Ärger über hartes Trinkwasser: Das sagt BS Energy zur Qualität

Kalkig, stinkig? Es gibt aktuell einige Beschwerden über das harte Wasser. BS Energy erklärt die Situation und gibt zudem Tipps.

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Symbolbild. (erstellt mit Adobe Firefly)
Symbolbild. (erstellt mit Adobe Firefly) | Foto: regionalHeute.de

Braunschweig. Was ist da los mit dem Braunschweiger Trinkwasser? Seit Monaten gibt es Diskussionen über dessen Qualität. Bislang sei diese über jeden Zweifel erhaben gewesen und die Braunschweiger hätten ihr Wasser geliebt, doch jetzt sei es anders: es gab Beschwerden über die Härte und den Geruch. Zu allem Überfluss kommt nun auch noch eine defekte Leitung hinzu. regionalHeute.de sprach mit BS Energy über die Trinkwassersituation in Braunschweig.



Die Umstellung auf einen neuen Wassermix erfolgte bereits Im Frühjahr. Nach einer neuen Kooperation mit Avacon wird nun vermehrt auch Grundwasser aus dem Landkreis Wolfenbüttel (Börßum) ins Netz eingespeist. Die Leitung wurde Ende 2023 fertiggestellt.

So setzt sich das Wasser nun zusammen aus: Je nach Wasserverbrauch beträgt der Anteil des Grundwassers aus dem Wasserwerk Börßum bis zu 43 Prozent. Damit könne auch mit dem seit Februar 2024 eingespeisten neuen Wassermix weiterhin die weiche Wasserqualität erhalten werden. Bezogen auf die Abnahmemenge von 5 Millionen Kubikmetern und den jährlichen Braunschweiger Wasserverbrauch von circa 13 bis 14 Millionen Kubikmetern ergebe sich ein rechnerischer Durchschnittswert von circa 35 Prozent. Der Rest des Wasser würde bei Normalbetrieb aus den Harzer Talsperren kommen. Das Wasserwerk Bienroder Weg speise seit der Umstellung im Februar im Normalfall kein Wasser mehr ein.

Dies war früher anders, so vertraut man nun nicht mehr allein auf das von vielen favorisierte Harzwasser. Diese Maßnahme diene der Diversifizierung durch die zusätzliche Bezugsquelle, so soll die Braunschweiger Trinkwasserversorgung langfristig sichergestellt werden - auch wenn die Talsperren mal weniger Wasser führen.

Baustelle sorgt für neuen Ärger


Nun musste allerdings eine großvolumigen Transportleitung aus dem Harz wegen Reparaturarbeiten ganz außer Betrieb genommen werden. Bereits am 23. Mai begannen die Vorarbeiten und seit dem 27. Mai ist für viele Haushalte vorerst Schluss mit dem Harzwasser. Ein komplexer Schaden zwischen zwei Leitungsabschnitten tief unten in der Erde müsse behoben werden.

Ursprünglich war der Abschluss der Arbeiten für den 7. Juni geplant, zwischenzeitlich korrigierte BS Energy dies allerdings zu Mitte Mai nach oben. Es müsse eine individuell angefertigte Muffe hergestellt werden.

Ärger um die Wasserqualität


Besonders in den sozialen Medien sind viele Beschwerden über die Wasserqualität zu finden. So sorgt man sich dort auch um die veränderte Härte. Das Harzwasser ist als weiches Wasser bekannt, das Braunschweiger und Wolfenbütteler Grundwasser hingegen ist härter.

BS Energy seien selbst keine Beschwerden anlässlich der Baumaßnahme bekannt, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. Ähnlich verhielt es sich bei der Umstellung des Wassermixes Anfang dieses Jahres. Da wurde über die Qualität auch im Rat der Stadt debattiert, in einer Stellungnahme der Verwaltung hieß es damals ebenfalls, dass wenig Beschwerden beim Wasserversorger eingegangen seien. Allerdings hatte es auch zu diesem Zeitpunkt viele negative Meldungen in den sozialen Medien gegeben.

