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Bekommt Wolfenbüttel nun doch eine "Artothek"?

von Anke Donner



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13.03.2014


Wolfenbüttel. Schon seit einiger Zeit beschäftigt sich der Ausschuss für Kultur, Tourismus uns Städtepartnerschaft mit dem Gedanken einer "Artothek" für Wolfenbüttel (WolfenbüttelHeute.de berichtete). Nun scheint es konkrete Pläne zur Realisierung zu geben.

Bis zur heutigen Entscheidung war es jedoch ein langer Weg für die SPD Fraktion im Kulturausschuss. Denn noch vor einem Jahr zeigte man sich im Ausschuss gar nicht so begeistert von der Idee. Bürgermeister Thomas Pink stellte im März des vergangenen Jahres fest: "Der Aufwand von Nutzen und Kosten steht in keinem angemessenen Verhältnis. Auch räumlich wäre eine “Artothek” nicht möglich", so Pink damals.


Im Oktober tagte der Ausschuss im Staatsarchiv. Foto:



Erst der im Oktober geänderte Antrag der SPD führte schließlich zur Wendung. Im Ausschuss stellte SPD-Mitglied Claudia bei der Wieden im Namen ihrer Fraktion einen modifizierten Antrag, der wie folgt lautete: In Wolfenbüttel wird eine Mini-Probe-Artothek für einen begrenzten Zeitraum von sechs bis sieben Monaten im Ausstellungssaal des Staatsarchivs eingerichtet.

Der Vorschlag, die Artothek im ungenutzten Ausstellungssaal des Staatsarchivs unterzubringen und sie ehrenamtlich, beispielsweise mit Mitgliedern des Kunstvereins, zu betreiben, veranlasste das Gremium dazu, sich mit diesem Antrag erneut zu befassen und ihn zu prüfen.

Die erneute Prüfung hatte zum Inhalt, dass sich Kulturbüro-Leiterin Alexandra Hupp und Dr. Johannes Stahl, erster Vorsitzender des Artothekenverbands Deutschland e.V, zu einem Gespräch trafen und die Zielsetzungen und Realisierungsmöglichkeit einer Bild-Ausleihe in Wolfenbüttel besprachen.

Während des Gesprächs wies Stahl darauf hin, welche Voraussetzungen für die Errichtung einer Artothek erfüllt werden müssen und welcher Service von dieser geleistet werden sollte. Dazu gehören unter anderem die fachkundige Betreuung bei der Auswahl der Bilder, die schnelle und unkomplizierte Abwicklung, das Verpacken der Kunstwerke, so wie die Gestaltung individueller Angebote zum Beispiel für Ausstellungen in Büros, Firmen, Organisationen, Praxen und andere Arbeitsräume.

Insbesondere sollte bei der Errichtung einer Bild-Ausleihe darauf geachtet werden, dass sie ein Merkmal für die Stadt darstellt. In Wolfenbüttel sollte die Sammlung die Möglichkeit bieten, renommierte Künstler aus der Region zu würdigen und dadurch einen Bezug zur Stadt zu schaffen. Bei der Anschaffung der Kunstwerke könnte man sich beispielsweise auf Künstler konzentrieren, die einen Bezug zu Wolfenbüttel bilden.


Ausschuss-Vorsitzender Dr. Christoph Helm. Foto: Thorsten Raedlein



In Anbetracht der neuen Ergebnisse zeigten sich Bürgermeister Thomas Pink und Ausschuss-Vorsitzender Prof. Dr. Christoph Helm nicht mehr so abgeneigt von der Idee einer Artothek. Die Tatsache, dass keine großen Räumlichkeiten notwendig wären und man mit einem kleinen Angebot starten könnte, führte dazu, dass man das Thema nun noch einmal in den einzelnen Fraktionen besprechen wolle.

Nun heißt es weitere Schritte abzuklären, wie potentielle Räumlichkeiten finden und mit Institutionen, wie dem Kunstverein, zu sprechen, ob diese bereit wären, die Artothek zu betreuen.

Die Nutzung des Ausstellungssaals im Staatsarchiv ist nicht gesichert, da im Augenblick seitens des Staatsarchivs die Hoffnung besteht, eigene Ausstellungskonzepte umsetzen zu können. Somit wäre die Nutzung seitens der Stadt Wolfenbüttel nicht mehr möglich. Hierzu liegt derzeit aber noch keine abschließende Rückmeldung seitens des Staatsarchivs vor.


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