Banküberfälle und Totschlag: Die Prozesse im Januar

Für die Region sind zwei Landgerichte zuständig - Hildesheim und Braunschweig. Wir zeigen, welche Fälle im Januar dort verhandelt werden.

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Symbolbild | Foto: pixabay

Region. Nahezu tagtäglich berichtet regionalHeute.de über schwere Straftaten, die in der Region begangen werden. Darunter nicht selten Morde, versuchte Tötungsdelikte oder schwere Raubüberfälle. Werden die Ermittlungsbehörden der Täter habhaft, so landen diese bestenfalls vor Gericht. In diesem Artikel zeigen wir, welche Prozesse vor den für die Region zuständigen Landgerichten im Januar geführt werden.



Im deutschen Rechtssystem haben verschiedene Gerichte unterschiedliche Zuständigkeiten. Eine wichtige Instanz innerhalb dieses Systems sind die Landgerichte. Doch welche Straftaten werden eigentlich vor dem Landgericht verhandelt?

Die Landgerichte


Die Landgerichte sind in erster Instanz für schwerwiegende Straftaten zuständig, die nicht in die Zuständigkeit der Amtsgerichte fallen. Dazu gehören unter anderem Fälle von schwerer Körperverletzung, (versuchte) Tötungsdelikte wie Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung, die eine besondere Schwere aufweisen, Raub und Erpressung in besonders schweren Fällen, schwere Sexualdelikte und Wirtschaftskriminalität.

Wie kommt es zum Prozess?


In Deutschland wird ein Strafprozess nur eröffnet, wenn ein sogenannter hinreichender Tatverdacht besteht – also wenn genügend Beweise vorliegen, dass eine Verurteilung wahrscheinlich ist.

Zunächst führt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. Sie arbeitet dabei mit der Polizei zusammen. Wenn sich der Verdacht gegen eine bestimmte Person erhärtet, entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie Anklage erhebt oder das Verfahren einstellt.

Wird die Anklage erhoben, prüft das zuständige Gericht - zum Beispiel das Landgericht - ob die Voraussetzungen für einen Prozess vorliegen. Das Gericht eröffnet das Hauptverfahren nur dann, wenn es die Anklage für ausreichend begründet hält. Erst mit dieser Eröffnung des Hauptverfahrens kommt es zu einem Gerichtsprozess. Dort werden die Beweise erneut geprüft, Zeugen und Gutachter angehört und schließlich ein Urteil gefällt.

Die Landgerichte der Region


Für die Region sind zwei Landgerichte zuständig. Das Landgericht Braunschweig für Braunschweig, Wolfsburg, Helmstedt, Wolfenbüttel, Salzgitter und Goslar und das Landgericht Hildesheim für die Landkreise Gifhorn (ohne Samtgemeinden Brome und Boldecker Land, LG Braunschweig) und Peine (ohne Gemeinde Vechelde und Wendeburg, LG Braunschweig). Die Gerichte melden die anstehenden Prozesse für den jeweiligen Monat. Die Straftaten, die im Dezember verhandelt werden, reichen von Kapitalverbrechen wie versuchtem Mord und Totschlag über schweren Raub bis hin zu organisiertem Bandendiebstahl und Drogenhandel in nicht geringer Menge. Für alle Angeklagten gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld die Unschuldsvermutung.

Prozesse am Landgericht Braunschweig



Untreue, Betrug in besonders schwerem Fall, Geldwäsche

Beginn: Montag, 12. Januar 2026, 9 Uhr
Weitere Termine: Donnerstag, 15. Januar 2026, 9 Uhr; Mittwoch, 21. Januar 2026, 9 Uhr; Donnerstag, 22. Januar 2026, 9 Uhr; Dienstag, 27. Januar 2026, 9 Uhr

Zur Last gelegte Tat:
Das Verfahren richtet sich gegen einen 42-jährigen Angeklagten und eine 43-jährige Angeklagte. Dem Duo werden jeweils 1.363 Straftaten vorgeworfen, die zwischen dem 22. Februar 2019 und dem 7. Februar 2024 in Braunschweig und Vechelde begangen worden sein sollen. Der 42-jährige Angeklagte war als Urkundsbeamter beim Sozialgericht tätig und hatte Zugriff auf das Haushaltswirtschaftssystem des Landes Niedersachsen. Zwischen dem 19. Januar 2015 und 7. Februar 2024 soll er 2.294 Auszahlungen auf das gemeinsame Konto der Angeklagten veranlasst haben, davon 1.363 Auszahlungen seit Februar 2019 im Wert von 861.728,63 Euro. Das Geld sei für private Zwecke genutzt worden. Die 43-jährige Angeklagte habe dies zumindest billigend in Kauf genommen. Die Kammer prüft, ob Beihilfe zur gewerbsmäßigen Untreue oder eigene Nutzungen der 43-Jährigen vorliegen.

Schwerer Raub
Beginn: Donnerstag, 15. Januar 2026, 9 Uhr
Weitere Termine: Donnerstag, 22. Januar 2026, 9 Uhr; Montag, 2. Februar 2026, 13 Uhr

Zur Last gelegte Tat:
Der 22-jährige Angeklagte, derzeit in Untersuchungshaft, soll sich am 6. Mai 2024 und 4. Januar 2025 mit Komplizen getroffen haben, um Zeugen auszurauben. Dabei sollen die Opfer geschlagen und beraubt worden sein. Ein Zeuge wurde mit einem Messer bedroht und ihm das Handy entwendet.

