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"Besorgniserregend": Masern-Erkrankungen rasant gestiegen



"Besorgniserregend": Masern-Erkrankungen rasant gestiegen

Man sei besorgt, dass Masernausbrüche auch ein Vorbote für andere Krankheiten sein könnten.

von Werner Heise


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Pixabay

Welt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) warnen vor einem "perfekten Sturm" an Bedingungen für Masernausbrüche bei Kindern. Die Zahl der Erkrankungen mit Masern sei weltweit in den ersten beiden Monaten dieses Jahres um 79 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.



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Als Grund dafür sehen die beiden Organisationen das pandemiebedingte Aussetzen von Impfungen sowie eine zunehmende Ungleichheit beim Zugang zu Impfstoffen. Das Risiko großer Ausbrüche habe sich jetzt durch den vielerortigen Wegfall der zahlreichen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus erhöht. Hinzu käme, dass Millionen von Menschen aufgrund von Konflikten und Krisen, so auch in der Ukraine, auf der Flucht sind, sodass Unterbrechungen bei Routineimpfungen und COVID-19-Impfungen, Mangel an sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen sowie Überbevölkerung das Risiko eines Ausbruchs von durch Impfung vermeidbaren Krankheiten erhöhe.



Potenziell tödliche Krankheit


Im Januar und Februar 2022 seien weltweit fast 17.338 Masernfälle gemeldet worden. Im Jahr zuvor soll es nach Angaben von WHO und UNICEF lediglich 9.665 an einer Masern-Infektion erkrankte Menschen gegeben haben. Da Masern sehr ansteckend sind, würden die Fälle schnell auftreten, sobald die Impfquote sinkt. Man sei besorgt, dass Masernausbrüche auch ein Vorbote für andere Krankheiten sein könnten, die sich nicht so schnell verbreiten.


"Masern sind mehr als nur eine gefährliche und potenziell tödliche Krankheit. Sie sind auch ein frühes Anzeichen dafür, dass es Lücken in unserem weltweiten Impfschutz gibt, Lücken, die sich gefährdete Kinder nicht leisten können", sagte Catherine Russell, UNICEF-Exekutivdirektorin. "Es ist ermutigend, dass sich die Menschen in vielen Gemeinden allmählich ausreichend vor COVID-19 geschützt fühlen, um zu sozialen Aktivitäten zurückzukehren. Aber wenn dies an Orten geschieht, an denen Kinder nicht routinemäßig geimpft werden, entsteht der perfekte Sturm für die Ausbreitung einer Krankheit wie Masern."

Diese Länder stehen an der Spitze


An der Spitze der Länder mit Masernausbrüchen in den vergangenen zwölf Monaten stehen Somalia, der Jemen, Afghanistan, Nigeria und Äthiopien. Aufgrund des Krieges in der Ukraine rechnet man auch dort mit einer Zunahme von Masernerkrankungen. Die Ukraine hatte bereits in den Jahren von 2017 bis 2019 die höchste Masern-Infektionsrate in Europa.


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