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"Bauchgefühl reicht nicht": Polizeigewerkschaft kritisiert Uneindeutigkeit der Maskenpflicht

Es sei nicht klar, wann und wo sich die Bürger an die Maskenpflicht halten müssten.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Marvin König

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09.11.2020

Hannover. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisiert uneindeutige Vorgaben der Politik zu Maskenpflicht und anderen neuen Corona-Beschränkungen. Eine Woche nach Beginn der verschärften Corona-Maßnahmen zieht die Polizeigewerkschaft eine überwiegend positive Zwischenbilanz zu den zahlreichen Einsätzen zur Kontrolle und Durchsetzung der neuen Corona-Beschränkungen. Der Großteil der Bevölkerung zeige sich verständnisvoll und verantwortungsbewusst. Allerdings seien die schwammigen Vorgaben, wo und wann die Maskenpflicht gelte, erschwerend für die Polizeiarbeit.



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„Den Eindruck, den die Polizistinnen und Polizisten bislang gewinnen, wenn sie Auflagen wie Maskenpflicht oder Abstandsregelungen im Alltag kontrollieren, ist überwiegend positiv“, berichtet der niedersächsische Landesvorsitzende Dietmar Schilff. Meist reiche ein freundliches Wort oder zum Beispiel eine kurze Geste, wenn die Alltagsmaske unter der Nase sitze. Die Angesprochenen reagierten in der Regel verständnisvoll. Zwar gäbe es auch in Bezug auf Corona-Kontrollen immer wieder Meldungen über renitente oder gar gewaltbereite Bürgerinnen und Bürger, was in jedem Fall inakzeptabel sei. Signifikant mehr Fälle als in anderen Einsatzbereichen seien der Gewerkschaft bislang aber nicht übermittelt worden. Schilff appelliert an alle Teile der Gesellschaft, weiterhin solidarisch und respektvoll miteinander umzugehen. „Es ist erfreulich zu sehen, wie vernünftig der Großteil der Bevölkerung mit den Auflagen umgeht und auf die Ansprachen der Kolleginnen und Kollegen reagiert. Wir hoffen, dass wir die besonderen Herausforderungen in dieser Ausnahmesituation weiterhin alle gemeinsam bewältigen können“.

Eine wichtige Forderung äußert Schilff gegenüber der Politik. Diese sieht bislang davon ab, für alle Bereiche der Maßnahmen eindeutige Vorgaben zu machen. Als Beispiel führt er an, dass nicht klar geregelt sei, in welchen Straßen die Maskenpflicht gelte und wo nicht. „Es ist zwar nachvollziehbar, dass man an die Eigenverantwortung der Bevölkerung appelliert. In der Praxis führt dies aber immer wieder zu Verwirrung und Konflikten. Wenn die Polizei eine Regelung durchsetzen soll, die nur dort gilt, wo es das individuelle Bauchgefühl nahelegt, erschwert das die Arbeit unnötig.“


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