.“ zum Beispiel führt solche „Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projekte“ in Kenia durch. Dabei zahlt der Verein aus deutschen Spenden nur das Baumaterial und die Anleitung durch ausgebildete Handwerker und einen Wasserbauingenieur. Gebaut wird unter Anleitung von einheimischen Handwerkern durch die Eltern der Schulkinder.
Almut und Christoph Stein haben selbst einenReisebericht eingeschickt:
"Heute, Mittwoch den 9.August 2018, ist ein ganz besonderer Tag. Wir fahren zur Kasooni Primary School, um den Wassertank, gespendet von der „Brotinsel“, einzuweihen. Der Weg dorthin geht eineinhalb Stunden über eine staubige Holperpiste. Endlich sind wir da. Obwohl die Kinder Sommerferien haben, haben sie sich wohl vollzählig zu diesem besonderen Anlass in ihrer Schuluniform eingefunden. Mit Gesang werden wir am Eingangstor empfangen. Im Rhythmus dieses Willkommensliedes bewegen wir uns auf den Wassertank zu. Die Inschrift ist noch unter einem blauen Vorhang verborgen, der von uns nach dem Gebet des Priesters beiseite gezogen wird. Langsam lesen wir die Inschrift vor und erklären das Wort Brotinsel. Nach einem weiteren Gebet wird der Tank mit Wasser geweiht. Es ist alles sehr feierlich, und während des Einweihungsvorgangs ist es so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Wir dürfen ein Bäumchen pflanzen und die Schlüssel für den Wassertank überreichen. Nun beginnen die Schüler-Darbietungen, bestehend aus rhythmischen Gesängen, die alle das Thema Wasser zum Mittelpunkt haben. Die sich anschließenden Reden sprechen von tiefer Dankbarkeit. John Mutua, der Programmdirektor unserer kenianischen Partnerorganisation (Anglican Development Services Eastern), sprich einen Punkt besonders an, den der Verantwortung für die Instandhaltung des Wassertanks und Verantwortung für die Kinder und deren schulische Erziehung. Unsere Worte werden von John in die Sprache der hier lebenden Kamba übersetzt und dankbar aufgenommen. Nachdem viele Fotos geschossen wurden, bekommen wir beide die Kamba-Namen „Mwendwa“ und „Mwende“, was in der Kambasprache „Lieber“ und „Lebe“ bedeutet. Lautstark werden wir verabschiedet. Besonders die Kinder möchten uns immer wieder anfassen."