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Ausbildungsplätze bei MAN in Gefahr - Gewerkschaft ruft zu Mahnwache auf



Braunschweig | Salzgitter

Ausbildungsplätze bei MAN in Gefahr - Gewerkschaft ruft zu Mahnwache auf

Der MAN Vorstand habe die im September 2019 geschlossene Gesamtbetriebsvereinbarung "Ausbildungskonzept" gekündigt.

(Archivbild)
(Archivbild) Foto: Anke Donner

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Salzgitter / Braunschweig. 2020 hat der Vorstand der MAN Truck & Bus angekündigt 9.500 Beschäftigte abbauen zu wollen. Daraus wurde am Ende ein Abbau von 3.500 Arbeitsplätzen, was derzeit - durch einen vereinbarten Unternehmenssozialplan gesteuert - an den Standorten umgesetzt werde. Aktuell bedeutet das für Salzgitter einen weiteren Abbau von etwas mehr als 100 Arbeitsplätzen, um die festgeschriebene Beschäftigtenzahl von 1.900 Stammmitarbeitern bis Ende 2022 zu erreichen. Jetzt sollen außerdem Ausbildungsplätze abgebaut werden. Die IG Metall hat die Auszubildenden an allen Standorten am 15. Juli zu einer Mahnwache aufgerufen.



Nun habe der MAN Vorstand zusätzlich die im September 2019 abgeschlossene Gesamtbetriebsvereinbarung „Ausbildungskonzept“ gekündigt. Geplant war vom Vorstand zuerst gar keine neuen Auszubildenden für 2021 einzustellen. Doch einige Versprechen waren bereits gegeben und das konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden. Aber die festgeschriebenen Mindestzahlen von Ausbildungsplätzen für die MAN Standorte (für Salzgitter 35) sollen laut Vorstand auf keinen Fall wieder erreicht werden.

"Wo bleibt die Verantwortung?"


Der Gesamtbetriebsrat reagierte sofort; in einer Klausur wurde intensiv diskutiert und ein Plan gegen diesen Tabu-Bruch entwickelt. „Wir werden uns das nicht gefallen lassen, sondern uns dagegen kreativ wehren“, so Andrea Deiana, Vertrauenskörperleiter MAN Salzgitter.

„Die Berufsausbildung ist eine wesentliche Säule des wirtschaftlichen Erfolges und Ausdruck der gesellschaftlichen Verantwortung der MAN Truck & Bus, heißt es in der Präambel der Gesamtbetriebsvereinbarung. Wo bleibt diese Verantwortung der MAN Truck & Bus, wenn es darum geht für die Zukunft Facharbeiter auszubilden?“ fragt Brigitte Runge, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Salzgitter-Peine. „Und wieviel gilt das Wort des Vorstands eigentlich noch, wenn Betriebsvereinbarungen die Halbwertzeit einer überreifen Banane haben?“

Mahnwachen ab Mittwoch


Deshalb werden am Mittwoch, dem 14. Juli ab 22 Uhr bis Donnerstag, den 15. Juli um 10:00 Uhr vor den Toren aller Standorte von den Jugend- und Auszubildendenvertretungen Mahnwachen durchgeführt. „Für Salzgitter werden wir mit einer kurzen Pressekonferenz um 22 Uhr beginnen. Damit die Auszubildenden diesen Kampf nicht allein führen müssen, werden wir mit allem, was uns möglich ist, unterstützen“, so die IG Metall Betreuerin. Berivan Özcelikman, Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung MAN Salzgitter: „Wir wollen damit zeigen, dass wir Vereinbarungen als Verträge ernst nehmen und nicht zulassen, dass die Erstausbildung so einfach dem Rotstift zum Opfer fällt!“

Im Anschluss an die Mahnwache wird es am 15. Juli um 10 Uhr eine Informationsveranstaltung des Gesamtbetriebsrates geben, die in alle Standorte digital übertragen wird.


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