Gestank aus Straßengullys: Wie groß ist das Problem in Braunschweig?

Die Stadtentwässerung Braunschweig GmbH äußert sich zu Gefährdungen und möglichen Maßnahmen.

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Symbolbild | Foto: Pixabay

Braunschweig. Für die CDU-Fraktion im Stadtbezirksrat Südstadt-Rautheim-Mascherode ist die Sache klar: Braunschweig hat ein zunehmendes Problem mit Gestank aus Straßengullys. Dies sei keine gute Werbung für die Stadt und oft eine unzumutbare Geruchsbelästigung. Zu einer entsprechenden Anfrage nimmt nun die Stadtentwässerung Braunschweig GmbH in einer Mitteilung außerhalb von Sitzungen Stellung.



Im genannten Stadtbezirksrat habe es bereits mehrere Anfragen zum Thema gegeben. Insbesondere der Bereich Rautheimer Straße / Braunschweiger Straße habe hier im Fokus gelegen. Inzwischen sei dieser Zustand aber an vielen Stellen im gesamten Stadtgebiet feststellbar, meint Viktor Siffermann, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtbezirksrat Südstadt-Rautheim-Mascherode.

Ist die Gesundheit in Gefahr?


Daher wolle man wissen, ob eine Gesundheitsgefährdung von Bürgerinnen und Bürgern, die manchmal minutenlang die Gase einatmen müssen, wirklich ausgeschlossen sei. Außerdem mache man sich Sorgen, dass aggressive Bestandteile des Abwassers die Rohre angreifen und zerstören könnten. Und nicht zuletzt stelle sich die Frage nach den Möglichkeiten, die Geruchsbelästigung zu unterbinden.

Auf Nachfrage der Verwaltung versichert die Stadtentwässerung Braunschweig GmbH, dass eine Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen sei. Da die Bürgerinnen und Bürger sich nicht in einem umschlossenen Raum befinden würden, reiche die Konzentration von Schwefelwasserstoff (H2S) dafür nicht aus. Generell sei es so, dass wenn man diesen Stoff riechen könne, er ungefährlich sei. In größeren, gesundheitsgefährdenden Bereichen sei H2S geruchslos.

Materialien können leiden


Anders sei es mit der Auswirkung auf gewisse Materialien. Dauerhaft hohe Schwefelwasserstoff-Konzentrationen könnten die Betonzuschlagsstoffe angreifen und zu einer Schwefelwasserstoff-Korrosion im Schachtbauwerk führen, erklärt die Stadtentwässerung. Im herkömmlichen Schmutzwasserrohr, bestehend aus lasierten Tonrohren, sei eine Korrosion dagegen ausgeschlossen. Einbauten wie Steigeisen, Schieber und Klappen würden durch Schwefelwasserstoff-Konzentrationen über ihre Lebensdauer aber angegriffen und müssten vor Gebrauch auf Funktionsfähigkeit kontrolliert werden und im Bedarfsfall getauscht werden.

Doch was kann man dagegen tun? Die Stadtentwässerung Braunschweig GmbH als Dienstleister für die ordnungsgemäße Ableitung des Abwassers im Stadtgebiet setze moderne Spülfahrzeuge ein, die das städtische Abwassernetz reinigten. In den Sommermonaten bei fehlenden Niederschlägen sei eine Geruchsbildung im Innenstadtbereich mit großen Mischwasserkanälen zur Aufnahme von Niederschlägen leider gegeben. Die Stadtentwässerung reinige diese sogenannten Großprofilkanäle einmal jährlich, um mögliche Ablagerungen und Geruchsbildung zu vermeiden.

Welche Maßnahmen gibt es?


Zusätzlich sei die Stadtentwässerung auf Bürgermeldungen angewiesen, um Bereiche mitgeteilt zu bekommen, wo sich gerade Gerüche durch Schachtabdeckungen entwickelten. Nach Meldungseingang werde geprüft, ob es sich um saisonale Einzelmeldungen handele oder hier eine Häufung vorliege, die gegebenenfalls einer technischen Lösung bedarf.

Zu den möglichen technischen Maßnahmen gehörten der Einbau von Geruchsfiltern, der Einbau von Geruchsverschlüssen (WASTOP), die Umleitung von Gerüchen in Parkanlagen, die Zugabe von Sauerstoff zur Reduzierung der H2S-Bildung, der Einsatz von Eisenchloritlösungen, die Spülung des Schmutzwassernetzes, die Verkürzung von Reinigungsintervallen bei Fettabscheidern sowie in komplexeren Fällen bauliche Maßnahmen wie Verkleinerung von Pumpensümpfen oder Umschluss von Abwasserleitungen.

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