Braunschweig. Die Stadt Braunschweig ist eigenen Aussagen zufolge "sehr gut vorbereitet", um den ab dem Schuljahr 2026/2027 geltenden bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder zu erfüllen.
Neben dem planmäßigen Ausbau der Ganztagsinfrastruktur an vielen Standorten und dem vorzeitigen Start mehrerer Schulen werde zusätzlich an den Schulen, die noch Halbtagsschulen sind, der Umfang der Schulkindbetreuung ausgebaut, so dass die Erfüllung des Rechtsanspruchs ab dem Schuljahr 2026/2027 sichergestellt ist, heißt es in einer Pressemitteilung am heutigen Donnerstag.
Früh die Weichen gestellt
Bereits seit 2007 verfolge die Stadt konsequent das Ziel, hochwertige Ganztagsangebote an ihren Grundschulen zu etablieren. Mit dem Braunschweiger Modell der Kooperativen Ganztagsgrundschule nehme die Stadt eine Vorreiterrolle in Niedersachsen ein.
"Wir haben frühzeitig – schon lange bevor der Rechtsanspruch beschlossen wurde – die Weichen gestellt, um den Ausbau der Ganztagsschulen voranzutreiben", betont Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum. "Unsere Ganztagsgrundschulen bieten schon jetzt gute Bildung und verlässliche Betreuung. Dass wir schon so weit sind, ist das Ergebnis eines langfristigen und engagierten Ausbauprozesses, den wir mit Tatkraft und Weitsicht vorangetrieben haben. Wir sehen uns in der Verantwortung, für die Kinder in unserer Stadt ein verlässliches und qualitativ hochwertiges Bildungs- und Betreuungsangebot zu schaffen, auch wenn die Einführung des Rechtsanspruchs die Kommunen finanziell herausfordert."
Ganztagsangebot an den meisten Schulen
Aktuell sind 25 der 39 städtischen Grundschulen Kooperative Ganztagsgrundschulen. An den übrigen Grundschulen gibt es das Angebot der Schulkindbetreuung, mit dem der Rechtsanspruch ebenfalls erfüllt wird. Bereits heute würden über 70 Prozent der Kinder an Grundschulen in Braunschweig das Ganztagsangebot nutzen. Das werte die Attraktivität Braunschweigs für Familien mit Kindern nochmals deutlich auf und sei ein wichtiger Standortfaktor für Wirtschaftsunternehmen und Fachkräfte. Perspektivisch sei geplant, auch die verbleibenden Halbtagsgrundschulen in Ganztagsschulen umzuwandeln, um so einen vergleichbaren Betreuungsstandard mit hoher Qualität für alle Familien anzubieten.
Schulen starten noch dieses Jahr in den Ganztagsbetrieb
Die Stadt Braunschweig habe in den vergangenen Jahren umfangreich in die räumliche Infrastruktur ihrer Ganztagsschulen investiert. Neun weitere Schulen sollen schrittweise bis 2030 baulich erweitert werden. Auch für die verbleibenden Halbtagsgrundschulen sollen zukünftig Raumprogramme entwickelt werden, um langfristig allen Grundschulen eine räumliche Ganztagsinfrastruktur zur Verfügung stellen zu können.
Um den Prozess der Umwandlung von Halbtagsgrundschulen in Ganztagsschulen zu beschleunigen und frühzeitig Planungssicherheit für Familien und Schulen herzustellen, arbeite die Stadt an verlässlichen Interimslösungen. "Zum Schuljahr 2026/2027 werden die Grundschulen Lindenberg und Wenden in den Ganztagsbetrieb starten, ohne dass die baulichen Erweiterungen realisiert sind. Für die kommenden Jahre haben sich bereits weitere Schulen bereit erklärt, ebenfalls vorzeitig den Ganztagsbetrieb aufzunehmen. Damit sichern wir die Betreuung und ermöglichen den Familien auch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf", erläutert Schuldezernentin Dr. Christina Rentzsch.

