Aktionstag zur Abschaffung von Tierversuchen


Aktionstag: Demonstration gegen Tierversuche. Fotos: Max Förster
Aktionstag: Demonstration gegen Tierversuche. Fotos: Max Förster



Braunschweig. Bezugnehmend auf den Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche (24. April) lud am heutigen Samstag der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche zu einem Aktionstag auf dem Schlossplatz ein. Im Mittelpunkt des weltweit begangenen Gedenktages standen dieses Jahr besonders leidvolle Tierversuche, die nach dem Willen der EU verboten sind, in Deutschland jedoch uneingeschränkt stattfinden sollen.

„Unter dem Deckmantel der Depressionsforschung müssen Ratten und Mäuse bis zur Erschöpfung schwimmen oder werden bis zur Hilflosigkeit mit Elektroschocks traktiert“, erläutert Dr. med. vet. Corina Gericke stellvertretende Vorsitzende des Vereins Ärzte gegen Tierversuche. Nach der neuen EU-Tierversuchsrichtlinie gelten derartige Versuche als mit schwerem Leid für die Tiere verbunden und sind grundsätzlich verboten. Damit wolle die EU eine Schmerz-Leidens-Obergrenze festlegen, ab der ein Tierversuch schon aus ethischen Gründen nicht mehr stattfinden dürfe. Die Bundesregierung ignoriert diese EU-Vorgaben jedoch, so Corina Gericke.

Aktionstag für den Tierschutz


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Corina Gericke Foto: Max Förster



Mit dem bundesweiten Aktionstag in rund 30 Städten wollte der Verein Ärzte gegen Tierversuche erreichen, dass Deutschland das EU-Verbot ausnahmslos umsetzt und nicht weiter gegen das Staatsziel Tierschutz sowie EU-Recht verstößt. Die Ärztevereinigung hat zahlreiche Beispiele von Tierversuchen aus deutschen Laboren enthüllt und publik gemacht, die vor geltendem Recht nicht genehmigungsfähig sind, aber trotzdem durchgeführt wurden, erklärte Corina Gericke weiter. So würden am Institut für Molekulare Psychiatrie der Universität Bonn Mäuse wochenlang Stressversuchen ausgesetzt: sie werden unter anderem fixiert, Lichtblitzen sowie Nahrungs- und Wasserentzug ausgesetzt. Vor, während und nach der Stressperiode wird der sogenannte forcierte Schwimmtest oder Verzweiflungstest durchgeführt, bei dem eine Maus in einen mit Wasser gefüllten Behälter gesetzt wird, aus dem es kein Entkommen gibt. Mäuse, die früh aufhören zu schwimmen, gelten als depressiv, erklärt Corina Gericke. Nähere Informationen zu diesem Aktionstag gibt Corina Gericke in dem nachstehenden Interview:

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Die Veranstaltung wurde durch Infostände weiterer Vereine und Gruppen unterstützt, unter anderem ARIWA Celle, Braunschweig vegan, Katzenschutz Braunschweig, Peta 2 Streetteam, Sea Shepherd, Tierhilfsnetzwerk Europa, Tier-Time sowie vegane Verköstigung durch Micky & Molly und „Hattu Möhrchen“.


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