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Ausstellung gibt Einblick in Geschichte Holocaust-Überlebender



Braunschweig

Ausstellung gibt Einblick in Geschichte Holocaust-Überlebender


In Briefen an die Überlebenden können die Besucherinnen und Besucher mit den Überlebenden in Kontakt treten. Fotos: A. Pröhle, Braunschweigisches Landesmuseum
In Briefen an die Überlebenden können die Besucherinnen und Besucher mit den Überlebenden in Kontakt treten. Fotos: A. Pröhle, Braunschweigisches Landesmuseum

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Braunschweig. Aktuell zeigt das Braunschweigische Landesmuseum die Wanderausstellung „HEIMATSUCHER. Überlebensgeschichten des Holocausts für eine Welt ohne Rassismus“ des Vereins HEIMATSUCHER e.V. Für die Besucher besteht dabei auch die Möglichkeit, mit den Überlebenden in Kontakt zu treten.



Die Ausstellung erzählt anhand von 13 Zeitzeugenportraits Geschichten über das Leben vor, während und nach dem Holocaust und möchte Besucherinnen und Besucher dazu ermutigen, sich vertieft mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander – und aktiv gegen Rassismus im Heute einzusetzen, heißt es von Seiten des Landesmuseums.

"Zweitzeuge werden"


Dabei richtet sich die Ausstellung vor allem an Schülerinnen und Schüler ab der vierten Jahrgangsstufe, die die Überlebensgeschichten kennenlernen und dabei selbst zu Zeugen der Zeitzeugen werden: zu „Zweitzeugen“. In Briefen an die Überlebenden können die Besucherinnen und Besucher ihren Gefühlen Ausdruck verleihen, die die Ausstellung angestoßen hat. Die Briefe werden gesammelt und den portraitierten Überlebenden geschickt.

Die Wanderausstellung ist in die bisherige Präsentation zu den 1950er und 1960er Jahren in Deutschland integriert und bildet so den Kontrast zu der damaligen Stimmung von Wiederaufbau und Wirtschaftsboom, die in den ersten Jahrzenten nach Kriegsende herrschte - eine Zeit, in der sich die deutsche Gesellschaft mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit schwer tat. Die Ausstellung „HEIMATSUCHER“ erhält in dieser Form der Intervention eine besondere Eindrücklichkeit.

Zeitzeugen machen Geschichte nachfühlbar


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Bis zum 30. Juni ist die Ausstellung im Landesmuseum zu sehen. Foto:



Der Verein HEIMATSUCHER e.V. ist 2010 als Studienprojekt entstanden und seit 2014 ein eingetragener Verein, welcher sich in einem Zweitzeugenprojekt engagiert. Über die persönlichen Erzählungen von Holocaustüberlebenden macht der Verein Geschichte nachfühlbar und begreifbarer. Insbesondere junge Menschen verstehen die Bedeutung von Geschichte für ihr eigenes Leben erst durch die Begegnung mit einem Zeitzeugen. Doch Zeitzeugen werden nicht mehr lange sprechen können. Damit sie künftig nicht verstummen, erzählen die Vereinsmitglieder als Zweitzeugen ihre Geschichten über das Leben vor, während und nach dem Holocaust in Ausstellungen und Schulklassen weiter. Der Verein erhielt 2016 den startsocial- Sonderpreis der Bundeskanzlerin und den Zukunftspreis 2016 der Israelstiftung in Deutschland.


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