Schwerer Raub, gefährliche Körperverletzung
Beginn: Donnerstag, 15. Januar 2026, 8:30 Uhr
Weitere Termine: Mittwoch, 21. Januar 2026, 13 Uhr; Dienstag, 27. Januar 2026, 13 Uhr; Dienstag, 3. Februar 2026, 13 Uhr

Zur Last gelegte Tat:
Der 38-jährige Angeklagte soll am 18.08.2022, 1.09.2022 und 17.02.2022 in Salzgitter Zeugen schwer verletzt, bedroht und beraubt haben. Unter anderem habe er einem Opfer eine Goldkette, Uhr und Sonnenbrille entwendet, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Ein Reizgas-Einsatz soll einen weiteren Angriff begleitet haben.

Schwerer Raub, Diebstahl mit Waffen
Beginn: Donnerstag, 22. Januar 2026, 9 Uhr
Weitere Termine: Donnerstag, 29. Januar 2026, 9 Uhr

Zur Last gelegte Tat:
Der 25-jährige Angeklagte soll am 27. Juli 2024 in Wolfsburg bei einem Fest einen Zeugen mit einem Messer bedroht und ihm Geld sowie Zigaretten abgenommen haben.

Schwerer sexueller Missbrauch
Beginn: Donnerstag, 22. Januar 2026, 10 Uhr
Weitere Termine: Freitag, 23. Januar 2026, 10 Uhr; Mittwoch, 4. Februar 2026, 10 Uhr; Montag, 9. Februar 2026, 10 Uhr; Freitag, 13. Februar 2026, 10 Uhr

Zur Last gelegte Tat:
Dem 44-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, zwischen Sommer 2002 und Mai 2011 im familiären Umfeld mehrfach sexuelle Handlungen an einem Kind vorgenommen zu haben. In einem Fall sei es zu einem Eindringen gekommen, in weiteren Fällen habe er dem Kind pornografische Inhalte zugänglich gemacht.

Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge
Beginn: Mittwoch, 28. Januar 2026, 9 Uhr Weitere Termine: Donnerstag, 12. Februar 2026, 9 Uhr

Zur Last gelegte Tat:
Der 47-jährige Angeklagte, derzeit in Untersuchungshaft, soll am 15. August 2023 insgesamt 21,58 kg Amphetamin verwahrt und verkauft haben. Der Gesamtwert der Drogen betrug 51.450 Euro.

Prozesse am Landgericht Hildesheim


Versuchter Mord, Totschlag in Edemissen

Beginn: Seit 25. August 2025. Weitere Termine: 13., 16. und 27. Januar 2026, jeweils 9 Uhr

Zur Last gelegte Tat:
Dem 40-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, seine ehemalige Lebensgefährtin in Edemissen mittels stumpfer Gewalt getötet zu haben. Er soll wiederholt mit einem Brecheisen gegen den Kopf der Geschädigten geschlagen und sie eine Treppe heruntergestoßen haben, woraufhin sie am Tatort verstarb. Einige Tage zuvor soll der Angeklagte bereits versucht haben, die Frau zu vergiften, indem er ein hochgiftiges Insektizid in den Wasserbehälter ihrer Kaffeemaschine füllte. Die Geschädigte bemerkte dies jedoch rechtzeitig.

Raub, Versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in Gifhorn
Beginn: Seit 4. Dezember 2025. Weitere Termine: 14. und 21. Januar 2026, jeweils 9 Uhr

Zur Last gelegte Tat:
Ein 27-jähriger Angeklagter soll in Gifhorn seine damalige Lebensgefährtin überfallen haben, um Geld für Kokain zu erlangen. Er soll sie gewaltsam beraubt und anschließend massiv attackiert haben: Zunächst soll er sie mit einer Bratpfanne gegen den Kopf geschlagen, sie mit einer Astsäge bedroht und mehrfach mit einem Bügeleisen auf ihren Kopf eingeschlagen haben. Schließlich soll er versucht haben, sie mit dem Kabel des Bügeleisens zu erwürgen. Das Opfer erlitt potenziell lebensbedrohliche Verletzungen, darunter eine Orbitabodenfraktur.

Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie Beihilfe hierzu in Peine
Beginn: Seit 19. Dezember. Weitere Termine: 6., 8.,13. und 20. Januar 2026 jeweils 9 Uhr

Zur Last gelegte Tat:
Einem 38-jährigen Mann wird vorgeworfen, in Peine zirka 8 Kilo Kokain für den gewinnbringenden Weiterverkauf gelagert zu haben. Ein 39-jähriger Mitangeklagter soll ihm hierfür einen Kellerraum zur Verfügung gestellt haben. Die Drogen wurden bei einer Durchsuchung am 23. Juni 2025 sichergestellt.

Schwere räuberische Erpressung in Peine
Beginn:12. Januar 2026, 9 Uhr Weitere Termine: 19. und 21. Januar 2026, jeweils 9 Uhr

Zur Last gelegte Tat:
Einem 43-jährigen Mann wird vorgeworfen, zusammen mit einem Komplizen zwei Banküberfälle begangen zu haben. Am 31. März 2025 sollen sie eine Bank in Hildesheim überfallen und 12.050 Euro erbeutet haben. Ein weiterer Überfall soll am 22. April 2025 in Peine stattgefunden haben, bei dem 12.010 Euro entwendet wurden. In beiden Fällen gingen die Täter unter Vorhalt einer Waffe vor.

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