Braunschweig. Viel Abstand gab es am Freitagabend im EuleXO nicht. Vor der kleinen Bühne standen die ersten Reihen dicht gedrängt, Hände gingen immer wieder nach oben und jeder Zuruf aus dem Publikum kam auch vorne an. Bevor HeXer übernahm, standen zunächst VASIL und Too Young auf der Bühne.
Für Too Young war Braunschweig dabei mehr als nur ein weiterer Termin. Im Gespräch mit regionalHeute.de erzählte er, dass seine musikalischen Anfänge beim Braunschweiger Rap-Projekt k·now·ledge liegen. Dort begann er mit dem Schreiben, später folgten die ersten Auftritte in der Region. Mittlerweile ist er deutlich mehr unterwegs. Seit seinem im März erschienenen Album spielt Too Young auch außerhalb Braunschweigs. In diesem Jahr kam erstmals eine Live-Band dazu, zusammengestellt aus Freunden.
Gemeinsam mit VASIL suchte er immer wieder den direkten Kontakt zum Publikum. Zwischen den Songs ging es dabei nicht nur um Musik. Too Young sprach unter anderem über junge Menschen, die sich politisch einmischen, über einen Schulstreik in Magdeburg und darüber, welche Vorstellungen von Männlichkeit Jugendlichen vermittelt werden.
HeXer übernimmt
Dann übernahm HeXer. Wer nur auf die bekanntesten Stücke gewartet hatte, bekam an diesem Abend auch Songs zu hören, die sonst weniger im Mittelpunkt stehen. Zwei davon kündigte HeXer selbst mit dem Hinweis an, dass sie vermutlich nicht besonders viele Leute kennen würden. Gerade das gefalle ihm an dieser Tour: auch Stücke spielen zu können, die er selbst gut findet, obwohl sie nicht zu den bekanntesten gehören. Bei einem anderen Titel stellte er nur fest: „Der Song ist sehr, sehr alt, Alter.“ Mehr zu erzählen gab es bei „Sing It Right“. Dahinter steckt eine Phase, in der HeXer über rund zwei Jahre insgesamt 30 Singles veröffentlichte, zeitweise etwa alle zwei Wochen eine neue.
Alle 30 Songs in der richtigen Reihenfolge
Zum Abschluss wollte er die vorherigen Veröffentlichungen noch einmal in einem einzigen Song unterbringen. Die Songtitel sollten dabei nicht einfach irgendwie auftauchen, sondern in genau der Reihenfolge, in der sie zuvor erschienen waren. „Die extra Challenge war, dass ich nicht nur alle 30 Songs reinmache, sondern auch in der Reihenfolge, wie sie released wurden“, erklärte HeXer dem Publikum.
Damit erzählt „Sing It Right“ gewissermaßen noch einmal diese komplette Veröffentlichungsphase, Titel für Titel. HeXer nahm sich zwischen den Songs immer wieder Zeit für solche Geschichten. Auch die frühen Fridays-for-Future- und Schulstreiks kamen zur Sprache, die er selbst noch als Jugendlicher erlebt hatte. Das Thema Klima sei für ihn bis heute wichtig, sagte er.
Später wechselte auch musikalisch noch einmal die Richtung. Einen Song kündigte HeXer als „richtig dirty Grime-Beat“ an. Er habe „ein bisschen Bock auf UK“, sagte er und räumte gleich ein, dass dieser Sound vermutlich nicht jedermanns Geschmack sei.
Das Publikum vor ihm ließ sich davon jedenfalls nicht bremsen. Bis zum Ende standen die Leute dicht vor der Bühne, reagierten auf seine Ansagen und gingen bei den Songs mit. „Vielen, vielen Dank, dass ihr da wart, Alter“, verabschiedete sich HeXer schließlich. Vor der Bühne standen die Leute noch immer dicht gedrängt.


