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Berger: Düngemittelverordnung gefährdet Pferdeställe



Braunschweig

Berger: Düngemittelverordnung gefährdet Pferdeställe


Michael Berger fordert: Niedersachsen muss Pferdeland bleiben! Foto: privat
Michael Berger fordert: Niedersachsen muss Pferdeland bleiben! Foto: privat Foto: privat

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Braunschweig. Zur in Landwirtschaft und Reiterszene heftig diskutierten Düngemittelverordnung, die ein Verbot der offenen Lagerung von Pferdemist beinhaltet, erreichte uns ein Statement des Braunschweiger CDU-Landtagskandidaten Michael Berger. Wir veröffentlichen dieses ungekürzt und unkommentiert.



"Die Düngemittelverordnung des Landwirtschaftsministeriums in Niedersachsen schreibt in ihrer aktuellen Form vor, dass Pferdemist überdacht gelagert werden muss. Der Aufbau entsprechender Lagerplätze beziehungsweise die Abdeckung der Misthaufen stellt für viele Pferdebetriebe jedoch eine existenzgefährdende Aufgabe dar. Anders als von Minister Meyer suggeriert, sind die meisten Pensionspferdehaltungen kleine Anlagen und gehören oft zu landwirtschaftlichen Betrieben.

Einige kleine Offenställe werden zudem nur von Privatpersonen betrieben. Der Reitsport ist längst kein Elitensport mehr und seit Jahrzehnten in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Der Aufbau einer engen Bindung zu den sensiblen Tieren, der vielseitige Sport und die Nähe zur Natur sind nicht nur pädagogisch für Kinder sehr wertvoll, sondern auch eine Leidenschaft vieler Braunschweiger. Für viele ist der Aufenthalt im Stall nach Feierabend der dringend benötigte Ausgleich zum stressigen Büroalltag.


Dadurch, dass Pferdemist, der von Gartenfreunden als Bodenverbesserer begehrt ist, erheblich weniger Nitrate enthält, als es beispielsweise bei Schweinemist der Fall ist, entfällt in diesem Zusammenhang auch die Begründung der Verordnung, welche die Nitratbelastung des Grundwassers reduzieren soll. Eine Lagerung und Entsorgung von Pferdemist wie es in landwirtschaftlichen Viehbetrieben Praxis werden soll, ist für Pferdeställe meist mit einer Betriebskostensteigerung im zweistelligen Prozentbereich verbunden und damit nicht mehr finanzierbar. Für einen Großteil der Halter wäre die artgerechte Unterbringung ihres Pferden nicht mehr bezahlbar. Das darf nicht sein.

Dass ein paar Karren Mist, der zudem überwiegend aus Stroh besteht, die täglich auf dem Haufen landen genauso behandelt werden, wie 30.000 Liter Gülle aus der Schweinemast auf einem Feld, ist für Pferdefreunde und Stallbetreiber ein Hohn und zeigt, wie abgehoben der Minister agiert. Ich fordere daher von der nächsten Landesregierung diese Verordnung umgehend nachzubessern, bevor das Stallsterben in den zahllosen Anlagen im Braunschweiger Land einsetzt. Niedersachsen muss Pferdeland bleiben und muss dies in einer verantwortungsvollen Umweltpolitik auch berücksichtigen!"


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