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Bettler-Banden in der Vorweihnachszeit

von Robert Braumann


Symbolfoto: Archiv
Symbolfoto: Archiv Foto: Anke Donner

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03.12.2016

Braunschweig. In der Vorweihnachtszeit sind in der Braunschweiger Innenstadt auch wieder mehr Bettler zu sehen. Sie sitzen an Häuserfassaden in der Fußgängerzone oder humpeln auf Passanten zu, um etwas zu erhalten. Die Polizei spricht von organisierten Banden.



Die Maschen sind unterschiedlich, einmal wird ein Zettel gereicht, auf dem in gebrochenem deutsch um Geld gebeten wird, eine andere Frau hat ein traurig schauendes Kind auf dem Arm, ein Mann humpelt auf Krücken durch die Fußgängerzone. Das Ziel ist aber immer wieder das Gleiche - es soll eine Spende geben. Auch Tiere werden mit ins "Geschäft" eingebunden. "Man kann schon davon ausgehen, dass der Großteil der Bettler nicht wirklich so Bedürftig sind, wie sie vorgeben", so Polizeisprecher Wolfgang Klages. "Zur Vorweihnachtszeit, wenn die Innenstadt voll ist, dann steigt auch in der Regel die Anzahl der Bettler, viele halten sich dann auch im Umkreis des Weihnachtsmarktes auf."

Gewisse Organisationsstruktur



Pressesprecher Polizei Braunschweig, Wolfgang Klages. Foto: Polizei



Wir können immer wieder beobachten, wie Gruppen ganz gezielt in die Innenstadt gebracht werden und dort um Almosen bitten", so Polizeisprecher Wolfgang Klages. Jeder müsse selbst entscheiden, ob er etwas geben wolle, aber dieses Hintergrundwissen, wolle die Polizei gerne in die Öffentlichkeit tragen. Man könne schon von organisierten Gruppen ausgehen. Verboten sei es allerdings nicht, zu betteln. "Manch einer mag sich daran stören, gerade wenn zeitweise an jeder zweiten Ecke jemand sitzt. Doch wer einfach nur dort sitzt, macht nichts falsch. Auch gemurmelte Bitten müssten die Passanten tolerieren, so der Polizeisprecher. Nicht erlaubt sei aggressives Betteln. "Werden Eingänge von Geschäften versperrt, Menschen festgehalten oder angegangen, dann ist das nicht zu tolerieren und dem gehen wir auch nach", sagt Klages. Genau so sei es, wenn Tiere mit zum Betteln genommen werden würden. "Rechtlich ist dagegen erst einmal nichts einzuwenden, wenn die Tiere allerdings in einem schlechten Zustand sind, dann schreitet die Polizei auch ein." So habe man im vergangenen Jahr hilflose Welpen vorgefunden und diese dann auch in die Obhut des Tierheims gegeben.

"Spenden helfen nicht"


Die meisten Bettler wüssten aber ganz genau was erlaubt sei und was nicht, auch das spreche für eine gewisse Organisationsstruktur. Spenden würden nicht wirklich helfen, da die Bittsteller das Geld am Ende des Tages häufig an Hintermänner abgeben müssten. Im besten Fall gebe es noch eine Unterkunft und eine Mahlzeit, so Klages. Solange sich die Bettler nicht bei den Beamten beschweren, könne man aber nichts dagegen tun. Klages rät: "Wer etwas spenden möchte, der sollte dies über offizielle Stellen tun. So kann man am ehesten Benachteiligten helfen"


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