Blackout: Was tun, wenn der Strom ausfällt?

Plötzliche Stromausfälle können auch Deutschland treffen – aber wie reagiert man im Ernstfall richtig?

Symbolbild.
Symbolbild. | Foto: Anke Donner

Region. Deutschland gilt als sehr gut mit Strom versorgt – dennoch können plötzliche, großflächige Stromausfälle nicht völlig ausgeschlossen werden. Was also soll man tun, wenn es zu einem Blackout kommt?



Ein aktuelles Beispiel lieferte Berlin: Vor wenigen Tagen kam es zu einem großen Stromausfall, bei dem rund 45.000 Haushalte und etwa 2.200 Unternehmen im Südwesten der Stadt betroffen waren. Ursache war ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal, bei dem mehrere Hochspannungsleitungen beschädigt wurden. Behörden und Polizei prüfen derzeit den Verdacht auf politisch motivierte Brandstiftung. Die Versorgung konnte zunächst nur schrittweise wiederhergestellt werden.

Was ist überhaupt ein Blackout und wie wahrscheinlich ist er?


Ein Blackout bezeichnet einen großflächigen, länger andauernden Stromausfall, der ganze Regionen oder sogar mehrere Länder betreffen kann. Das deutsche Stromnetz gilt zwar als sehr stabil, Szenarien wie Cyberangriffe, Naturkatastrophen oder technische Defekte können einen Ausfall nicht gänzlich ausschließen. Experten wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfehlen daher, sich auf solche Extremsituationen vorzubereiten.

Die allerwichtigsten Vorräte für den Notfall


Das BBK empfiehlt, einen Notvorrat für mindestens 10 Tage anzulegen. Dies umfasst:

1. Wasser:
Pro Person und Tag etwa 2 Liter Trinkwasser. Auch Wasser für Hygiene (Toilettenspülung etc.) einplanen.

2. Lebensmittel:
Haltbare Lebensmittel, die ohne Kühlung oder aufwendige Zubereitung verzehrt werden können (z.B. Konserven, Nudeln, Reis, Zwieback, Haferflocken). Denken Sie auch an Babynahrung oder spezielle Diäten.

3. Medikamente:
Persönliche Dauermedikamente in ausreichender Menge sowie eine gut ausgestattete Hausapotheke.

4. Hygieneartikel:
Seife, Desinfektionsmittel, Toilettenpapier, Zahnbürsten, Damenhygieneartikel.

Dieser Vorrat wäre etwas knapp, um davon zehn Tage zu überleben.
Dieser Vorrat wäre etwas knapp, um davon zehn Tage zu überleben. Foto: Alexander Panknin



Energie und Kommunikation ohne Strom


Beleuchtung:
Taschenlampen (inkl. Ersatzbatterien), Kerzen, Campinglampen. Verzichten Sie auf offenes Feuer in geschlossenen Räumen, außer es ist ein sicherer Kamin/Ofen vorhanden.

Wärme:
Decken, warme Kleidung, Schlafsäcke. Für längere Ausfälle können Campingkocher (gut belüften!) oder Kamine/Öfen mit Brennstoff eine Option sein.

Kommunikation:
Ein batteriebetriebenes Radio (Kurbelradio ist ideal!) ist unerlässlich, um Informationen zu empfangen. Ein voll geladenes Handy und eine Powerbank sind nützlich, aber das Mobilfunknetz könnte bei längerem Ausfall überlastet sein oder ausfallen.

Bargeld:
Bankautomaten funktionieren bei Stromausfall nicht. Halten Sie ausreichend Bargeld für die nötigsten Einkäufe bereit.

Wichtige Dokumente griffbereit halten


Kopieren Sie wichtige Dokumente wie Personalausweis, Reisepass, Geburtsurkunden, Versicherungsunterlagen und legen Sie diese in einer wasserdichten Mappe für den Fall der Fälle bereit. Digitale Kopien auf einem USB-Stick können natürlich auch sinnvoll sein.

Treffpunkte und Kontaktpersonen vereinbaren


Besprechen Sie mit Ihrer Familie, wo Sie sich im Notfall treffen - auch bei jenen, die nichts mit einem Stromausfall zu tun haben - falls beispielsweise eine mobile Kommunikation nicht mehr möglich ist. Legen Sie gegebenenfalls auch eine Kontaktperson außerhalb der Region fest, die als Anlaufstelle für andere Mitglieder in der Familie dienen kann.

Symbolfoto.
Symbolfoto. Foto: Alexander Panknin



Keine Angst schüren, sondern handlungsfähig werden


Vorbereitung ist bekanntlich der beste Schutz. Solche Sprüche hat jeder vielleicht schon einmal gehört. Für den richtigen Schutz bietet das BBK umfassende Checklisten und Ratgeber zur Eigenvorsorge. Hier sollte sich ausführlich Zeit genommen werden, einen persönlichen Notfallplan zu erstellen.