Braunschweig. Die Ratsfrauen Annegret Ihbe und Annette Johannes (SPD) sowie Simone Wilimzig-Wilke aus dem Stadtbezirksrat haben das Kinder- und Jugendschutzhaus Ölper der Stadt Braunschweig besucht. Dort werden zurzeit ganz viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge betreut.
Wie bekannt ist, verlassen Kinder und Jugendliche ihre durch Krieg zerstörte Heimat und kommen allein, unbegleitet in die Fremde, zu uns nach Braunschweig. "Eltern, Geschwister, Bekannte und vieles Gewohntes haben sie hinter sich gelassen", erläutert Barbara Reinmüller, die zuständige Abteilungsleiterin im Jugendamt. Die jungen Menschen finden Schutz in der Erstaufnahmestelle, der Notaufnahmestelle, im Kinder- und Jugendschutzhaus Ölper der Stadt Braunschweig . "Wir nehmen sie auf, Tag und Nacht, 365 Tage, und geben ihnen zunächst eine Grundversorgung: Diese jungen Menschen haben nach dem langen und beschwerlichen Weg das Bedürfnis nach Schlaf, Essen,Trinken, Kleidung", sagt Christiane Hunke, die Leiterin des Kinder- und Jugendschutzhauses.
Im Gespräch mit Christiane Hunke und Barbara Reinmüller konnten die Besucherinnen, SPD-Bezirksrats- und Ratsfrauen Simone Wilimzig-Wilke, Annette Johannes und Annegret Ihbe erfahren: Die jungen Flüchtlinge erhalten noch viel mehr. Sie werden in dem Haus mit ihren Nöten und Sorgen angenommen, so wie sie sind. Unterschiedliche Religionen und Kulturen treffen aufeinander. Das gemeinsame Leben der 14 Jungen zwischen 13 und 17 Jahren aus Syrien, Eritrea oder auch Montenegro erfordert viele Gespräche über Herkunft, Gewohnheiten, Wünsche und Zuwendung bei Ängsten.
Zeit und Geduld
Neben dem Fahrradfahren ist auch das Schwimmen sehr beliebt, der Besuch eines Fußballspiels und auch selber das aktive Fußballspielen am Nachmittag und an den Wochenenden. Kennenlernen unserer Stadt, Kontakte aufnehmen und praktisch tätig werden stehen oben auf. Erfahrungen machen, was kann ich, was möchte ich, welchen Beruf möchte ich ergreifen? Vertrauen fassen und selbstständige Schritte unternehmen. Die jungen Menschen verbleiben einige Zeit im Kinder- und Jugendschutzhaus, bis sie zu Verwandten gehen oder in eine weitere Aufnahmestelle. Zurzeit wird im Kinder- und Jugendschutzhaus ein Konzept der "Gasteltern" erarbeitet, die gern junge Flüchtlinge in ihrer Familie aufnehmen möchten.