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Ausschuss winkt Bebauungsplan zum neuen Schlossplatz durch



Wolfenbüttel

Ausschuss winkt Bebauungsplan zum neuen Schlossplatz durch

von Nick Wenkel


Gleichzeitig wurde der Antrag der FDP, die aktuelle Verkehrsführung beizubehalten, abgelehnt. Foto: Nick Wenkel
Gleichzeitig wurde der Antrag der FDP, die aktuelle Verkehrsführung beizubehalten, abgelehnt. Foto: Nick Wenkel

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Wolfenbüttel. Der Bauausschuss stimmte in seiner gestrigen Sitzung dem Bebauungsplan für den Schlossplatz zu. Diskussionsbedarf bestand zuvor noch bei der vorgesehen Verkehrsführung. Rudolf Ordon, FDP-Fraktionsvorsitzender, forderte die Beibehaltung der aktuellen Verkehrsführung, was jedoch von den restlichen Fraktionen abgelehnt wurde.



Rudolf Ordon schätzt die geplanten Straßenführungen, entlang dem Zeughaus sowie zwischen dem Zeughaus und der östlichen Häuserzeile, als äußerst problematisch ein. Vorgesehen ist, dass die Verbindung zwischen Schulwall und Dr.-Heinrich-Jasper-Straße mittels einer abknickenden Vorfahrtstraße südlich, parallel zum Zeughaus verläuft. Folglichverlaufe die geplante Straße zu nahe am Zeughaus vorbei, was zu einer höheren Lärmbelästigung führe. Dies mindere vor allem Arbeitsbedingungen der Wissenschaftler in der Herzog August Bibliothek. Als nationale sowie internationale Institution sei dies unzumutbar. Er forderte die Verkehrsführung daher so zu lassen, wie sie aktuell erfolgt. Den vollständigen Bebauungsplan finden Sie hier.

Verkehrsführung ändert sich



Rudolf Ordon (FDP) wünschte sich die Beibehaltung der aktuellen Verkehrsführung. Foto: regionalHeute.de




Grünen-Politiker Stefan Brix betrachtete dies jedoch äußerst kritisch und widersprüchlich. Den Lärm, den man der Bibliothek nicht zumute, werde als Folge dessen den Anwohnern zugemutet. Außerdem würde ein solches Vorhaben den langwierigen Prozess zur Ausarbeitung eines Bebauungsplan nicht entsprechen, was auch Bürgermeister Thomas Pink so unterstreicht. Für Ordon sei jedoch klar, dass eineLärmbelästigung einer Institution sich nicht mit der, einiger Anwohner vergleichen lässt. „Anwohner können sich ihre Wohnung aussuchen oder sich gegebenenfalls darauf einstellen, dass es lauter wird." Gleichzeitig lehnteBürgermeister Pink die Aussagen von Ordon, die Bibliothek sei über nichts informiert und nicht in den Entscheidungsprozess involviert worden, stark ab. Man habe stetig Kontakt zur Herzog August Bibliothek aufgenommen und zu rund 13 Veranstaltungen rund um den Ausbau des Schlosses eingeladen. Wie viele davon letztlich wahrgenommen worden, könne er nicht beantworten. Ordon stellte daraufhin klar, dass er lediglich das Verhalten der anderen Fraktion, nicht aber das der Verwaltung, meinte.

Die Mitglieder des Bauausschusses stimmten dem ursprünglichen Bebauungsplan letztlich zu. Somit wurde der Antrag der FDP automatisch abgelehnt.

So soll der neue Schlossplatz aussehen



Der Schlossplatz soll als innerstädtische Veranstaltungsfläche ertüchtigt und aufgewertet werden. Das Gestaltungskonzept sieht eine einheitliche Befestigung über den gesamten Platz vor. Durch die Verkehrsführung parallel zum Zeughaus soll eine zusammenhängende Fläche vor dem Schloss entstehen, in deren Mitte ein Carrée mit Brunnen den Platz betonen und zum Verweilen einladen soll. Richtung Osten wird der Platz zur Fahrbahn hin durch eine Baumreihe aus Linden gefasst. An der südlichen Platzseite sind unter einer weiteren Baumreihe Stellplätze angeordnet. Die Verbindung zwischen Fußgängerzone und Schloss soll dadurch betont werden. Gegenüber Kornspeicher und Zeughaus soll die Grünfläche zugunsten der Ausbildung eines Vorplatzes reduziert werden. Der Entwurfsplan sieht darüber hinaus zwei lange Überquerungshilfen südlichen des Zeughauses und in der Einmündung zur Fußgängerzone vor.


Weitere Maßnahmen und Kosten


Zudem soll an der südlichen und westlichen Gebäudeseite des Zeughauses der Sandsteinsockel wieder freigelegt werden. Der südliche und westliche Eingang des Zeughauses wird dabei barrierefrei hergestellt. Die Flächen vor der Herzog-August-Bibliothek sowie zwischen Zeughaus und dem Kornspeicher befinden sich nicht im Eigentum der Stadt Wolfenbüttel. Da sie aber mit zum Gesamtquartier dazugehören, wurde der Gestaltungsentwurf mit überplant. Umgesetzt werden sollen zunächst nur die stadteigenen Flächen. Die Oberfläche der Fahrbahn soll aus einem beige eingefärbten Asphalt im Farbton der angrenzenden Flächen hergestellt werden. Für das Carrée in der Platzmitte wird eine glatte, gut begehbare Natursteinoberfläche (gesägt) empfohlen. Die Pflastersteine sowie der Brunnen auf der Fläche sollen als Verbindung zu der historischen Gebäudefarbe des Zeughauses und des Schlosses in einem rötlichen Ton gehalten werden. Die restlichen Flächen sollen mit einem glatt gesägt und gestockten Naturstein in einem gelbbeigen Farbton im Segmentbogen verlegt werden.

Die Gesamtkosten der Maßnahme „Neugestaltung Schlossplatz“ würden bei rund 7.810.000 Millionen liegen. Durch Förderungen von Bund und Land würde der Anteil der Stadt bei 5.150.000 Millionen liegen.

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