Zur Qualität teilt BS Energy mit: "Das gelieferte Trinkwasser entspricht hinsichtlich aller Parameter der Trinkwasserverordnung." Dies gelte auch für die Zeit während der Reparaturarbeiten. Das Wasser sei "bedenkenlos genießbar".

Hartes Wasser


Geändert hat sich im Rahmen der Baumaßnahmen allerdings die Wasserhärte, doch wie genau sich dies auf die einzelnen Haushalte auswirkt, könne nicht pauschal beantwortet werden.

BS Energy dazu: "Ein übergreifend für das gesamte Trinkwasserverteilnetz geltender Härtegrad lässt sich aufgrund der hydraulischen Verhältnisse im Netz nicht exakt vorhersagen. Innerhalb des Stadtgebiets sind unterschiedliche Härtegrade erwartbar. Wir gehen davon aus, dass beispielsweise rund um das Wasserwerk Bienroder Weg voraussichtlich ein Härtegrad von circa 22/23 Grad deutscher Härte erreicht wird. Dies entspricht dem Wert des am Bienroder Weg geförderten Grundwassers. Im Bereich der Lindenbergsiedlung hingegen wird der Härtegrad voraussichtlich weiterhin im Bereich weich liegen, da dort überwiegend Harzwasser eingespeist wird."

Die vorliegenden und auf der Homepage von BS Energy ausgestellten Trinkwasseranalysen stammen aus April und Mai. Eine neue Analyse sei nicht vorgenommen worden: "Eine neue Mischwasseranalyse für die Zeit der Baumaßnahme wurde nicht erstellt." Eine solche wäre auch nicht aussagekräftig, da sich die Werte aufgrund der hydraulischen Verhältnisse im Netz unterscheiden würden, teilt der Wasserversorger mit.

BS Energy gibt Tipps für den Haushalt


Angesprochen auf mögliche Auswirkungen durch das härtere Wasser, gab BS Energy einige Tipps für den Haushalt, die betroffene Bürger nun beachten können.

BS Energy: "Grundsätzlich gilt: Je härter das Wasser, desto mehr Waschmittel wird bei Waschmaschinen und desto mehr Klarspüler werden bei Spülmaschinen benötigt. Viele moderne Wasch- und Spülmaschinen bieten etwa die Möglichkeit, die Geräte passend auf die Wasserhärte einzustellen. Die Verwendung von zusätzlichen Wasserenthärtern ist in der Regel nicht notwendig, da die meisten handelsüblichen Waschmittel bereits einen Wasserenthärter enthalten, der für hartes Wasser bis zu 30 Grad deutscher Härte (oberer Härtebereich 3) ausreicht."

BS Energy verwies zudem auf die Hinweise des Verbraucherzentrale Bundesverbandes:
- Hartes Wasser enthält mehr Magnesium und Calcium als weiches. Diese Elemente sind wichtige Mineralstoffe für den Körper. Es stellt also kein Problem für die Gesundheit dar.
- Für Waschmaschinen ist hartes Wasser kein Problem, da alle modernen Waschmittel richtig dosiert genügend Enthärter enthalten. Wasserkocher oder Kaffeemaschinen lassen sich problemlos mit verdünnter Zitronensäure entkalken.
- Auf Fliesen und Armaturen kann hartes Wasser zwar Spuren hinterlassen, die aber bei einer Reinigung mit Essigwasser schnell wieder verschwinden.

Nun bleibt für die Bürger der Stadt also vorerst nichts anderes übrig, als das Ende der Reparaturarbeiten abzuwarten. Laut BS Energy müsse man sich keine Sorgen um die Qualität machen. Wie sich die Wasserqualität entwickelt, das werden mit Sicherheit die neuen Analysewerte zeigen, die BS Energy vermutlich im Anschluss vorlegen wird.


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