CSD in Corona-Zeiten: Mehr Demo als Party-Parade

Mehrere tausend Menschen demonstrierten für mehr Rechte von Homosexuellen. Laut Veranstalter sei dies immer noch nötig.

von Alexander Dontscheff


Bei bestem Wetter zog der bunte Demozug durch die Innenstadt.
Bei bestem Wetter zog der bunte Demozug durch die Innenstadt. Foto: Alexander Dontscheff

Braunschweig. Am heutigen Samstag, kurz nach 13 Uhr, demonstrierten mehrere tausend Menschen in der Braunschweiger Innenstadt für die gleichen Rechte Homosexueller und Transgender-Personen. Nachdem die CSD-Parade coronabedingt im vergangenen Jahr ganz abgesagt werden musste, fand sie auch 2021 in etwas anderer Form statt. So gab es deutlich weniger Wagen mit Musik und tanzenden Menschen. Da trotzdem zahlreiche Personen erschienen waren, hatte die Veranstaltung mehr den Charakter ihrer ursprünglichen Intention - nämlicher einer politischen Demonstration.


Warum es nach wie vor wichtig sei, CSD-Veranstaltungen durchzuführen, erklärte Kai Bölle vom CSD Deutschland im Vorfeld der Demo im Rahmen einer Kundgebung. Es gebe derzeit Licht am Ende des Tunnels, leider nur in Bezug auf die Corona-Pandemie. Der Kampf um Gleichberechtigung und Akzeptanz Homosexueller werde dagegen wohl noch viele Jahre dauern, so Bölle. Kritik gab es dabei an den derzeit verantwortlichen Politikern im Bund. Dort gebe es schöne Worte, und Regenbogenflaggen würden gehisst, aber wenn es darauf ankomme, würden wichtige Gesetzesänderungen nicht durchgeführt.

Änderung des Grundgesetzes


Dabei geht es unter anderem um Artikel 3 des Grundgesetzes, wo noch immer nicht festgehalten sei, dass es keine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Präferenz geben dürfe. Laut Kai Bölle zeigten Länder wie Polen und Ungarn, wie wichtig es sei, so etwas im Grundgesetz zu verankern, weil der Wind sonst schnell aus einer anderen Richtung wehen könne.

Kai Bölle vom CSD Deutschland erklärte, warum solche Demos immer noch nötig sind.
Kai Bölle vom CSD Deutschland erklärte, warum solche Demos immer noch nötig sind. Foto: Alexander Dontscheff


Doch auch in Deutschland liege noch einiges im Argen. Bölle nannte den Messer-Angriff auf ein homosexuelles Paar in Dresden, bei dem ein Mann getötet wurde. Es komme immer wieder zu Angriffen auf Homosexuelle. Sorge bereite ihm auch der CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet, in dessen Umfeld es katholische Hardliner gebe. Der aus diesen Kreisen vorgebrachten These, heterosexuelle Paare müssten besser gestellt werden, weil nur diese den Fortbestand des Staates garantierten, hatte Bölle auch eine Antwort parat: "Warum sollten Heterosexuelle das Kinderkriegen verlernen, nur weil Homosexuelle gleichgestellt sind?"

Fast alle trugen Maske


Trotz des ernsten Hintergrundes, kam der Spaß auf der CSD-Parade, die sich mehrmals durch die Braunschweiger Innenstadt zog, nicht zu kurz. Einige Wagen hatten dann doch eine Musikanlage an Bord und brachten die Demonstrationsteilnehmer zum Tanzen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern konnte so natürlich nicht immer eingehalten werden. Allerdings hatten die Veranstalter dafür gesorgt, dass nahezu alle Teilnehmer Maske trugen.

Die CSD Parade startete am Bohlweg.
Die CSD Parade startete am Bohlweg. Foto: Alexander Dontscheff


Die Resonanz war groß.
Die Resonanz war groß. Foto: Aleaxander Dontscheff


Fast alle Teilnehmer trugen Maske.
Fast alle Teilnehmer trugen Maske. Foto: Alexander Dontscheff


Das Wetter spielte mit.
Das Wetter spielte mit. Foto: Alexander Dontscheff


Auch die Polizei bekannte Farbe.
Auch die Polizei bekannte Farbe. Foto: Alexander Dontscheff


Die Demo zog zunächst einmal um das Schloss-Caree.
Die Demo zog zunächst einmal um das Schloss-Caree. Foto: Alexander Dontscheff


Die andere Fahrtrichtung des Bohlwegs wurde genutzt.
Die andere Fahrtrichtung des Bohlwegs wurde genutzt. Foto: Alexander Dontscheff


Einige Parteien zeigten Präsenz.
Einige Parteien zeigten Präsenz. Foto: Alexander Dontscheff


Auch die Kostüme durften nicht fehlen.
Auch die Kostüme durften nicht fehlen. Foto: Alexander Dontscheff


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